Die AKP organisiert die nächste Verhaftungswelle gegen Journalisten: Freiheit für Adil Demirci!

Adil_DemirciIn der Türkei wurde ein weiterer deutscher Staatsbürger festgenommen. Adil Demirci, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit besitzt, und als Übersetzer für die Nachrichtenagentur ETHA (Etkin Haber Ajansı) tätig ist, war mit seiner Mutter im Urlaub in Istanbul. Donnerstagnacht führte die Polizei in dem Haus im Istanbuler Stadtviertel Kartal, wo er sich aufhielt, eine Razzia durch. Zur gleichen Zeit wie Demirci wurden noch zwei weitere für ETHA tätige Journalistinnen festgenommen. Demirci, der eigentlich am Samstag mit seiner Mutter nach Deutschland zurückkehren wollte, wurde zur Anti-Terror-Abteilung im Polizeipräsidium Istanbul gebracht. (…)  Kaya sagte, wegen des Ausnahmezustands sei Geheimhaltung über den Fall verhängt worden, und: „Wir verstehen das Vorgehen als Teil der Operationen gegen ETHA. Wir wissen nicht, warum er festgenommen wurde. Vermutlich geht es um Posts in den sozialen Medien, wie es in letzter Zeit häufig der Fall ist.“ Bei seiner Einreise habe es am Flugplatz keinerlei Probleme gegeben, deshalb vermutet Kaya, dass die Ermittlungen gegen Demirci erst innerhalb der letzten Woche eingeleitet worden seien. Die Ermittlungen gegen Semiha Şahin und Pınar Gayıp, die zeitgleich festgenommen wurden, bezögen sich auf eine andere Akte, so Kaya“ – aus dem Artikel „Ein weiterer Deutscher in der Türkei festgenommen“ von ALI ÇELIKKAN am 13. April 2018 in der taz gazete externer Link worin auch noch daran erinnert wird, dass der Prozess gegen seine Kollegin Mesale Tolu am 26. April beginnen soll. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag sowie den Solidaritätsaufruf der Roten Hilfe – auch zu einer Aktion am Kölner Hauptbahnhof am Montag, 16. April:

  • „Journalisten in Istanbul verhaftet“ von Kevin Hoffmann am 14. April 2018 in der jungen welt externer Link worin unter anderem berichtet wird: „Auch die deutsche Journalistin Mesale Tolu bestätigte die Festnahme Demircis. Über den Kurznachrichtendienst Twitter schrieb sie: »Adil Demirci ist sowohl türkischer als auch deutscher Staatsbürger und war nur zum Urlaub in der Türkei.« Tolu und Demirci arbeiten beide für die sozialistische Nachrichtenagentur Etkin. »Wir sorgen uns um Sicherheit und Wohlbefinden unseres Sohnes. Seine Verhaftung zeigt, dass die Gegner der AKP-Diktatur keine Sicherheit haben und die Türkei sich in ein großes Gefängnis verwandelt«, so Demircis Vater weiter zu jW. In einer Erklärung fordert die Föderation der Arbeitsimmigranten in Deutschland (AGIF) die sofortige Freilassung Demircis. Laut AGIF engagiert sich Demirci seit Jahren für gleiche soziale und politische Rechte für Migranten und Deutsche. Im Rahmen der Initiative für die Freilassung von Mesale Tolu beteiligt er sich zudem an den wöchentlichen Kundgebungen und Informationstischen für ihre Freilassung“.
  • „Rote Hilfe e.V. fordert Freilassung des Journalisten Adil Demirci“ am 13. April 2018 auf der RH Webseite externer Link ist der Solidaritätsaufruf, in dem von einem Sprecher unterstrichen wird: „„Es darf doch nicht sein, dass das türkische Regime nach Gutdünken kritische Journalist*innen verhaften kann, die noch dazu teilweise im Besitz eines deutschen Passes sind. Damit zeigt das Regime einmal mehr, dass es sich in einem offenen Krieg gegen seine Gegner*innen befindet. Tausende politische Gefangene sitzen bereits in den Kerkern Erdogans und es werden immer mehr. Gegen diese brutale Repression müssen linke Organisationen, Soziale Bewegungen, Menschen- und Bürgerrechtler*innen, journalistische Verbände und Gewerkschaften gemeinsam auftreten und die Meinungs- und Pressefreiheit verteidigen. Wir fordern die sofortige Freilassung Adil Demircis und seiner inhaftierten Kolleg*innen. Die Rote Hilfe e.V. rät kritischen Journalist*innen wie linken Aktivist*innen derzeit dringend von beruflichen und privaten Reisen in die Türkei ab.“ Die Rote Hilfe e.V. unterstützt Aktivitäten für die Freilassung von Adil Demirci und seiner Kolleg*innen. Am Montag findet in Köln ab 18.30 Uhr vor dem Hbf eine Solidaritätskundgebung statt“.