[16. September 2018] Antifa mobilisiert zur Gegendemonstration nach Köthen„… Das sind Beispiele einer Liste, die der Dachverband der Beratungsstellen für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt (VBRG) seit der Kundgebung in Chemnitz am 26. August zusammengetragen hat. “Seit Chemnitz haben wir deutlich mehr Fälle rassistischer Übergriffe aufgenommen”, sagt Robert Kusche, Vorstandsmitglied des VBRG. Attacken, bei denen allein die Hautfarbe oder andere äußerliche Merkmale Geflüchtete, Deutsche und Migranten zur Zielscheibe von Hasskriminalität machen, häufen sich demnach bundesweit. Auch die Amadeu-Antonio-Stiftung, die rechte Gewalt ebenfalls dokumentiert, registriert seit den Protesten in Chemnitz einen Anstieg an Übergriffen in Deutschland. Robert Lüdecke, Sprecher der Stiftung, sagt: “Wir beobachten außerdem, dass die Angriffe seit Chemnitz brutaler werden und mehr verrohte Gewalt verübt wird.” Aus seiner Sicht liegt das an dem zurückgewonnenen Selbstbewusstsein rassistischer Täter seit den Protesten in Chemnitz…“ – aus dem Artikel „Das ist wie eine Welle!“ von Helena Ott am 20. September 2018 in der Süddeutschen Zeitung online externer Link über die Ausweitung faschistischer Gewalttaten nach Chemnitz. Zu den, laut Seehofers Lieblingsagent niemals stattfindenden, Gewalttaten ein weiterer aktueller und ein Hintergrundbeitrag:

  • „Durchsuchungen nach Angriff auf Iraner“ am 21. September 2018 beim Deutschlandfunk externer Link meldet: „Nach einem fremdenfeindlichen Übergriff in Chemnitz am Freitag hat die Polizei die Wohnungen von mehreren Mitgliedern einer selbsternannten “Bürgerwehr” durchsucht.  Hintergrund seien laufende Ermittlungen wegen Verdachts auf Landfriedensbruch und der gefährlichen Körperverletzung gegen mehrere Personen, teilte das Landeskriminalamt Sachsen mit. Mitglieder der selbsternannten “Bürgerwehr” sollen eine Gruppe von Menschen angegangen und beleidigt haben; dabei erlitt ein Iraner Verletzungen…“
  • „Der Fisch stinkt von der Schwanzflosse“ von Michael Lühmann am 19. September 2018 in neues deutschland externer Link zur Beamtenschaft in Sachsen: „Es ist das immer gleiche Muster »sächsischer Demokratie«: Der Blick nach rechts ist im Kampf gegen den überall lauernden »Linksextremismus« derart eingetrübt, dass nun zwar die linke Szene in Leipzig akribisch kartographiert, rechte Fankulturen sich aber recht unbehelligt immer wieder neu formieren können. Die Früchte der »Extremismustheorie«, die vorgibt links und rechts nicht gleichsetzen zu wollen, es aber de facto nicht nur tut, sondern, wie in Sachsen, die linke Gefahr überhöht und die rechte Gefahr bagatellisiert, sie gedeihen in Sachsen besonders üppig. Zu besichtigen etwa bei einem der Väter dieser »Theorie«, Eckhard Jesse, der jüngst in der »Zeit« warnte, politisch motivierte Gewalt sei auf der Linken ausgeprägter als auf der Rechten. Nun könnte man sagen, wer Sitzblockaden gegen Brandanschläge aufrechnet, ist nicht mehr Herr (s)eines Theoriegebäudes und kann getrost ignoriert werden. Nur, dieses besonders beim Themenfeld links abrissreife Theoriegebäude vergiftet den sächsischen Diskurs seit Jahren. Die jahrzehntelange Diskreditierung zivilgesellschaftlichen Protestes, das martialische Auftreten gegenüber Antifaschisten, die Verfolgung linker Fußballfans, die Affäre um den LKA-Mann, der einen ZDF-Reporter anpöbelte, das Durchstechen des Haftbefehls von Chemnitz, das Einreichen einer Petition, die mit einem Goebbels-Bild verziert ist, durch Professor Werner Patzelt von der Technischen Universität Dresden – all das gehört in diesen Theoriezusammenhang, der die sächsische Politik, sächsisches Behördenhandeln präformiert. Die Unfähigkeit oder wohl doch der Unwille, hieran etwas zu ändern, woher könnten sie rühren?  Der »Sachsen-Monitor« von 2017 gibt Aufschluss: Der Antwortmöglichkeit »Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die die Volksgemeinschaft insgesamt verkörpert.« stimmen erschreckende 41 Prozent der sächsischen Beamtenschaft »eher« zu…“