Pro Asyl: Rassismus führt zum Verlust Ihres MitgefühlsEugeniu Botnari wollte seine Cousine besuchen. Und er wollte ihr einen Weinbrand mitbringen. Im September 2016 betrat er deshalb eine Edeka-Filiale im Berliner Bezirk Lichtenberg. Doch für den Weinbrand hatte er nicht das nötige Geld. Die Idee, die Flasche zu stehlen, sollte sich als verhängnisvoll erweisen. Der Filialleiter ertappte Botnari und verprügelte ihn derart brutal, dass dieser zwei Tage später an den Folgen eines schweren Schädel-Hirn-Traumas starb“ – aus dem Artikel „Unbürokratisch totprügeln“ von Felix Knorr am 23. März 2017 in der Jungle World externer Link, worin es auch noch heißt: „Zudem berichten mehrere Mitarbeiter vor Gericht davon, dass es häufig zu ähnlichen Gewalttaten gekommen sei. Den Aussagen zufolge gab es diesbezüglich keine direkten Anweisungen. Vielmehr hätten S. und andere Führungskräfte »das so vorgelebt und damit den anderen männlichen Mitarbeitern signalisiert, dass man das so regelt«, wie ein Angestellter sagt. Einige hätten mit der Gewalt geprahlt, sich lustig gemacht, wenn man den Opfern – die Rede ist von Osteuropäern und Obdachlosen – beim Rausschmiss noch ein Bein gestellt habe…“ Siehe neu dazu:

  • Kundgebung am 20.9. von 17:00 bis 18:30 in der Weitlingstraße 22, 10317 Berlin: Erinnern an Eugeniu Botnari – gegen Rassismus New
    Eugeniu Botnari wurde im EDEKA Lichtenberg Opfer von menschenverachtender Gewalt und verstarb an ihren Folgen. Sein Todestag jährt sich am 20. September 2018 das zweite mal. Mit unserem Gededenken lassen wir ihn nicht vergessen. Sein Tod geht uns alle an. Der Täter, der EDEKA-Filialleiter Andre S., wurde wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Doch der Fall ist für uns noch lange nicht abgeschlossen. Nicht nur, weil wir leider zu wenig über Eugeniu Botnari wissen und seine Geschichte noch nicht erzählt werden konnte. Sondern auch, weil sein Tod in einem größeren Zusammenhang steht mit Rassismus gegen Menschen aus Osteuropa, mit Hass und Gewalt gegen Obdachlose, mit einem alltäglichen und strukturellen Ausschluss von Menschen aus dem Gesundheitssystem, dem Wohnungs- und Arbeitsmarkt – also mit einer sozialen Situation, mit der immer mehr Menschen in Berlin und anderen Städten konfrontiert sind. Mit unserer Kundgebung möchten wir an Eugeniu Botnari erinnern. Gerade in Zeiten des europaweiten Rechtsrucks setzen wir ein Zeichen für Solidarität! Die Kundgebung ist organisiert vom VVN-BdA, Aktiv in Lichtenberg und Anwohner*innen.”