Dossier

Gegen Nazis - nicht nur in Wuppertal!“… Vier Polizisten und eine Polizistin des 1. Polizeireviers in der Frankfurter Innenstadt sollen mehr als ein Jahr lang in einer Chatgruppe verfassungswidrige und fremdenfeindliche Fotos, Symbole und Inhalte ausgetauscht haben. Das bestätigte Polizeipräsident Gerhard Bereswill am Montag dem hr. Die Beamten wurden demnach vorläufig suspendiert. Gegen sie laufen Straf- und Disziplinarverfahren. (…) Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ermittelt bereits wegen Volksverhetzung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Die Beamten hätten sich über einen Messengerdienst in den Jahren 2015 bis 2016 Bilder, Videos und Texte zugeschickt, die teilweise strafrechtlich relevant, volksverhetzend, fremdenfeindlich und beleidigend waren. Laut Bereswill wurden im Zuge der Ermittlungen zum einen Textnachrichten sichergestellt, die sich unter anderem gegen Flüchtlinge und Behinderte gerichtet hätten. Zum anderen seien auch Bilder und Symbole verfassungsfeindlicher Organisationen verschickt worden: “Das sind tatsächlich Hakenkreuze, Hitler-Bilder und Ähnliches gewesen”, so der Polizeipräsident. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, werde die Entlassung der fünf Polizisten beantragt, erklärte der Polizeipräsident: “Ein solches Verhalten werden wir nicht tolerieren…” Bericht der Hessenschau vom 10. Dezember 2018 externer Link, siehe dazu:

  • Nach Todesfall: Rechtsextremismus-Ermittlungen nur noch gegen 17 hessische Polizisten New
    “… Wegen des Verdachts auf rechtsextremistische Betätigung wird jetzt noch gegen 17 hessische Polizisten ermittelt. Das teilte Landespolizeipräsident Udo Münch vergangene Woche Donnerstag im Innenausschuss des Wiesbadener Landtags mit. Ursprünglich war gegen 38 Personen ermittelt worden. Sechs von ihnen seien bereits entlassen oder gekündigt worden, sagte Münch. In 14 Fällen habe sich der Verdacht auf strafrechtliches Vergehen nicht bestätigt, und ein weiterer Verdächtigter sei inzwischen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. In den übrigen 17 Fällen werde intensiv weiterermittelt. Die Vorwürfe gegen die 38 Polizisten beziehen sich den Angaben zufolge auf Fälle innerhalb der vergangenen vier Jahre. Innenminister Peter Beuth (CDU) versicherte in der Ausschusssitzung, 60 erfahrene Polizeibeamte aus dem Landeskriminalamt und allen Polizeipräsidien ermittelten mit Hochdruck, um sämtliche Verdachtsmomente umfassend aufzuklären. Zugleich wandte er sich sowohl gegen Spekulationen als auch einen Generalverdacht gegen die hessische Polizei. Ob die Behörden ausschließen können, dass die ermittelnden Polizeibeamten nicht mit rechtsextremen Gedankengut sympathisieren, ist nicht bekannt. (…) Hermann Schaus, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Hessischen Landtag, kritisiert: „Kaum eine Woche vergeht, in der nicht neue Fragen auftauchen und gravierende Vorwürfe gegen hessische Polizistinnen und Polizisten bekannt werden.“ Laut Bericht des Innenministers werden jedes Jahr gegen mindestens 3-4 Prozent aller Polizeibediensteten Verfahren geführt. „Diese Zahl ist überraschend und der Sachverhalt bedarf einer intensiven Aufarbeitung“, fordert Schaus…” Beitrag vom 13. Mai 2019 von und bei MiGAZIN externer Link
  • NSU 2.0-Ermittlungen: Verdächtiger Polizist tot aufgefunden 
    “… Der Polizeiskandal um mutmaßlich rechte Umtriebe bei der hessischen Polizei nimmt dubiose Züge an. Einer der Polizisten, gegen den ermittelt wird, ist einer Meldung der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ) zufolge bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Der 36-jährige Beamte sei am vergangenen Sonntag mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Baum gefahren. Er sei noch am Unfallort gestorben. Gegen ihn wurde wegen des Verdachts der „Verfassungsuntreue“ ermittelt. Er soll mit anderen Polizeikollegen rechtsextreme Inhalte ausgetauscht haben. (…) Der FAZ zufolge soll ein Gutachten Aufschluss darüber geben, wie es zum Unfall kommen konnte. Der 36-Jährige habe allein im Auto gesessen und sei angeschnallt gewesen. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen sagte der Zeitung zufolge, man gehe „aufgrund der Gesamtumstände“ von einem Selbstmord aus…” Meldung vom 9. Mai 2019 von und bei MiGAZIN externer Link
  • Hessische Polizei: Sechs Kündigungen nach Rechtsextremismus-Ermittlungen
    Im Zuge der Rechtsextremismus-Ermittlungen bei der hessischen Polizei sind inzwischen sechs Kündigungen oder Entlassungen ausgesprochen worden. Das teilte Hessens Innenminister Beuth im Innenausschuss des Landtags in Wiesbaden mit. Demnach hatte die Polizei bis März 38 Straf- oder Disziplinarverfahren gegen Mitarbeiter eröffnet, bei denen zumindest der Verdacht auf mögliche rechte Gesinnung bestand. Inzwischen sind dem Minister zufolge die Ermittlungen in etwas mehr als der Hälfte der Fälle abgeschlossen. Bei 14 Bediensteten erwies sich der Verdacht demnach als unbegründet. In 17 Fällen dauern die Ermittlungen an…” Meldung vom 9. Mai 2019 beim Deutschlandfunk externer Link
