Hugo Chavez-Nachrufe – nicht nur…

“…Insofern stand sowieso – mit oder ohne Chávez – eine Erneuerung der „bolivarischen Revolution“ an. Ob der Chavismus die notwendige Kraft dafür besitzt, ist völlig offen. Von der Regierungspartei PSUV ist wenig zu erwarten. Ihre Strukturen sind zu stark von der Klientel-Logik des Erdölstaats geprägt, in dem die Staatsfunktionäre fast zwangsläufig symbiotische Beziehungen zu Bauunternehmen und Handelskonzernen ausbilden. Die sozialen Bewegungen wiederum sind zu schwach und unorganisiert, um dem Prozess ihren Stempel aufdrücken zu können. Doch andererseits darf man Venezuela auch nicht unterschätzen. In den vergangenen 25 Jahren hat die populare Mehrheit erst den Neoliberalismus, dann das traditionelle politische System zu Fall gebracht. Sie hat „ihren“ Präsidenten gegen Umsturzversuche verteidigt und sich doch eine Autonomie gegenüber dem Staat bewahrt. Und sie verfügt über ein Wissen, auf das man in anderen Teilen der Welt nur selten zurückgreifen kann: Sie weiß, dass Märkte keine ‚Wahrheit sprechen‘ und eine andere Verteilung des Reichtums möglich ist” – aus dem Artikel “Venezuela nach Chávezexterner Link von Raul Zelik am 06. März 2013. Siehe dazu auch:

  • Venezuela nach Hugo Chávezexterner Link von Malte Daniljuk am 07. März 2013 bei amerika21.de, worin es unter vielem anderem heisst: “Während die zivile Linke bis heute die inhaltlichen Impulse setzt und die verschiedenen sozialen Bewegungen regional vernetzt, blieb es eine Stärke der Gruppe von fortschrittlichen Militärs, die Forderungen der zivilen Linken und sozialen Bewegungen auch praktisch-politisch durchzusetzen. Bereits beim ersten und historisch entscheidenden Auftritt, dem Staatsstreich gegen den sozialdemokratischen Präsidenten Carlos Andrés Perez am 4. Februar 1992, gelang es der zivilen Linken nicht, die von ihr übernommenen Aufgaben zu lösen. Bis heute, mehr als 20 Jahre später, ist die zivile Linke in bundes- oder landespolitischen Funktionen vergleichsweise schwach vertreten”.