Gedenken und Widerstand - 5 Jahre nach Bekanntwerden des NSU (Flyer zur Aktionswoche vom Bündnis gegen Rassismus, Oktober 2016)Das NSU-Kerntrio Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe hat sich öfter in Nürnberg aufgehalten als bislang bekannt. In der Szene wurde ein Anschlagsplan diskutiert, wie der Bayerische Rundfunk und die Nürnberger Nachrichten erfuhren. Den Recherchen zufolge hatte das rechte Netzwerk zunächst einen Bombenanschlag auf den Nürnberger Justizpalast erwogen. Laut dem Insider wurde auch über weitere Ziele  gesprochen. Am Ende gingen in Nürnberg bekanntlich drei Morde und – als mutmaßlich erste Tat – eine Rohrbombenexplosion im Lokal eines Türken auf das Konto des NSU. Anders als bislang bekannt, nahmen nicht nur Mundlos, sondern auch Böhnhardt und Zschäpe 1995 an einer Party mit mehr als hundert Neonazis in Nürnberg teil. Zu der Feier war den Recherchen von BR und Nürnberger Nachrichten zufolge auch der Neonazi Ralf Wohlleben angereist, der mutmaßlich die NSU-Mordwaffe beschaffte. Ebenfalls dabei: Holger G., der im NSU-Verfahren am Münchner Oberlandesgericht als Unterstützer angeklagt ist. Das Trio stieg nach Angaben des Insiders auch regelmäßig in einem polizeibekannten Rechtsradikalentreff im Nürnberger Stadtteil Mögeldorf ab. Versammlungsort war demnach eine Mietwohnung, die unter anderem von dem Neonazi und Holocaustleugner aus den USA, Gary L., mitfinanziert worden sein soll“ – aus dem Beitrag „NSU-Umfeld plante weitere Anschläge in Nürnberg“ am 19. April 2018 bei BR 24 externer Link über Erkenntnisse, die dann irgendwann, trotz zahlreicher geschwärzter Akten, zu Tage getreten sind. Siehe dazu einen weiteren Beitrag zu NSU in Nürnberg:

  • „Verbindungen mit fränkischer Naziszene enger als bisher bekannt: War die damalige fränkische Naziszene Teil des NSU-Netzwerks?“ am 20. April 2018 bei Nazi Stopp Nürnberg externer Link weist darauf hin: „Das NSU-Kerntrio (Mundlos, Böhnhardt, Zschäpe) sowie die in München angeklagten Neonazis Ralf Wohlleben und Holger G. bewegten sich bereits 1995 in der Nürnberger Neonazi-Szene, unter anderem in der früheren Gaststätte “Tiroler Höhe” (wir berichteten mehrfach). Auch Matthias Fischer und andere führende fränkische Neonazis sollen dabei gewesen sein. In diesen Kreisen wurde schon damals über Anschläge diskutiert, unter anderem auf das Nürnberger Justizgebäude. Ein weiterer Nazitreff, in dem das spätere NSU-Kerntrio regelmäßig abstieg, befand sich im Nürnberger Stadtteil Mögeldorf in der Marthastraße. Die drei sollen sich auch noch nach Beginn der rassistischen Mordserie in der Region aufgehalten haben. Immer mehr spricht dafür, dass relevante Teile der damaligen radikalen fränkischen Nazi-Szene dem NSU-Netzwerk angehörten. (…)  Konrad P., damaliger Ermittler, wiederholte gegenüber der Presse seine Aussage vor dem bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss, bei einer Besprechung der BAO Bosporus – mutmaßlich im Jahr 2007 – sei von einem „Nationalsozialsozialistischen Untergrund“ (NSU) die Rede gewesen, also Jahre vor der Selbstenttarnung der Rechtsterroristen. Laut nordbayern.de (20.4.18) sagte er, “dass die BAO-Leitung entweder durch einen Hinweis des Landesamtes für Verfassungsschutz aus Thüringen oder aus Sachsen von der neuen gefährlichen Gruppierung NSU in Kenntnis gesetzt worden sei“. Wenn dies zutrifft, dann haben „VerfassungsschützerInnen“ und in der Folge polizeiliche ErmittlerInnen die rassistischen Verbrecher geschützt und nicht die Verfassung. Nur am Rande: Gegen den polizeilichen Whistleblower wurde zwischenzeitlich wegen Verdachts auf uneidliche Falschaussage ermittelt“.