  • Hessen: Rechtsextremismus-Verdacht gegen 38 Polizisten 
    Die Strafverfolgungsbehörden in Hessen ermitteln laut Hessischem Rundfunk (HR) inzwischen gegen 38 Polizisten wegen rechtsextremistischer Äußerungen oder Taten. Alleine in dieser Woche seien in Mittelhessen die Wohnungen von vier Beamten durchsucht worden, berichtete Innenminister Peter Beuth (CDU) einem HR-Bericht zufolge am Donnerstag im Wiesbadener Landtag. Die Verfahren reichten zum Teil bis ins Jahr 2015 zurück, hieß es. Vier Fälle seien abgeschlossen worden, die betroffenen Polizisten entlassen oder versetzt. Rund 60 Mitarbeiter des Landeskriminalamtes arbeiteten an der Aufklärung…” Beitrag vom 22. März 2019 beim Migazin externer Link (in unserer letzten Meldung vor 2 Wochen hieß es noch “Schon zwölf Polizisten in Hessen unter Rechtsextremismus-Verdacht ” … Siehe dazu:

    • Umgekehrt zählen in Hessen? Wer trägt Uniform und ist nicht rechts…
      Die Ermittlungen wegen rechter Umtriebe bei der hessischen Polizei weiten sich aus. Gegen fast 40 Polizisten in Hessen laufen straf- und dienstrechtliche Verfahren. Innenminister Peter Beuth (CDU) sprach am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags in Wiesbaden von aktuell 23 Fällen. Dazu kämen Altfälle ab dem Jahr 2015. Die Gesamtzahl der verdächtigen Polizisten liege derzeit bei 38. Vier dieser Beamten seien bereits entlassen oder versetzt worden. Das Bundeskriminalamt ermittle, ob ein Zusammenhang zwischen der bundesweiten Serie mutmaßlich neofaschistisch motivierter Gewaltdrohungen per Mail gegen öffentlich herausgehobene Personen und den Drohschreiben an eine türkischstämmige Frankfurter Anwältin unter dem Kürzel «NSU 2.0» bestehe. Das letzte Drohfax an die Juristin sei Mitte Januar eingegangen, sagte Beuth. Hintergrundwissen über die Anwältin war aus dem polizeilichen Informationssystem eines Computers einer Beamtin des 1. Reviers in Frankfurt abgefragt worden…“ – aus der Meldung „Profaschistische Beamte: Ermittlungen gegen Dutzende hessische Polizisten“ am 21. März 2019 in der jungen Welt externer Link über die kontinuierlich anwachsende Zahl von „Verdachtsfällen“ in Hessens Polizei
  • NSU 2.0: Schon zwölf Polizisten in Hessen unter Rechtsextremismus-Verdacht 
    Hessens Polizei kommt nicht zur Ruhe. Die Berichte über rechtsextreme Verdachtsfälle mehren sich. Mittlerweile wird gegen insgesamt zwölf Polizisten ermittelt. Die Vorwürfe wiegen zum Teil schwer. für Hessens Innenminister Peter Beuth scheint das aber kein Anlass zu sein, zu den Vorfällen detailliert Stellung zu nehmen. In seiner Regierungserklärung vor dem Plenum im Wiesbadener Landtag in der vergangenen Woche berichtete er stattdessen über die gute Sicherheitslage. Hessen sei ein sicheres Land, so der Innenminister. Zwar versprach er, man werde den Vorfällen nachgehen, mehr war von Beuth zu diesem Thema allerdings nicht zu hören. Eine Zusammenfassung der Vorfälle…” Beitrag vom 4.03.19 bei der Frankfurter Neuer Presse online externer Link
  • Gleiche Aufmachung wie bei “NSU 2.0″-Briefen: Wieder Drohschreiben gegen Frankfurter Anwältin 
    Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz ist in einem neuen Drohbrief abermals bedroht und verunglimpft worden. Das bestätigte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Frankfurt, Nadia Niesen, dem hr. Das nunmehr vierte Schreiben dieser Art sei demnach direkt in der Kanzlei der Anwältin eingegangen. Zuerst hatte die Frankfurter Allgemeine (FAZ) darüber berichtet. Die Zeitung hatte allerdings geschrieben, der Brief sei dieses Mal per Fax an das Polizeipräsidium Frankfurt geschickt worden. Das Schreiben ist nach Angaben Niesens in der Aufmachung mit den früheren Drohbriefen identisch. Diese trugen die Unterschrift “NSU 2.0″. Wer hinter den Faxen stecke, sei weiter unklar. “Die Ermittlungen sind im Gange”, sagte Niesen. Laut dem FAZ-Bericht gehen die Ermittler davon aus, dass das Fax aus derselben Quelle stammt wie die vorangegangenen Schreiben. Es soll über die gleiche verschlüsselte Verbindung geschickt worden sein. (…) Dabei waren private Daten genannt worden, über die nur die Behörden verfügen sollen. (…) Zuletzt hatte die Anwältin kritisiert, dass sie nicht richtig über die Ermittlungen in ihrem Fall informiert worden sei. Sie forderte ein hartes Durchgreifen gegen “rechte Strukturen” in der Polizei...” Meldung aus der Sendung hr-iNFO vom 4.02.2019 bei der Hessenschau externer Link
