Auch in Köthen: Ein Todesfall als Vorwand für Hetztiraden

antinazi_wuppertalWenig ist bisher klar über den Anlass – nicht: Grund – des neuerlichen Aufmarsches der Rechten nun in Köthen. Der Tod eines jungen Mannes – der zur Festnahme zweier afghanischer Asylbewerber als Verdächtiger führte – ist längst noch nicht zu Ende ermittelt. Aber wie schon in Chemnitz – und wie bei den Reaktionen der Rechten auf die dortigen Ereignisse- geht es nicht um Fakten, sondern um Stimmung machen, sprich: Hetzen und Gewalt praktizieren. „Bis 22 Uhr wollen Rechte am mutmaßlichen Tatort ausharren. Situation scheint unklar. Immer wieder lösen sich kleiner Gruppen von #Neonazis und #Hooligans und ziehen eigenmächtig durch den Ort“ – so wurde die Situation am Abend des 09. Septembers 2018 im Twitter Kanal des Jüdischen Forums für Demokratie und gegen Antisemitismus externer Link beschrieben. Siehe dazu auch einen Hintergrundbeitrag:

  • „”Trauermarsch” in Köthen- Chemnitz 2.0?“ von Antifa-Koordination 36 am 09. September 2018 bei de.indymedia externer Link bietet neben aktuellen Inforationen auch Hintergrundmaterial, unter anderem zur Nazi-Szene in Köthen: „Die Neonazistische Partei „Die Rechte“ ruft für den heutigen Sonntag bundesweit zu einem „Trauermarsch“ beginnend um 19:00 Uhr auf. Unweit der Wegstrecke des Marsches befinden sich zwei Unterkünfte für Geflüchtete. Antifaschistische Gruppen mobilisieren derweil für eine Kundgebung ab 18:00 Uhr am Bahnhof Köthen. So tragisch der Tod des 22 jährigen ist, so absehbar ist auch das Nazis es sich nicht nehmen lassen werden aus dem Tod politischen Profit zu schlagen und die Ereignisse zu instrumentalisieren. Die Stadt Köthen bietet hierfür den perfekten Nährboden. So existiert seit den frühen 90er Jahren ein gewachsene, militante und vernetzte Nazi-Szene, ähnlich wie in den umliegenden Städten Bitterfeld und Dessau. Hinzu kommt das Heute der Landesparteitag der AFD Sachsen Anhalt in Dessau stattfindet. Die AFD kündigte bereits an nach Beendigung des Parteitages nach Köthen zu fahren und sich am „Trauermarsch“ zu beteiligen. Berliner Nazis wie Sebastian Schmidtke (NPD) rufen ebenfalls dazu auf am heutigen „Trauermarsch“ in Köthen teilzunehmen. Nach der Neonazistischen Mobilisierung und der daraus entstandenen Dynamik in Chemnitz ist es realistisch das es auch in Köthen, heute, und in den nächsten Tagen zu ähnlichen Dynamiken kommt…“