Iranischer Busgewerkschafter: Gefängnisstrafe vorbei. Gefängnis nicht – im Hungerstreik! Solidarität gegen weiteren Willkürakt!

Reza ShahabiAm 09. August 2017 musste Reza Shahabi erneut ins Gefängnis: Ein reiner Willkürakt. Seine Haftstrafe wegen gewerkschaftlicher Aktivität für die Teheraner Busfahrergewerkschaft Vahed – ohnehin bereits Ergebnis der reaktionären antigewerkschaftlichen Politik der iranischen Kapitalisten und ihrer Prediger – hatte er bereits hinter sich, ebenso eine Verlängerung der Haft wegen „Propaganda gegen das System“,  als diese neuerliche Repressionsmaßnahme verordnet wurde. Von dieser zusätzlichen einjährigen Strafe war ihm aus medizinischen Gründen der Rest von fünf  Monaten erlassen worden, was nun „zurückgenommen“ wurde. Stattdessen wurde die Haft sogar verlängert, ohne nähere Begründung:  Bis zum 22. Dezember 2018 soll er nun im Gefängnis sitzen müssen. Dagegen hat er am ersten Tag nach seiner neuerlichen Haftstrafe einen Hungerstreik begonnen. Und eine internationale Solidaritäts-Kampagne wird organisiert. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge – inklusive eines Muster-Protestbriefs:

  • Kampf der Vahed-Bus-Gewerkschaft: Busfahrer in Teheran protestieren„Reza Shahabi has been on a hunger strike since August 9, 2017“ am 17. August 2017 bei IASWI externer Link ist die Meldung der International Alliance in Support of Workers in Iran über den eine Woche vorher begonnenen Hungerstreik, der erst bekannt wurde, nachdem die eine Woche lange dauernde Kontaktsperre aufgehoben worden war. In der Meldung werden die selbst nach Regime-Maßstäben nicht gesetzlich abgedeckten Repressionsmaßnahmen berichtet und zur Unterzeichnung eines Muster-Protestbriefes, der in der Meldung dokumentiert ist, aufgerufen.
  • „Urgent Action needed: Reza Shahabi will stay in prison until December 22, 2018“ am 14. August 2017 bei IASWI externer Link (Facebook) übersetzt und dokumentiert, ist der Solidaritätsaufruf der Vahed-Gewerkschaft mit Reza Shahabi, in dem dieser Akt der Willkür verurteilt wird und in Zusammenhang gesetzt mit der fortgesetzten Inhaftierung weiterer Aktivisten der Busfahrer-Gewerkschaft, deren Freilassung ebenso gefordert wird, wie die anderer Gewerkschaftsaktivisten aus verschiedenen Branchen, sowie der Repression nach massiven Protesten der Gewerkschaft gegen die Korruption im sozialen Wohnungsbau Teherans.