  • Polizei-Jargon: Weiteres Drohschreiben an Frankfurter Rechtsanwältin 
    Erneut hat die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız hat ein Drohschreiben erhalten – diesmal im Polizei-Jargon. Inzwischen wird gegen elf Beamte ermittelt. (…) Auch in den neuen Faxen werde die türkischstämmige Anwältin rassistisch geschmäht, berichtete die „Süddeutsche Zeitung“. Auffällig sei, dass in einem Schreiben das Kürzel „HLKA“ für das Hessische Landeskriminalamt verwendet werde. Dies sei Behördenjargon. Auch werde als Autor der Name eines hessischen Polizisten genannt. Der Hessische Rundfunk hingegen zitierte Başay-Yıldız mit einem Dementi der Zeitungsangaben. (…) Aufgrund weiterer, davon unabhängiger Hinweise wird in Hessen inzwischen gegen insgesamt elf Polizisten wegen des Verdachts rechtsextremistischer Äußerungen ermittelt.” Meldung vom 31. Januar 2019 beim Migazin externer Link
  • NSU 2.0: Die Spur der Nazi-Polizisten führt in einen kleinen Ort – Nachbarn unter Schock 
    “… Die deutsche Märchenroute führt durch Kirtorf. Ein malerisches Fachwerkstädtchen mit 3350 Einwohnern. Am Fuße des Vogelsbergs gelegen, umgeben von Feldern und Wiesen. Doch die Idylle ist trügerisch. Der Ort wurde 2004 als Treffpunkt gewaltbereiter Neonazis bekannt. Engagierte Bürger, Behörden und die Polizei setzten dem Treiben ein Ende. Doch nun sind schon wieder Nachrichten über Rechtsextremisten in Kirtorf zu lesen und zu hören. Diesmal geht es nicht um Skinheads, die in einem umgebauten Schweinestall Hitlers Geburtstag mit judenfeindlichen Hassliedern feiern. Diesmal geht es um drei Beamte der hessischen Polizei. (…) Die Menschen in Kirtorf und im Umfeld der Brüder sind indes fassungslos, können nicht glauben, was den 35- und 44-jährigen Familienvätern vorgeworfen wird. (…) Egal wohin man hört, überall werden die zwei Brüder als „liebe Menschen“ beschrieben, als „liebe Menschen, die verbal aber auch mal über das Ziel hinausschießen“. Ein Kirtorfer erzählt: „Klar, sagen sie auch mal ,Scheiß Kanaken‘ oder ,Raus mit dem ganzen Pack‘, das sind aber eher unüberlegte Äußerungen.“ (…) Aufgefallen in dem Umfeld der Brüder ist allerdings, dass sich der ältere von beiden für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert…” Reportage von Daniel Gräber und Julia Lorenz vom 18. Januar 2019 bei der Frankfurter neuen Presse online externer Link
  • Hausdurchsuchungen bei Beamten: Ermittlungen gegen drei weitere Polizisten wegen rechter Umtriebe 
    Gegen drei weitere hessische Polizisten gibt es Ermittlungen wegen rechtsextremer Umtriebe: Damit steigt die Zahl der Fälle auf elf. Am Donnerstag gab es zwei Hausdurchsuchungen…” Meldung vom 17.01.19 bei der Hessenschau online externer Link, siehe dazu auch:

    • Polizist mit Nazi-Zimmer aufgeflogen
      Gegen zwei Polizisten in Mittel- und Nordhessen laufen Ermittlungen und Hausdurchsuchungen. Einer der Beamten soll in seinem Wohnhaus eigens ein Zimmer nur für Nazi-Devotionalien gehabt haben…” Artikel von Anja Laud vom 17.1.2019 bei der FR online externer Link
    • Hausdurchsuchungen bei hessischen Polizisten. Die Beschuldigten sollen zu dem Kreis jener Polizisten gehören, gegen die seit Wochen schon wegen des hessischen Polizeiskandals ermittelt wird. Offenbar gibt es neue Hinweise
      Im Zuge der Ermittlungen gegen ein mutmaßlich rechtsextremes Netzwerk innerhalb der Polizei sind am Vormittag abermals die Wohnungen von zwei Polizisten durchsucht worden. Nach Informationen von FAZ.NET fanden die Durchsuchungen in Kirtorf (Vogelsberg) statt. Wie die F.A.Z. erst am Dienstag berichtete, hatten die Ermittler schon länger den Verdacht, dass eine Spur in den mittelhessischen Ort führen könnte, der seit Jahren schon als Zentrum der hessischen Neonazi-Szene gilt. Dem Vernehmen nach gehört einer der Beschuldigten zu dem Kreis der fünf Frankfurter Beamten, die sich über einen Chat unter anderem rechtsextreme Inhalte zugeschickt haben sollen. Bei dem zweiten Beamten soll es sich um einen jüngeren Polizisten handeln, der ebenfalls schon im Fokus der Ermittler stand, weil er auf einer Kirmes volksverhetzende Parolen von sich gegeben haben soll. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft bestätigte lediglich die Durchsuchungen, sagte aber aus ermittlungstaktischen Gründen nichts zu den Hintergründen. Die Beamten, so hieß es, stünden unter dem Verdacht, gegen das Waffengesetz verstoßen und verfassungswidrige Kennzeichen veröffentlicht zu haben…” Artikel von Katharina Iskandar vom 17.01.2019 bei der FAZ online externer Link
  • Seda Basay-Yildiz. Fehlende Solidarität. Wie ist es möglich, dass der „NSU 2.0“ sich derartig sicher fühlt? Und warum gibt es nicht viel mehr offensive Solidarität mit Seda Basay-Yildiz? 
