Bündnis »Widerstand Mai 31 - Solidarität ist kein Verbrechen«Etwa 200 Menschen demonstrierten am Abend des Mittwoch, 09. Mai 2018 in Ellwangen – gegen den Polizeieinsatz im Abschiebelager und gegen die extrem einseitige Medien-Berichterstattung durch freiwillige Helfer der Polizei-Pressestellen. Und sie haben mit dieser Demonstration Erfolge zu verzeichnen: Zum einen gab es, an verschiedenen Orten der Bundesrepublik etwa zum selben Zeitpunkt einige Solidaritätsdemonstrationen (über eine davon, als Beispiel, siehe weiter unten). Zum anderen aber konnten erstmals in breiterem Umfang die Ansichten der betroffenen des Polizeiangriffs in den größeren Medien Platz finden. Einigen Platz, wenigstens. Was an der gesamten rechten Hetzkampagne nichts ändert, die von den Nazis bis zur Regierungskoalition organisiert worden war – und weiterhin wird. Zur Demonstration und ihren Ergebnissen drei aktuelle Beiträge, sowie der Verweis auf den letzten unserer bisherigen Beiträge:

  • „Die Brüder des Togoers“ von Jean Pierre Ziegler am 09. Mai 2018 bei Spiegel Online externer Link berichtet über die Demonstration am Abend: „Die Nachmittagssonne scheint auf Ellwangen, als die Rufe durch die Gassen des Städtchens hallen. “We did not fight the police”, ruft ein Mann ins Mikrofon. Mit ihm laufen 200 Menschen durch das Zentrum der Kleinstadt in Baden-Württemberg. Sie wollen sich Gehör verschaffen, ihre Sicht der Dinge verbreiten. Ellwangen – das ist eigentlich kein Name mehr für eine Stadt, sondern Chiffre geworden. Für eine Abschiebung die in der Nacht zum vorvergangenen Montag misslang. Für den Rechtsstaat, der angeblich kapituliert. Für die Antwort der Polizei, für Sturmhauben und kugelsichere Westen. Und für eine Debatte, in der die Flüchtlinge zu spät zu Wort kamen. Dieses Gefühl haben hier zumindest viele, auch Isaiah Ehrauyi. Er steht auf dem Marktplatz in Ellwangen. Ein kleiner, kräftiger Mann, 24 Jahre alt. Seit sechs Monaten lebt er in der Unterkunft, wo Polizisten die Abschiebung unterbrachen. Ehrauyi verließ seine Heimat Nigeria, um hier ein besseres Leben aufzubauen, wie er auf Englisch erzählt. Er hat die Demonstration organisiert. “Wir wollen der Gesellschaft sagen, dass wir die Polizisten nicht angegriffen haben.” Er war dabei, in jener Nacht. Niemand habe ein Auto beschädigt, man habe den Wagen auch nicht umringt. Die Polizei stellt das anders dar“.
  • „Ein besonders lauter Schrei“ von Christian Jakob am 09. Mai 2018 in der taz externer Link berichtet unmittelbar vor der Demonstration: „Der grüne Bürgermeister Volker Grab sagt, bei dem Gespräch sei „ganz deutlich geworden, dass die Menschen Angst hätten, nach Italien zurück geschickt zu werden. „Da leben sie auf der Straße.“ Ursprünglich sollte die Kundgebung der Flüchtlinge vor dem Polizeirevier von Ellwangen enden. Dies hatte die Stadt allerdings untersagt – aus „Sicherheitsgründen“ sagt Grab. Das Revier habe nur eine Ausfahrt und die dürfe nicht blockiert werden. Ausweichort sei ein Platz an einer nahe gelegenen Straße. „Das war mit den Veranstaltern so Konsens“, sagte Grab. „Ja,“, sagt der, „wir haben die Ausfahrt gesehen, das war okay für uns. „Wir haben uns über vieles verständigt“, sagt Alassa über das Gespräch. Polizei und Bürgermeister „haben uns Sympathie gezeigt, aber die kommt etwas spät. Wir hätten ihnen gern schon vor langer Zeit von unseren Problemen mit Dublin erzählt. Aber darüber konnten wir nie mit jemandem sprechen. Und jetzt wollen wir den Menschen in Ellwangen unsere Unschuld erklären.“ Doch bislang sind nicht viele Ellwanger zur Mahnwache erschienen. Einige angereiste Unterstützer verteilen Flugblätter, die Flüchtlinge bereiten die Pressekonferenz vor, die sie am frühen Abend geben wollen“.
  • „Solidarität mit dem Protest in Ellwangen!“ am 09. Mai 2018 bei de.indymedia externer Link ist ein ganz kurzer Bericht aus Lüneburg über eine der Solidaritätsaktionen mit der Demonstration in Ellwangen, worin es heißt: „In Lüneburg haben sich heute einige Menschen mit den Protesten und denen von Repression betroffenen Menschen in Ellwangen solidarisiert. Wir sehen euch, der Weg zur Demo ist sehr weit von hier oben, daher “nur” ein SoliPhoto. Solidarische Grüße aus Lüneburg!“.