Die wichtigsten Zahlen und Fakten zur Asyldebatte

Refugees welcome!“… Mit Zahlen und Fakten den verbreiteten Vorurteilen in der Asyldebatte begegnen. 2015 war es in Deutschland weit verbreitete Überzeugung, dass die zu uns Geflüchteten ein Anrecht auf Schutz und Aufnahme haben. Inzwischen hat sich die öffentliche Stimmung gedreht – ohne dass an der Not der Menschen, die zu uns kommen, irgendetwas anders wäre (…) die Türkei gehört mittlerweile zu den Hauptherkunftsländern bei Asylerstanträgen in Deutschland. (…) Im ersten Halbjahr war die Zahl der Asylerstanträge mit 73.000 um fast 11% geringer im Vergleich zum selben Zeitraum 2018. (…) Die Bundesregierung rechnet für das Jahr 2019 mit einer Zuwanderung von 140.000 – 150.000 Personen und damit deutlich unter dem im Koalitionsvertrag vereinbarten »Korridor« von 180.000 – 220.000. (…) Da die Zahl der »freiwilligen Ausreisen« statistisch nicht erfasst wird und viel höher liegt als allein die statistisch erfassten geförderten Ausreisen, kann davon ausgegangen werden, dass die »Netto-Zuwanderung« im Flüchtlingsbereich bei deutlich unter 50.000 liegt, d.h. bis Ende des Jahres bei weniger als 100.000. (…) Die faktische Zuwanderung von Geflüchteten ist also gerade einmal halb so hoch wie der von Innenminister Seehofer durchgesetzte Korridor. Dem stehen erhebliche freie Aufnahmekapazitäten in Deutschland gegenüber. (…) Dass die Zugangszahlen in Deutschland erneut deutlich zurückgehen, obwohl sich die Situation in den meisten Herkunftsländern nicht verbessert oder zum Teil sogar verschärft hat, hat vor allem mit zunehmender europäischer Abschottung, immer restriktiveren Gesetzen sowie einer äußerst rigiden Abschiebungspraxis zu tun. (…) Die zunehmend restriktive BAMF-Linie wird von den Verwaltungsgerichten häufig nicht mitgetragen: Eine Vielzahl an Bescheiden des BAMF wird von den Verwaltungsgerichten als mangelhaft oder falsch erachtet und aufgehoben. Im ersten Quartal betraf dies über 6.000 Schutzsuchende oder 27% aller inhaltlich durch Gerichte überprüften Entscheidungen. (…) Angesichts der Tatsache, dass nach wie vor mehr als ein Viertel aller BAMF-Asylbescheide mangelhaft oder falsch sind und den Betroffenen von den Verwaltungsgerichten immer noch zu Tausenden ein (besserer) Schutzstatus zuerkannt wird, sollte das BAMF sich vor allem um eine Überprüfung seiner negativen Bescheide kümmern…” Infos zusammengestellt von Pro Asyl vom 17. Oktober 2019 externer Link