    Der Skandal um rechte Zellen in der hessischen Polizei und die Morddrohungen gegen Seda Basay-Yildiz wird immer beängstigender. Kurz vor Weihnachten, als der Fall bereits bundesweit Schlagzeilen machte, haben anonyme Rassisten die profilierte Rechtsanwältin erneut mit dem Tode bedroht. Wieder mit der Unterschrift „NSU 2.0“, wieder unter Nennung von Daten, an die man nicht so leicht kommt, wenn man keinen Zugriff auf einen Behördenrechner hat. Und diesmal sogar mit einer Bezugnahme auf suspendierte „Polizeikollegen“. (…) Die Rechtsradikalen, die sich als „zweiter NSU“ verstehen, handeln mit großer krimineller Energie, prahlen mit Kontakten in die Polizei und scheinen sich sicher zu sein, dass sie niemand erwischt. Dass dieses erstaunliche Selbstbewusstsein nicht einmal durch die Ankündigung umfassender Aufklärung durch Polizei und die hessische Landesregierung zu erschüttern ist, ist mehr als beunruhigend. Es versteht sich von selbst, dass der Komplex jetzt umso dringlicher aufgehellt  werden muss – nicht nur straf- und disziplinarrechtlich, sondern auch politisch. (…)Was sagt es aus über die Verhältnisse hierzulande, wenn eine deutsche Anwältin mit türkischem Namen derartige Vernichtungsfantasien auf sich zieht? Wenn Hass und Hetze immer stärker die politische Öffentlichkeit bestimmen? Und warum gibt es nicht viel mehr offensive Solidarität mit Seda Basay-Yildiz? Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den Angriff auf den Bremer AfD-Politiker Frank Magnitz kürzlich als „Angriff auf unseren Rechtsstaat“ bezeichnet…” Kommentar von Hanning Voigts vom 15.1.2019 bei der FR online externer Link
  • GEW Hessen: Solidarität mit Seda Basay-Yildiz 
    Die Vorsitzenden der GEW Hessen erklären sich solidarisch mit der Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz, die zum wiederholten Male Drohbriefe mit der Unterschrift „Heil Hitler! NSU 2.0“ erhalten hat. Darin wird sie und ihre Familie auf unsägliche, verabscheuungswürdige Art beleidigt und mit dem Tode bedroht. Die Anzeichen verdichten sich, dass es innerhalb der hessischen Polizei ein Netzwerk gibt, das eine rechtsextreme Gesinnung hegt, mit der aktiven Neonaziszene in Kontakt steht und seinen Hass auf Basay-Yildiz projiziert. Besonders beunruhigend ist, dass es sich als „zweiter NSU“ versteht, mit großer krimineller Energie handelt und sich sicher zu sein scheint, dass es niemand erwischt. Dies hängt sicher auch mit der Tatsache zusammen, dass Verfehlungen  innerhalb der Polizei nicht von unabhängiger Stelle untersucht werden. Wir fordern daher – im Einklang mit dem Komitee für Grundrechte und Demokratie – die Einrichtung von unabhängigen Untersuchungsinstanzen als unabdingbares Element einer besseren Kontrolle polizeilichen Handelns. Diese können Beschwerden von Betroffenen entgegen nehmen und z.B. Fälle von Polizeigewalt eigenständig untersuchen. Sie sind mit ausreichenden Ressourcen und Befugnissen auszustatten. Jede Person muss die Möglichkeit haben, sich mit ihrem Anliegen an die Kommission zu wenden, wie es in in vielen (europäischen) Ländern zum Teil schon seit Jahren Usus ist. Die Angriffe auf Seda Basay-Yildiz müssen lückenlos aufgeklärt und die Verantwortlichen mit der vollen Härte des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen werden, um einem weiteren Vertrauensverlust vieler Bürgerinnen und Bürger in staatliche Institutionen entgegenzuwirken.” Pressemitteilung vom 15. Januar 2019 (per e-mail, noch nicht online)
  • Seda Başay-Yıldız: Rechte bedrohen erneut Frankfurter Anwältin 
    Die prominente Anwältin Seda Başay-Yıldız hat einen neuen Drohbrief bekommen, der mit “NSU 2.0″ unterzeichnet ist. Der Brief stützt sich erneut auf interne Daten der Behörden, nennt die Namen von Familienmitgliedern. Nach einer früheren Drohung gerieten fünf Frankfurter Polizisten unter Verdacht. Sie sind vom Dienst suspendiert...” Artikel von Annette Ramelsberger vom 14. Januar 2019 bei der Süddeutschen Zeitung online externer Link
  • Hessen: Polizist soll Auskunft an Rechtsextremisten gegeben haben 
    Ein hessischer Beamter soll polizeilische Informationen an gewaltbereite Neonazis weitergegeben haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dem Innenminister zufolge gibt es keine Hinweise auf eine rechtsextremistische Motivation des Beschuldigten. Der Skandal um Kontakte hessischer Polizisten mit Rechtsextremisten weitet sich aus. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt ermittelt gegen einen inzwischen in ein anderes Bundesland gewechselten Beamten, der Abfragen aus einer polizeilichen Datenbank getätigt und die Informationen an ein Mitglied der gewaltbereiten Neonazi-Gruppe „Aryans“ weitergegeben haben soll. Wesentliche Inhalte eines Berichts der „Süddeutschen Zeitung“ zu dem Vorfall bestätigte der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) am Freitag in Wiesbaden…” Beitrag vom 14.1.2019 beim Migazin externer Link
