Gefährliche Orte Abschiebelager: Jedenfalls nicht für die Polizei und Geschäftemacher

Gegen Lagerzwang! Für ein humanes Bleiberecht!Auch mit der Firma Fair Guards arbeitet die Einrichtung weiter zusammen. Ehemalige Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes, die ihren Job verloren haben, hoffen immer noch, dass die AEO den Sicherheitsdienst wechselt. Aktuelle und ehemalige Bewohner_innen wie Fofana sehen das Problem aber eher strukturell: »Selbst wenn das Unternehmen gewechselt werden sollte, würde das Gleiche wieder passieren«. Fofana ist der Meinung, dass der deutsche Staat dem AEO-Sicherheitspersonal das Mandat erteilt hat, die Asylsuchenden mit Negativbescheid oder »schlechter Bleibeperspektive« zu misshandeln. Denn die Funktion des Abschiebelagers innerhalb der AEO besteht darin, ausreisepflichtige Personen, die sich zum Beispiel wegen fehlender Reisedokumente als schwer abschiebbar erweisen, mit fast allen Mitteln zur Selbstabschiebung zu drängen. Und tatsächlich ist die tägliche Brutalität der Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes für viele meiner Interviewpartner_innen eine Hauptmotivation gewesen, Bamberg zu verlassen. Neben Amadou Fofana, Pape Seck, Malick Cissé und Modou Kujabi sind zahlreiche andere Asylsuchende weiter in andere europäische Länder geflüchtet. Nach Ansicht der Bewohner_innen ist es die Polizei, die die Gewalt vollendet. Als Aarona Kumba mit Pfefferspray in der Kantine angegriffen wurde, trafen bald 15 Streifenwagen ein, um die »gefährliche« Lage zu sichern. Die Polizei beschrieb die von der Gewalt empörten Bewohner_innen als einen aggressiven Mob von »Schwarzafrikanern«, die bereit waren, »weitere Straftaten« zu begehen. Die Asylsuchenden werden bei Polizeieinsätzen nicht befragt. Normalerweise setzt die Polizei nicht einmal Dolmetscher_innen für Sprachen ein, die die Opfer gut verstehen würden. Ehemalige Mitarbeiter des AEO-Sicherheitsdienstes haben bestätigt, dass das Sonderteam das Monopol zu haben schien, über gewalttätige Zwischenfälle intern und bei der Polizei zu berichten. Die Polizei hat in dieser Zeit zahlreiche vom Sonderteam gefesselte Asylsuchende zur Festnahme abgeholt…“ – aus dem ausführlichen Beitrag „Organisierte Kriminalität“ von Aino Korvensyrjä am 21. August 2018 in der Ausgabe 640 von analyse&kritik externer Link, worin anhand zahlreicher Berichte aus dem Lager-Alltag ein Bild entsteht, dass sie tatsächlich ein gefährlicher Ort sind (wie es das bayerische Polizeigesetz festlegt) – für die Inhaftierten…