20.3.2017: Wiesenhof-Schlachtfabrik in Königswusterhausen/Niederlehme blockiert“Vor dem Hintergrund fehlender Beschäftigungsalternativen unterwerfen sich Wanderarbeiter den vorschriftswidrig ungünstigeren Arbeits- und Lohnbedingungen. Wenn die disziplinierende Macht des Marktes nicht ausreicht, wenden ausbeuterische Arbeitgeber bewusst auch kriminelle Mittel an, um Wanderarbeiter gefügig zu machen: So werden Arbeiter vorsätzlich falsch informiert, mit Lohnabzügen oder Entlassung bedroht und im Extremfall mit Androhung oder sogar Anwendung von Gewalt eingeschüchtert. Die fehlende Rechtssicherheit und Konfliktfähigkeit der Wanderarbeiter stellt eine erhebliche Verwundbarkeit dar, die von unseriösen Arbeitgebern skrupellos ausgenutzt wird…” Bericht, Teil 1, vom 24. Januar 2019 von und bei Schattenblick externer Link und der Teil 2 sowie 2 Interviews:

  • Großschlachtung – Werkverträge und Profite …  Teil 2
    In der Regel haben sie nur befristete Arbeitsverträge, oft in Kettenbefristungen. Man trifft Leute, die seit vier, fünf Jahren in ein und der selben Fabrik arbeiten, aber nie Arbeitsverträge haben, die länger andauern als ein Jahr. Dieselben Eigentümergruppen besitzen oft eine Vielzahl solcher Werkvertragsfirmen und die Beschäftigten werden oft von einem Unternehmen ins nächste geschoben. So kann man sie praktisch endlos in befristeten Verträgen beschäftigen, muss ihnen nie mehr als den Mindestlohn zahlen und hält sie zugleich in einem sehr rechtlosen Status. Es gibt illegale Lohnabzüge für Messer und Arbeitsbekleidung. Es werden weniger Stunden bezahlt, als die Leute tatsächlich arbeiten, Umkleide- und Wegezeiten, Zeiten, die die Leute brauchen, um die Messer zu schärfen, sogar Zeiten, in denen die Fließbänder aus technischen Gründen stillstehen, werden oft nicht bezahlt. In der Regel vermietet der Arbeitgeber auch die Unterkünfte und verdient auf diese Weise zweimal...” Bericht vom 24. Januar 2019 von und bei Schattenblick externer Link
  • Großschlachtung – Ansprechpartner in der Not … Norbert Wagner im Gespräch
    Der Ingenieur Norbert Wagner aus Lägerdorf in Schleswig-Holstein ist Vorsitzender des Betriebsrats beim Zementhersteller Holcim wie auch des Europabetriebsrats des Konzerns und ehrenamtlicher DGB-Vorsitzender im Kreis Steinburg. Nachdem seine aus Rumänien stammende Ehefrau Lucia als ehrenamtliche Übersetzerin für rumänische Angestellte eines Fleischwerks angefragt worden war, wurde er mit der Situation der osteuropäischen Beschäftigten bei Werkvertragsfirmen in dieser Branche konfrontiert. Am 9. Januar waren die beiden zusammen mit weiteren Aktivistinnen und Aktivisten beim Jour Fixe der Hamburger Gewerkschaftslinken im Curio-Haus zu Gast, wo sie von den immer wiederkehrenden Problemen bei den Arbeits- und Wohnverhältnissen dieser Menschen wie auch ihrem Engagement zu deren Unterstützung berichteten. Im Anschluß daran beantwortete Norbert Wagner dem Schattenblick einige Fragen zu seinen persönlichen Motiven, dem Ausmaß der Werkvertragsarbeit in deutschen Unternehmen, der Wahrnehmung dieser Problematik in den Gewerkschaften und der Öffentlichkeit wie auch zu möglichen Ansatzpunkten, an diesen menschenunwürdigen Verhältnissen etwas zu ändern…” Interview am 9. Januar 2019 in Hamburg bei Schattenblick externer Link
  • Großschlachtung – am Rande der Ausbeutung … Inge Bultschnieder im Gespräch
    Inge Bultschnieder lebt in Rheda-Wiedenbrück, einem Zentrum der deutschen Fleischindustrie. Neben ihrer Vollzeitarbeit als selbständige Bäckerin engagiert sie sich im Rahmen der Interessengemeinschaft WerkFAIRträge für die Bewältigung sozialer Mißstände, unter denen die meist aus Rumänien, Bulgarien und Polen stammenden MigrantInnen leiden, die bei Werkvertragsfirmen angestellt sind und in der Stadt leben und arbeiten. Im Anschluß an eine Veranstaltung der Gewerkschaftslinken Hamburg [2], bei der sie über die Schwierigkeiten im Umgang mit den Unternehmen der Fleischbranche und die Situation der WerkvertragsarbeiterInnen berichtete, beantwortete sie dem Schattenblick einige Fragen zu ihrer persönlichen Motivation, aufgrund derer sie diese Probleme nicht einfach ignorieren kann…” Interview am 9. Januar 2019 in Hamburg bei Schattenblick externer Link