  • Polizeigewalt in Frankfurt: Gewaltvorwürfe gegen Polizisten. Zeugen berichten von Drohungen und Übergriffen bei einer Polizei-Kontrolle an der Hauptwache in Frankfurt 
    Nach dem Skandal um ein mutmaßliches rechtsextremes Netzwerk sieht sich die Frankfurter Polizei nun auch Vorwürfen unangemessener Gewaltanwendung ausgesetzt. Bei einem Polizeieinsatz in der B-Ebene der Frankfurter Hauptwache soll es in der Nacht auf Sonntag, 9. Dezember, nach Aussagen von Betroffenen und Zeugen zu Übergriffen und Drohungen durch Beamte gekommen sein. Bei den Betroffenen handelt es sich um Anhänger eines Fußballfanclubs, die sich auf dem Rückweg von einer Weihnachtsfeier befanden, als sie am 9. Dezember gegen 0.30 Uhr in der B-Ebene der Hauptwache beobachteten, wie drei Jugendliche von der Polizei kontrolliert wurden. Eine Person aus der zehnköpfigen Gruppe habe dies mit dem Satz „Na, klasse Arbeit macht ihr da wieder!“ kommentiert. Daraufhin seien Polizisten in die Gruppe gestürmt und hätten den vermeintlichen Rufer herausgezogen, auf den Boden gedrückt und ihn dort fixiert. Dabei seien Beamte mit Schlagstöcken gegen die Gruppe vorgegangen. Eine weitere Person, die sich nach dem Grund der ersten Festnahme erkundigt habe, sei ebenfalls zu Boden gebracht und fixiert worden. (…) Insgesamt sollen an diesem Abend vier Personen vorübergehend festgenommen worden sein, darunter der Urheber des Handyvideos. Er wurde seiner Schilderung nach von Polizisten in einer „hinteren Ecke“ der Hauptwache auf den Boden gedrückt und von mehreren Beamte geschlagen, die dabei die Herausgabe der PIN für sein Telefon verlangt hätten. (…) Auf der der FR vorliegenden Videoaufnahme ist allerdings kein Widerstand der Festgenommenen zu erkennen. Der Einschätzung der Polizei widersprechen auch eine Frankfurter Anwältin und ein Anwalt, die das Geschehen zufällig beobachteten, aber nicht namentlich genannt werden möchten. Ihren übereinstimmenden Aussagen zufolge war von den Mitgliedern des Fanclubs keine Aggressivität gegenüber der Polizei zu beobachten. „Das Verhalten der Polizei war vollkommen unangemessen“, erklärte die Anwältin im Gespräch mit der FR…” Artikel von Danijel Majic vom 22.12.2018 bei der FR online externer Link
  • NSU 2.0: Wenn der „Nationalsozialistische Untergrund“ als Polizeizelle wieder auftaucht
    “Eigentlich sollte mit dem Ende des NSU-Prozesses in München das leidige Thema begraben werden. Nun taucht ein NSU 2.0 auf – nicht in Thüringen, sondern in Hessen, in Kreisen der Polizei. (…) „Miese Türkensau!“ … „du machst Deutschland nicht fertig“ … „Als Vergeltung (…) schlachten wir deine Tochter“. Unterschrieben wurde der Drohbrief mit „NSU 2.0“. Abgeschickt wurde er am 2. August 2018. Der Drohbrief war an die Privatadresse der Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz gerichtet. Eine Privatadresse, die nicht im öffentlichen Telefonbuch zu finden ist. Genauso wenig wie der Namen ihrer Tochter. Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz vertrat im NSU-Prozess die Familie des ersten NSU-Mordopfers Enver Simsek in der Nebenklage. Sie erstattete Anzeige. Seitdem hat sie nichts mehr gehört. Es dauerte vier Monate, bis die Öffentlichkeit von diesem Vorgang, von dieser Anzeige erfuhr. Nun spricht die Polizei doch – auch über ihre internen Ermittlungen. Eine Spur habe zu einem Computer im ersten Polizeirevier der Innenstadtwache in Frankfurt am Main geführt. „Dort seien die Melderegistereinträge zu Basay-Yildiz abgefragt worden. Und das offenbar ohne dienstlichen Grund…” Artikel von Wolf Wetzel vom 22. Dezember 2018 bei den NachDenkSeiten externer Link
  • NSU 2.0 Polizeiskandal in Frankfurt: Rechte Netzwerke in der Polizei lassen sich “flächendeckend in der Bundesrepublik finden” – das Auffliegen weiterer Verbindungen zwischen rechten Netzwerken in der Bundeswehr und der Polizei angekündigt 
    Seit einigen Tagen reden Medien und Politik über den mittlerweile weit über Frankfurt reichenden Polizeiskandal. Rechte PolizistInnen hatten sich selber NSU 2.0 genannt und eine bekannte Rechtsanwältin, Seda Basay-Yildiz, die auch Nebenkläger im NSU verfahren vertreten hat, bedroht. Man werde ihrer Tochter schlachten. Im Schreiben standen der Name der Tochter und die Privatadresse. In einer Whatsapp-Gruppe hatten sich mindestens 6 PolizistInnen rechtsextreme, rassistische Nachrichten und Hitler Bilder zugeschickt. Mittlerweile werden euch aus anderen Städten Fälle genannt in denen sich Polizisten rechtsextrem betätigen, auch von Verbindungen in die Reichsbürgerszene, geht sogar der hessische Innenminister aus. Wir haben über das Thema mit Thomas Wüppesahl, Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft der Kritischen Polizistinnen und Polizisten gesprochen. Er kündigt im Interview auch das Auffliegen weiterer Verbindungen zwischen rechten Netzwerken in der Bundeswehr und der Polizei an.” Interview vom 20. Dezember 2018 beim Radio Dreyeckland externer Link Audio Datei mit Thomas Wüppesahl, Sprecher der BAG kritischer PolizistInnen (Hamburger Signal) e. V.
