Die Kampagne gegen die „Clans“ wird weiter geführt – auch International: Ausweitung der polizeilichen „Grauzone“

Polizei stürmt Greif-Besetzung - nach Gewerkschaftsdeal?„… Allein in Nordrhein-Westfalen leben laut dem Landeskriminalamt rund hundert solcher Familien. Zentrum der Clan-Kriminalität ist Essen im Ruhrgebiet. Mehr als 2400 Straftaten ordneten die Behörden dort in den vergangenen drei Jahren türkisch-arabischen Grossfamilien zu. In Nordrhein-Westfalen waren es im selben Zeitraum 14 000 Straftaten, zu denen rund 6500 Tatverdächtige aus dem Clan-Milieu ermittelt wurden. Immer wieder gerät Essen in die Schlagzeilen: Einmal verprügeln Minderjährige vor einer Shisha-Bar eine Polizistin, ein andermal schlägt eine Horde Jugendlicher minutenlang auf einen 18-Jährigen ein, weil er sich in ein Mädchen aus einer verfeindeten Grossfamilie verliebt hat. Beim Besuch in Essen zeigt sich, wie die Clans den gesellschaftlichen Frieden gefährden und die Polizei in einen Kampf gezogen haben, dessen Ausgang offen ist…“ – aus dem Beitrag „Essen: Die Clan-Hochburg im Ruhrgebiet“ von Jonas Hermann am 07. August 2019 in der NZZ online externer Link – der nicht gerade großzügig mit der Bekanntgabe seiner Quellen ist… Siehe dazu auch einen weiteren Beitrag, der deutlich macht, dass diese Kampagne nicht nur in NRW geführt wird – und den Hinweis auf unseren ersten Beitrag zum Thema:

  • „Mit harter Hand in zweifelhafter Mission gegen vermeintliche Clans“ von Jorinde Schulz am 01. August 2019 in der Freiheitsliebe externer Link beginnt so: „„… Razzia. Das Wort ist aus dem Arabischen abgeleitet. „Ghazwa“ bedeutet Kriegszug, Raubzug, Invasion. Auf Kriegszügen durch den Norden Neuköllns sind seit Anfang des letzten Jahres auch Ordnungsamt, Zoll, Steuer, Polizei und eine Armada von Hauptstadtmedien regelmäßig unterwegs. Angeführt von Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) stürmen sie im Großaufgebot die Bars und Shisha-Cafés. Mit den sogenannten „Verbundseinsätzen“ möchte Hikel die sogenannte „Clan-Kriminalität“ bekämpfen. Martin Hikel sitzt auf dem Bürgermeister-Posten des meistgefürchteten Stadtteils der Bundesrepublik. Als Nachfolger des selbsternannten rassistischen Klartext-Redners Buschkowsky und der zur Familienministerin aufgestiegenen und durch einen Plagiatsskandal schon fast wieder entthronten Franziska Giffey. Neuköllner Bezirkspolitik ist Karriererampe für republikweiten Fame. Denn unser vermeintlich vermüllter und vom Verbrechen gebeutelter „Problembezirk“ verleitet zur Projektion von Chaos und Anarchie und drängt sich ambitionierten Kommunalpolitikerinnen und -politiker folglich für Inszenierungen als Aufräumtruppe geradezu auf. Das hat die SPD begriffen. Auch auf die CDU-Regionalkonferenz im letzten Herbst schaffte es Neukölln als Metapher für eine erodierende Ordnung, die dringend Durchgreifen erfordert, gleich mehrmals…“