Ob Bautzen oder Dortmund: Nazis dürfen (nur nicht gerade die Polizei angreifen…)

Hamburger Bündnis gegen Rechts: Kein Platz für NazisAuf einer Tanzveranstaltung am Wochenende in Schönau in der Oberlausitz ist es zu Angriffen auf sorbische Jugendliche  gekommen. Laut sorbischen Augenzeugen hat es sich um Rechtsextreme aus Bautzen gehandelt. Der sächsische Linken-Politiker Heiko Kosel fordert Aufklärung.  Die antisorbischen Provokationen und Angriffe sind nach Aussagen von Augenzeugen sowohl in der Gaststätte von Schönau als auch auf dem Parkplatz davor geschehen. Bei den Auseinandersetzungen wurden mindestens zwei Personen leicht verletzt. Es wurden zwei Polizeistreifen aus Kamenz herbeigerufen. Die Polizisten nahmen die Personalien von vier Verdächtigen auf. Darunter befand sich ein 19 Jahre alter Bautzener, der einen 17-Jährigen aus Panschwitz-Kuckau durch Schläge leicht verletzt hatte. Während der Anzeigenaufnahme warf laut Polizeibericht zudem ein 18-Jähriger eine Flasche auf einen 20-Jährigen, verfehlte diesen aber knapp. (…) Nach ersten Angaben der polizeilichen Pressestelle soll es sich um Russisch sprechende junge Männer gehandelt haben, die die Sorben attackierten. Sorbische jugendliche Augenzeugen dementierten dies im Gespräch mit dem MDR. Die Randalierer haben nach ihren Aussagen szenetypische Kleidung mit Symbolen der Neonazis getragen, zum Beispiel die “88”. Die Provokationen hätten mit der Aufforderung an die sorbischen Gäste begonnen, doch Deutsch zu sprechen…“ – aus der Meldung „Attacken auf jugendliche Sorben“ am 09. Oktober 2018 beim MDR Sachsen externer Link, worin die geheimnisvolle Sicht der Polizei, dass böse Russen die Jungs ausgerechnet zum Deutsch sprechen aufgefordert hätten, nicht weiter erläutert wird… Siehe dazu auch einen weiteren Beitrag über Nazi-Treiben unter polizeilicher Aufsicht – in Dortmund:

  • „Neonazis geben sich selbstbewusst“ von Lenny Reimann am 10. Oktober 2018 in der jungen welt externer Link über die Nazi-Umtriebe in Dortmund (das gestern noch nicht in Sachsen lag) und ihre Vorgeschichte einleitend: „Die Dortmunder Neonaziszene verstärkt aktuell erneut ihre Aktivitäten. Allein seit dem 21. September führte die neofaschistische Partei »Die Rechte« an vier Tagen Kundgebungen in verschiedenen Dortmunder Stadtvierteln durch. Die letzte davon fand am vergangenen Montag mit knapp 40 Teilnehmern auf dem Sonnenplatz im Kreuzviertel statt. Insgesamt 100 Nazigegner standen diesen dort gegenüber. In den Wochen zuvor hatten die Neofaschisten gleich mehrfach für öffentliche Empörung gesorgt. So hatten sie im September die Parole »Wer Deutschland liebt, ist Antisemit!« bei einem ihrer Aufmärsche propagiert, Pyrotechnik gezündet und es damit bundesweit in die Medien geschafft. Am 3. Oktober sollen Insassen des Lautsprecherwagens der Neonazis außerdem Polizeibeamte und Gegendemonstranten mit Feuerlöschern attackiert haben. An besagtem Tag waren die Rechten in der von vielen Mi­grantinnen und Migranten bewohnten nördlichen Innenstadt aufmarschiert. Während die Dortmunder Polizei sich erst Ende September für ihren angeblich »unermüdlichen Einsatz gegen rechtsextremistische Straf- und Gewalttäter« rühmte und behauptete, dass der »jahrelange Strafverfolgungs- und Kontrolldruck« sich auszahle, sehen Linke-Politiker und Antifaschisten dies erwartungsgemäß anders. Polizei wie Lokalpolitik hätten die Existenz der starken Neonaziszene in der Stadt »über Jahre« verharmlost, »wenn nicht gar geleugnet«, kritisierte die Bundestagsabgeordnete Ulla Jelpke (Die Linke), deren Wahlkreis in Dortmund liegt, am Dienstag gegenüber jW. »Antifaschistisches Engagement wurde zugleich behindert und kriminalisiert«, sagte Jelpke. Sie mache daher die örtlichen Exekutivorgane mitverantwortlich für das immer »dreistere Agieren« der Neonazis in der Stadt…“