  • Sechster Beamter im Frankfurter Polizei-Skandal suspendiert 
    “… Bei den von Beuth im Ausschuss genannten jüngsten Fällen geht es einmal darum, dass zwei Beamte aus den Polizeipräsidien West- und Osthessen den “Reichsbürgern” nahestehen sollen. Nach Hausdurchsuchungen am vergangenen Montag sei Material sichergestellt wurden. Beide wurden suspendiert. In einem anderen Fall war vergangene Woche in Offenbach bei einer Schlägerei, bei der ausländerfeindliche Gesänge zu hören gewesen sein sollen, auch ein 21-jähriger Polizeikommissaranwärter festgenommen worden. Außerdem sollen Beamte des Polizeipräsidiums Südosthessen 2016 in einer geschlossenen WhatsApp-Gruppe vier Bilder mit rechtsextremem Inhalt ausgetauscht haben.” Bericht vom 19. Dezember 2018 bei der Hessenschau online externer Link mit kurzen Video
  • Frankfurter Polizeiaffäre: Hitler-Bilder im Gruppenchat 
    “Frankfurter Polizisten sollen per Chat rechtsextreme Inhalte ausgetauscht haben. Warum wurde das zuständige Landeskriminalamt erst nach Monaten eingeweiht? Landesinnenminister Peter Beuth gerät unter Druck. (…) Alle sechs Polizisten sind inzwischen Beschuldigte in einem Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt. Die beschuldigten Beamten sind allesamt um die 30 Jahre alt, zumeist Oberkommissare, die von ihren Vorgesetzten als überdurchschnittliche Polizisten beschrieben werden. Sie seien, so heißt es in Sicherheitskreisen, disziplinarrechtlich bisher nicht in Erscheinung getreten. Kontakte oder Bezüge zu rechten Organisationen seien nicht bekannt. Einer der betroffenen Beamten war offenbar für einen beruflichen Aufstieg in den höheren Dienst vorgesehen und sollte an der Führungsakademie der Deutschen Polizei studieren. (…) Immerhin ist in einer Sondersitzung des Landtags-Innenausschusses am heutigen Mittwoch bekannt geworden, dass Minister Beuth seit dem 28. September von den verdächtigen Chats der Frankfurter Beamten wusste. Und schon viel länger, seit dem 6. August, kannte er die Anzeige der Rechtsanwältin Basay-Yildiz wegen des Drohfaxes. Er habe darüber geschwiegen, um keine Ermittlungen zu gefährden, sagte Beuth im Ausschuss. Aber wären Ermittlungen gefährdet worden, wenn er das Landeskriminalamt informiert hätte?…” Beitrag von Matthias Bartsch und Jörg Diehl bei Spiegel online vom 19. Dezember 2018 externer Link
  • [“einige Verwirrte in den eigenen Reihen”] GdP-Chef im Interview zu mutmaßlichem rechtsextremen Polizisten-Netzwerk in Frankfurt 
    In einem am Mittwoch in mehreren Tageszeitungen erschienenen Interview hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, betont, dass im Fall des mutmaßlichen rechtsextremen Frankfurter Polizisten-Netzwerks zunächst die Ermittlungen abgewartet werden müssten. Noch gelte die Unschuldsvermutung. “Wenn die Ermittlungen jedoch die Vorwürfe beweisen, dann ist der Begriff „Skandal“ noch ein mildes Wort”, sagte Malchow unter anderem der “Passauer Neuen Presse”. Man müsse jedoch davon ausgehen, dass es “einige Verwirrte in den eigenen Reihen” gebe, räumte er ein. Umso wichtiger sei es, diese zu identifizieren und sie aus der Polizei herauszunehmen. Der GdP-Chef regte an, in der Aus- und Fortbildung die Wertevermittlung auf Verbesserungen zu prüfen…” Das von dem Journalisten Andreas Herholz geführte Interview im Wortlaut dokumentiert bei der GdP am 19. Dezember 2018 externer Link: Malchow: “Dann ist der Begriff “Skandal” noch ein mildes Wort”
  • Polizeiskandal in Hessen: Rechtsextreme Vorfälle in drei weiteren Polizeipräsidien
    “In der hessischen Polizei sind nach Informationen der F.A.Z. weitere rechtsextreme Umtriebe bekannt geworden. Betroffen sind die Präsidien Westhessen in Wiesbaden, Offenbach und Fulda. (…) Unterdessen ist an diesem Dienstag ein weiteres Drohschreiben aufgetaucht, das an mehrere Strafverteidiger, Behörden und Medien geschickt wurde und auch dieser Zeitung vorliegt. Überschrieben ist es mit „NSU 2.0“ – derselben Bezeichnung, die auch der oder die Verfasser des Faxes an die Frankfurter Strafverteidigerin Seda Basay-Yildiz verwendet hatten. (…) Adressat dieses neuen Schreibens ist auch der Frankfurter Strafverteidiger Ali Aydin. Er hatte unter anderem den Deutsch-Türken Halil D. vertreten, der nach Ansicht der Ermittler vor vier Jahren einen Anschlag auf das Radrennen in Frankfurt am 1. Mai verüben wollte…” Bericht von Katharina Iskandar vom 18. Dezember 2018 bei der FAZ online externer Link
