Arbeitsgerichtsverfahren von Beiersdorf gegen die Schwerbehindertenvertreterin Gaby T.

Dossier

Solidarität gefragt! (LabourNet Germany)Gaby T. ist Vertrauensperson für Schwerbehinderte bei Beiersdorf. Ihr wird Arbeitszeitbetrug vorgeworfen: Strittig sei der Punkt, ob die von ihr geführten Gespräche mit Kollegen zum BEM (Betrieblichen Eingliederungsmanagement) BEM-Gespräche im formalen Sinne sind. Die Arbeitgeberin behauptet, es habe an den fraglichen Tagen keine BEM Gespräche gegeben und stellte daher eine Zahlungsaufforderung für diese angeblich nicht geleisteten Arbeitsstunden in Höhe von € 9.510,72 aus. Dadurch drohen ihr und ihrem Sohn Pfändung bis zum Selbstbehalt. Hintergrund des Konflikts: Gaby T. gehört zur Gruppe “Gemeinsam Stark”, die sich vor vier Jahren gründete und die Betriebsratswahl von 2014 erfolgreich anfocht. Sie und eine frühere Betriebsrätin erhielten schon etliche Abmahnungen. Und die IG BCE verweigert den Rechtsschutz… LabourNet Germany kennt den Fall ausführlich und bittet um solidarische Unterstützung beim Zustimmungsersetzungsverfahren (Gütetermin) am Donnerstag, 15.12.2016. Siehe dazu neu:

  • Donnerstag, 14.12.2017: Urteilsverkündung  im Verfahren Beiersdorf AG gegen die von den schwerbehinderten Mitarbeitern gewählte „Vertrauensperson für Schwerbehinderte“ Gaby T.
    Urteilsverkündung in der Betriebsverfassungssache Zustimmungsersetzung zur Kündigung der Vertrauensperson für Schwerbehinderte Gaby T. (Aktenzeichen: 1 Ta BV 2/17) und Kammertermin zur Rücknahme von Abmahnung  und unberechtigte Stundenstreichung vom Arbeitszeitkonto am 14.12.2017 um 11:00 Uhr!!! im Landesarbeitsgericht Hamburg. 4.Stock, Saal 419, Osterbekstraße 96
  • 31.8.2017: Berufungsverhandlung von Gaby T./Beiersdorf AG beim Landesarbeitsgericht Hamburg 
    Die Kollegin T. gehört zur Liste „Gemeinsam Stark“ bei Beiersdorf. Sie wehrt sich gegen Pauschale Arbeitszeitstreichung (458,77 Stunden) durch die Arbeitgeberin wegen ehrenamtlicher Tätigkeit als Vertrauensperson für Schwerbehinderte Rücknahme einer Abmahnung wegen Teilnahme an der Gerichtsverhandlung und gegen die außerordentliche Kündigung als Vertrauensperson für Schwerbehinderte. Der Termin: Donnerstag 31. August 2017, 11:00 Uhr, Saal 419 beim LAG Hamburg, Osterbekstraße 96
  • Urteil zu der skandalösen, von der Arbeitgeberin initiierten außerordentlichen Tatverdachtskündigung der Schwerbehinderten-Vertreterin (SBV) Gaby T. (Beiersdorf AG)
    Seit Anfang Juni 2016 will die Arbeitgeberin die SBV Gaby T., Mitglied der Betriebsgruppe  „Gemeinsam starK“, wegen angeblichen Arbeitszeitbetrug aus dem Unternehmen freisetzen. Nach einigem Hin und Her hat die Richterschaft am Hamburger Arbeitsgericht am 19.01.2017, ein Urteil zu Ungunsten von Gaby gefällt. Das Gericht folgte weitestgehend der Argumentation der Arbeitgeberin.  Ein Skandal aus Sicht der engagierten Arbeitnehmer/Innen. Es ging hauptsächlich um eine Formulierung aus dem von der Arbeitgeberin erzwungenen Tätigkeitsbericht, der sich um offizielle bzw. inoffizielle BEM-Gespräche (BEM heißt betriebliches Eingliederungsmanagement) rankte (§84, SGB IX). Nach Rücksprache mit unseren Rechtsanwälten werden wir nach der Urteilbegründung  fristgerecht in die Berufung gehen. Gemeinsam sind wir stark! Wir kämpfen gemeinsam mit unseren Netzwerken für Gerechtigkeit.  Bitte unterstützt uns weiterhin mit euer Solidarität.” Erklärung der Betriebsgruppe „Gemeinsam stark“ bei Beiersdorf Hamburg. Siehe dazu:
  • Skandalöses Urteil zu skandalöser Tatverdachtskündigung!
    Uns erreichte die Erklärung der Betriebsgruppe „Gemeinsam stark“. KollegInnen von GewerkschafterInnen gegen Fertigmacher waren am letzten Donnerstag auf der von zahlreichen Beiersdorf-KollegInnen und UnterstützerInnen besuchten Verhandlung vor dem Hamburger Arbeitsgericht. Wir waren der Meinung, daß es auf einen „Freispruch“ für die Kollegin T. hinauslaufen würde, schlimmstenfalls auf den Vorschlag eines Vergleichs des Arbeitsgerichtes. Durch das Urteil waren alle geschockt. Unserer Meinung schloß sich das Arbeitsgericht der seit Jahren zunehmenden Praxis des Fertigmachens von aktiven GewerkschaftskollegInnen (Union Busting) an. Wir hoffen nicht, daß das zu einem Präzedenzfall in der Arbeitsgerichtspraxis der Republik wird! Die Geschäftsführung von Beiersdorf AG, die nach außen hin Wert legt auf auf einen fairen und sauberen Ruf, ließ sich von der republikweit bekannten Anwaltskanzlei Norton, Rose, Fulbright vertreten. Wir begrüßen, daß die Kollegin T. in die Berufung geht…” Kommentar und Hintergründe vom 25.1.2017 bei der Gewerkschaftslinken Hamburg externer Link