Hafenbetreiber Hutchison – wie immer – gegen Gewerkschaften: Diesmal Entlassungen gleich in zwei Ländern – Pakistan und Polen

Die Karachi8 - Hafenarbeiter von Hutchison auch in Pakistan entlassen, weil sie Gewerkschafter sind...Gewerkschafter in Karachi wurden von der Hafenlogistikfirma Hutchison Ports entlassen, weil sie sich für eine respektvolle und faire Behandlung ihrer Gewerkschaftskolleg*innen eingesetzt haben. Die Entlassung von Marvia, Khaled, Nizzar, Walid, Norman, Kamaran, Mueed und KM ist der neueste Angriff auf Mitglieder und Aktive der SAPT Democratic Workers’ Union (SAPTDWU) in einer Reihe von union-busting Bemühungen durch Hutchison. Zuvor hatte das Unternehmen vergeblich versucht, SAPTDWU gerichtlich die Legitimität als Gewerkschaft abzusprechen. Insgeheim wurde eine andere Gewerkschaft in Islamabad registriert. Erdichtete Sabotage Vorwürfe resultierten in einer 9-tägigen Inhaftierung von zwei Gewerkschaftern. In Zuwiderhandlung eines Gerichtsbeschlusses hat Hutchison nun acht SAPTDWU Gewerkschafter entlassen…“ – aus dem Solidaritätsaufruf „Pakistan: Wiedereinstellung der Karachi 8“ seit dem 21. Juni 2019 bei Labourstart externer Link und bereits mit über 7.000 UnterzeichnerInnen. Siehe dazu auch den Solidaritätsaufruf gegen die Willkür Hutchisons gegen einen polnischen Gewerkschafter – und den Hinweis auf frühere Berichte im LabourNet Germany zur antigewerkschaftlichen Vorgehensweise des berüchtigten Unternehmens:

  • „Polen: Hutchison Ports soll Gewerkschaftsaktivist Marek Szymczak wieder einstellen“ ebenfalls seit 21. Juni 2019 bei Labourstart externer Link ist einerseits ein weiterer Solidaritätsaufruf – und andererseits Beleg dafür, dass es sich um eine globale antigewerkschaftliche Strategie handelt: „… Marek hatte sich für sicherere Arbeitsbedingungen für Beschäftigte am Hutchinson Terminal in Gdynia eingesetzt. Seine Forderungen waren: die Reduzierung von Outsourcing, kürzere Arbeitszeiten und eine andere Arbeitskultur, die nicht auf maßlos vielen Überstunden beruht, sowie ein Tarifvertrag, der höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für die Hafenarbeiter*innen in Gdynia garantiert.
    Zu dieser Zeit arbeiteten die Beschäftigten im Terminal regelmäßig mehr als 16 Stunden am Tag, mit einem System, bei dem die ersten 8-10 Stunden von Hutchinson aufgezeichnet wurden und alle weiteren Stunden von einer externen Firma abgerechnet wurden. Es gab ernsthafte technische Sicherheitsrisiken durch den Verschleiß von Ausrüstung und abnehmende Investitionen. Im Mai 2017 hatte Marek einen Arbeitsunfall. Mit Zustimmung seines Arztes nahm er im Juni 2017 an einem internationalen Treffen junger Hafenarbeiter*innen in Antwerpen teil. Hutchison beauftragte einen privaten Ermittler um Mareks Aktivitäten zu verfolgen, während er krankgeschrieben war, und kündigte ihm wegen Leistungsmissbrauch. Gewerkschaftsmitglieder sehen die Entlassung von Marek als Einschüchterungstaktik gegenüber NSZZ Solidarność und den gewerkschaftlich Aktiven. Zwei Jahre lang hat Marek für seine Wiedereinstellung gekämpft und nun bitten er und NSZZ Solidarność um internationale Solidarität und um Ihre Unterstützung
    …“