  • Solidarität mit Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız – RAV fordert umfassende Aufklärung 
    Unsere RAV-Kollegin, Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız, ist aufgrund ihrer anwaltlichen Tätigkeit immer wieder Ziel schwerwiegender und rassistisch aufgeladener Anfeindungen. Diese Angriffe mündeten im August dieses Jahres in widerlichen Morddrohungen gegenüber ihrer Tochter und haben damit eine neue Dimension erreicht. Frau Başay-Yıldız ist eine engagierte Rechtsanwältin, die sich vorbehaltlos für die Interessen und Rechte ihrer Mandantschaft einsetzt – und damit die Kernaufgabe der Anwaltschaft im Rechtsstaat erfüllt. Die Angriffe richten sich gegen diese Arbeit. Wir Anwältinnen und Anwälte im Republikanischen Anwältinnen- und Anwälteverein erklären uns solidarisch mit unserer Kollegin. Zum wiederholten Mal wird eine Rechtsanwältin im Zusammenhang mit ihrer Berufsausübung Ziel von Hassmails, Anfeindungen und Verleumdungen. Wir nehmen diese konkreten Bedrohungen und Diffamierungen als Ausdruck einer politischen Entwicklung wahr, in der völkisch-aggressives und antidemokratisches Gedankengut wieder hoffähig wird. (…) Als RAV haben wir vielfach auf die besonderen Probleme hingewiesen, die sich ergeben, wenn Polizeikräfte gegen ihre eigenen Kolleg*innen ermitteln. Corpsgeist, Schutzreflexe und eine unzureichende Fehlerkultur innerhalb des Polizeiapparates verhindern regelmäßig eine sachgerechte Aufklärung. Insofern erinnern wir an unsere Forderung, dass zur effektiven Kontrolle und Aufklärung polizeilichen Handelns unabhängige Untersuchungskommissionen einzusetzen sind. Es ist in diesem Fall daher unabdingbar, dass die Ermittlungen von einer anderen Polizeibehörde als der Frankfurter Polizei geführt werden. Darüber hinaus fordern wir, die Verbreitung und die Ursachen von demokratiefeindlichen Tendenzen und Einstellungen bei den Sicherheitsbehörden wissenschaftlich zu untersuchen, um konkrete Gegenstrategien entwickeln zu können.” RAV-Pressemitteilung vom 18. Dezember 2018 externer Link
  • Rechtsextremes Netzwerk: Ermittlungen in Frankfurter Polizei ausgeweitet 
    Der Fall “NSU 2.0″ hat offenbar größere Dimensionen als bisher gedacht. Die Staatsanwaltschaft soll noch weitere Frankfurter Polizisten im Visier haben. Die Ermittlungen gegen fünf Polizeibeamte in Frankfurt/Main wegen eines Neonazi-Chats und Bedrohungen einer Anwältin sind ausgeweitet worden. Nach Tagesspiegel-Informationen aus Sicherheitskreisen soll die Staatsanwaltschaft Verfahren gegen weitere Polizeibeamte eingeleitet haben. Zudem seien weitere Handys für Durchsuchungen beschlagnahmt worden. Einer der fünf beschuldigten Beamten soll auch bereits durch Kontakte ins rechtsextreme Milieu aufgefallen sein. Damit nimmt der Fall weitaus größere Dimensionen an als bislang bekannt. Obwohl die Ermittlungen seit Monaten laufen, soll Innenminister Beuth erst am Freitag angeordnet haben, am Landeskriminalamt (LKA) Hessen eine spezielle Ermittlergruppe auf den Fall anzusetzen (…) Nach Tagesspiegel-Informationen soll mindestens einer der fünf Beamten Mitglied einer Chatgruppe gewesen sein, die von einem Mitglied der rechtsextremen Szene betrieben worden sein soll. Im Zusammenhang mit dieser Whatsapp-Gruppe sollen bereits im Sommer Ermittlungen außerhalb der Polizei gelaufen sein. Der Beamte soll aus der Chatgruppe des Rechtsextremen auch etwas in die Gruppe seiner Kollegen gepostet haben…” Artikel von Alexander Fröhlich vom 17.12.2018 beim Tagesspiegel online externer Link
  • Extremes Innenstadtrevier
    Rechtsextreme bedrohen eine Anwältin und ihre Tochter. Die mutmaßlichen Täter: Frankfurter Polizisten. Hessens Politiker rätseln. Doch Insider sind nicht so überrascht. (…) Die Polizeiausbildung in Hessen sei gut, dort würden auch Ethik und Menschenrechte gelehrt. “Dann treffen die neuen Polizisten in den Dienststellen auf die dortige Kultur. Und wenn die Meinungsführer dort rassistische Einstellungen haben, wirkt sich das auf die ganze Dienstgruppe aus.” Gerade in den Großstädten sieht Singelnstein die Gefahr einer Déformation professionnelle. Die werde noch verstärkt durch den engen Zusammenhalt in den Dienstgruppen – die Beamten in diesen Gruppen sind im Einsatz aufeinander angewiesen und müssen sich aufeinander verlassen können. Dass solche Vorfälle auch in Städten wie Frankfurt möglich sind, die keine große rechte Szene haben, überrascht ihn nicht. “Die Polizei ist eben nicht wirklich ein Spiegel der Gesellschaft.” Vor allem seien die politischen Lager unterschiedlich stark vertreten – ein Teil der Polizei hätte einen Hang zu rechten, teils auch rechtsextremen Positionen. “Das Klima in den Dienststellen lässt sich nur mit einer neuen Generation nachhaltig verändern”, sagt Singelnstein. Es liege in der Verantwortung der Führungsebene, das Thema zu enttabuisieren…” Reportage von Karsten Polke-Majewski und Frida Thurm vom 17. Dezember 2018 bei der Zeit online externer Link
  • Drohschreiben vom “NSU 2.0″: Nach Chat-Skandal bei der Polizei Frankfurt: Eine Anwältin wird von Rechtsradikalen bedroht 
    Der Skandal um eine Nazi-Chatgruppe bei der Frankfurter Polizei weitet sich aus. Anlass der internen Ermittlungen war ein Drohschreiben an die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz. Dabei wurden persönliche Daten verwendet, die vermutlich aus einem Polizeicomputer stammen. (…) Die Kollegen des ersten Reviers, die zum Abfrage-Zeitpunkt Zugriff auf den Rechner hatten, gerieten daraufhin ins Visier der Staatsschützer. Es kam zu Hausdurchsuchungen. Handys und Festplatten wurden beschlagnahmt. Die Nazi-Chatgruppe war ein Zufallsfund. Gegen vier Polizisten und eine Polizistin läuft nun ein offizielles Ermittlungsverfahren. Der Verdacht lautet Volksverhetzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Symbole. Sie sollen ausländerfeindliche Nachrichten über einen Gruppenchat ausgetauscht haben. Ob die Staatsanwaltschaft auch wegen des Drohschreibens gegen diese fünf Beschuldigten oder gegen weitere Personen ermittelt, ist nicht zu erfahren…” Artikel von Daniel Gräber vom 15.12.18 bei Frankfurter Neue Presse online externer Link
  • Verdacht gegen Polizisten: Rechtsradikale drohen Frankfurter Anwältin: „Wir schlachten deine Tochter”
    Die Ermittlungen gegen fünf Frankfurter Polizisten, die rechtsextreme Chat-Nachrichten ausgetauscht haben sollen, weiten sich aus. Laut dem Frankfurter Staatsschutz wurden die Ermittlungen durch einen Drohbrief an die Rechtsanwältin Seda Basay-Yildiz ausgelöst, welcher der Frankfurter Neuen Presse vorliegt. In diesem Drohbrief wird auch die private Adresse der Rechtsanwältin genannt. Staatsschutz-Ermittler entdeckten daraufhin, dass von einem Dienstcomputer im ersten Frankfurter Polizeirevier die Melderegister-Einträge von Basay-Yildiz abgerufen worden waren. Die Frankfurter Anwältin verteidigt Islamisten und trat im NSU-Prozess als Nebenklage-Vertreterin auf. Am 2. August erhielt sie eigenen Angaben zufolge ein Drohschreiben, das mit „NSU 2.0“ unterzeichnet wurde. (…) Die Staatsschutz-Ermittler der Frankfurter Polizei bestätigten der Rechtsanwältin am Donnerstag, dass die Melderegister-Einträge von Basay-Yildiz von einem Dienstcomputer im ersten Frankfurter Polizeirevier abgerufen worden waren. Eine dienstlicher Anlass für die Abfrage der Daten sei nicht erkennbar…” Artikel von Daniel Gräber vom 14.12.18 bei Frankfurter Neue Presse online externer Link
  • Ermittlungen gegen Frankfurter Polizisten: Hat die Polizei ein Nazi-Problem, Herr Wendt?
    Gegen fünf Polizisten wird wegen Volksverhetzung ermittelt. Ein Einzelfall oder ein strukturelles Problem? Für Rainer Wendt, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, ist es kein strukturelles Problem. Linken-Politikerin Ulla Jelpke widerspricht vehement...” Artikel von Tobias Bosse vom 11.12.2018 bei der Osnabrücker Zeitung online externer Link