Die Polizei und ihre Chemiewaffen: Tödliche Waffen!

Französischer Polizeistaat gegen Demonstranten - Paris am 29.11.2015Ein Fall ereignete sich am Montag in Hamburg. Ein Patient der psychiatrischen Abteilung eines Krankenhauses sollte zu einem Gerichtstermin gebracht werden. Die Richter hatten die Aufgabe, über die Unterbringung des 57-Jährigen in einer Psychiatrie zu entscheiden. Der Mann habe sich laut Polizei jedoch gegen die Maßnahme gewehrt und mit Holzstäben in einer Toilette des Krankenhauses verschanzt. Die Pflegekräfte riefen die Beamten zu Hilfe. Diese hätten nach eigenen Angaben die Toilettentür geöffnet und den Patienten unter Einsatz von Pfefferspray überwältigt. Pfleger verabreichten ihm ein Beruhigungsmittel und fixierten ihn. Der Mann verlor daraufhin das Bewusstsein, am Dienstag starb er im Krankenhaus. Das Landeskriminalamt soll die Todesursache klären. Der zweite Fall geschah nur wenige Tage zuvor in Hannover. Anwohner hatten am Wochenende die Polizei alarmiert, weil ein Mann auf der Straße randaliert und Fahrzeuge beschädigt hatte. Als die Beamten eintrafen, habe der 39-Jährige nach Angaben der Ermittler auch mit einer Eisenstange auf den Einsatzwagen eingeschlagen und die Polizisten mit Steinen beworfen. Die Beamten hätten daraufhin Pfefferspray eingesetzt. Der Mann sei sofort zusammengebrochen und habe das Bewusstsein verloren. Er verstarb noch am selben Tag im Krankenhaus…“ – aus dem Beitrag „Pfefferspray-Einsätze mit Todesfolge“ von Sebastian Bähr am 22. August 2018 in neues deutschland externer Link über den Einsatz dieser Waffe, deren Einsatz seit 1972 verboten ist. Im Krieg… Siehe zu diesen beiden Fällen einen weiteren aktuellen Beitrag und unseren ersten dazu:

  • „Lebensgefährliches Reizgas“ von Kristian Stemmler am 24. August 2018 in der jugen welt externer Link, worin noch hervor gehoben wird: „Diese jüngsten Fälle belegen aus Sicht der Nichtregierungsorganisation Amnesty International, dass »für bestimmte Risikogruppen« – genannt werden Asthmatiker, Allergiker und Menschen mit psychischen Störungen – der Einsatz von Pfefferspray tödlich enden kann. Dies teilte die Organisation am Mittwoch auf ihrer Internetseite amnesty-polizei.de mit. Darin wird auch vor dem zunehmenden Einsatz sogenannter non-lethaler, also offiziell nicht-tödlicher, Mittel gewarnt. So seien beispielsweise »immer mehr Bundesländer« bestrebt, Elektroschockpistolen (engl.: Taser) als Standardausrüstung für Streifenpolizisten einzuführen. Das Problem von Kampfmitteln wie Pfefferspray und Tasern ist, dass sie üblicherweise »nur« zu Verletzungen, aber nicht zum Tod führen. Dieser Umstand senkt bei Sicherheitskräften weltweit die Hemmschwelle und führt zu größerer Bereitschaft, damit verstärkt gegen Zivilisten vorzugehen. Womöglich würden die beiden Männer heute noch leben, hätte die Polizei nicht zu »non-lethalen« Mitteln gegriffen…