Dossier

In Gedenken an die OPfer des NSU - Wandbildaktion vom Bündnis gegen Rassismus am 8. Februar 2016 in Berlin (Umbruch Bildarchiv)“… 75 Menschen sind laut der aktuellen Statistik des Bundeskriminalamts (BKA) seit der Wende 1990 durch rechte Gewalt im vereinigten Deutschland zu Tode kommen. Einige Inititiativen wie etwa die Amadeu Antonio Stiftung kommen hingegen auf weitaus höhere Zahlen. Die Erhebung der Amadeu Antonio Stiftung, die sich auf Opfer-Chroniken von Journalisten, Forschungsinstituten und zivilgesellschaftlichen Organisationen stützt, zählt mindestens 178 Todesfälle seit dem Wendejahr. (…) “In den Führungsebenen der Polizei muss umgedacht werden”, sagt Judith Porath, Geschäftsführerin der Potsdamer Beratungsstelle Opferperspektive. Auch die eigene Statistik des Vereins zu rechtsextremen Gewalttaten weicht erheblich von den staatlichen Zahlen des BKA ab. Diese kommen so zustande: Die Polizeibehörden vor Ort melden die Fälle dem jeweiligen Landeskriminalamt. Das BKA fasst die Zahlen der 16 Landeskriminalämter schließlich in seiner Kriminalstatistik zusammen. Bei der Erfassung der Delikte gebe es aber nach wie vor ein “Wahrnehmungsproblem” bei den Kriminalämtern und der Polizei – und “kein Interesse”, die Fälle richtig einzuordnen, so Porath…” Beitrag von Miguel Helm (Text) und Benedict Witzenberger (Grafik) vom 23. August 2017 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link. Siehe dazu – natürlich unsere Rubrik Vom Rechtsextremismus zum Rechtsterrorismus – die NSU-„Affäre“ – und darüber hinaus weitere Beiträge zur tötlichen Bilanz:

  • Interaktive Karte: Mindestens 169 Todesopfer rechter Gewalt in Deutschland seit der Wiedervereinigung
    “… Die Zahl der Todesopfer rechter Gewalt seit der Wiedervereinigung ist deutlich höher als von der Bundesregierung gemeldet. Diese hatte im Juni in der Antwort auf eine Anfrage von Bundestagspräsidentin Petra Pau (Linke) von 83 Toten seit der Wiedervereinigung gesprochen. Recherchen des Tagesspiegels und von „Zeit Online“ ergaben, dass seit 1990 in Deutschland mindestens 169 Menschen von Neonazis und anderen extrem Rechten getötet wurden. Bei weiteren 61 Todesopfern gibt es zumindest Indizien für ein rechtes Motiv des Täters…” Recherchiert und zusammengestellt von Frank Jansen, Heike Kleffner, Johannes Radke und Toralf Staud beim Tagesspiegel online vom 27. September 2018 externer Link
  • Nazi-Morde seit 1989: Mindestens 312 Nazi-Morde erwiesen, Hunderte werden noch „untersucht“
    Plakat "Nazi-Morde seit 1989" von GewerkschafterInnen und Antifa gemeinsam gegen Dummheit und ReaktionDie von uns aufgeführten Nazi-Morde seit 1989 sind Ergebnis langjähriger Recherchen. Wir stützten uns dabei vor allem auf die Zahlen der Amadeu Antonio Stiftung sowie der Dokumentationsstelle der Antirassistischen Initiative Berlin (ARI). Hinzu kamen die Auswertung der Tagespresse, Angaben auf Grund parlamentarischer Anfragen und anderes. Dabei haben wir alle Todesfälle bei Anschlägen Refugee-Wohnungen und –Einrichtungen selbstverständlich als Nazi-Morde eingerechnet. Die aktualisierte Fassung des Plakats kommt im Vergleich zum Stand von 2014 aus verschiedenen Gründen nochmals zu einer höheren Zahl von Nazi-Opfern in Deutschland. 2014 musste offiziell zugegeben werden, dass 746 Tötungsdelikte mit 849 Getöteten noch „untersucht“ würden. Von diesen haben sich inzwischen etliche als Nazi-Morde erwiesen. Außerdem kamen weitere Nazi-Morde hinzu. Dazu gehört insbesondere der 10-fache Nazi-Mord im OEZ München am 22. Juli 2016, den der Staat und die meisten Medien entgegen der eindeutigen Sach- und Beweislage mit allen Mitteln als angeblich nicht nazistischen „Amoklauf“ hinzustellen versucht. Ihr könnt euch das Plakat selbst ausdrucken und in verschiedenen Formaten vervielfältigen…” Die aktualisierte Version des Plakates “Nazi-Morde seit 1989″ von und bei GewerkschafterInnen und Antifa gemeinsam gegen Dummheit und Reaktion externer Link – auch als pdf-Datei externer Link
  • Deutschlands dunkle Kapitel: Eine Chronologie rechtsextremer Übergriffe seit 1990
    “Der Brandanschlag von Solingen, dem am 29. Mai 1993 fünf Menschen zum Opfer fielen, gehört zu den folgenschwersten fremdenfeindlichen Verbrechen in Deutschland. Die ausländerfeindliche Gewalt erreichte kurz nach der Wiedervereinigung und vor dem Hintergrund hitziger Asyldebatten Anfang der 90er Jahre einen traurigen Höhepunkt. Bis heute werden jedes Jahr hunderte rechtsextrem motivierte Gewalttaten in Deutschland gezählt. MiGAZIN gibt einen Überblick über einige der unheilvollsten Anschläge seit 1990…” Chronologie vom 29. Mai 2018 von und bei MiGAZIN externer Link

Siehe dazu auch: