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Verliert Trump Freunde wegen seiner Nähe zu Faschisten? Unter den Ausgetretenen aus seinem Beirat jetzt sogar (endlich) der Vorsitzende des Gewerkschaftsbundes

USA nach Charlottesville: "Make Racism wrong again"Kenneth Frazier ist nicht der erste. Schon zuvor hatten sich u.a. Elon Musk und Robert Iger, die Chefs des Elektroautoherstellers Tesla und des Medienkonzerns Disney, aus Donald Trumps Beratergremien verabschiedet, als sie auf den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen reagierten. Seinen Rückzug aus dem anlässlich der Initiative »Jobs im produzierenden Gewerbe« gegründeten präsidialen Beirat erklärte der Chef des Pharmakonzerns Merck & Co. jetzt so: »Amerikas Führer müssen zu unseren fundamentalen Werte stehen, indem sie Hass, Fanatismus und ein Überlegenheitsdenken bestimmter Gruppen klar zurückweisen. Denn all das widerspricht dem amerikanischen Ideal, dass alle Menschen gleich sind.«“ – aus dem Beitrag „Gegen Trump“ von Olaf Standke am 16. August 2017 in neues deutschland externer Link, worin ansatzweise aufscheint, dass es vielen, nach Trumps Weigerung, den faschistischen Mord von Charlottesville zu kritisieren, opportun erscheint, Distanz zu nehmen. Selbst dem Vorsitzenden des AFL-CIO ist dies nun aufgefallen. Warum er überhaupt Mitglied dieses Beirats war, bleibt Unthema. Zur (nicht nur) ideologischen Nähe Trumps mit Faschisten und der Klammer in der amerikanischen Ideologie drei weitere aktuelle Beiträge, sowie ein weiterer zum Austritt Trumkas aus Trumps Beirat:

  • „Trumka quits White House manufacturing initiative“ von IAN KULLGREN am 15. August 2017 bei Politico externer Link ist ein Beitrag über Richard Trumkas Erklärung zu seinem Ausscheiden aus dem Industrie-Beirat des US-Präsidenten. Nachdem der Gewerkschaftsbund AFL-CIO schon Tage gebraucht hatte, um den faschistischen Mord an Heather Heyer zu verurteilen, brauchte es laut eigener Aussage des Gewerkschaftsvorsitzenden nun der erneuten, dritten Stellungnahme Trumps (in der er die Verurteilung der faschistischen Mordbrennerei zumindest teilweise wieder relativiert, und auf seine erste Erklärung zurück geht), damit auch er, nach verschiedenen Unternehmern, seinen Stuhl am Katzentisch der Macht aufgab. Dass „gute Leute“ bei der Faschisten-Demonstration gewesen seien, diese Äußerung Trumps war für Trumka denn doch zu viel – sie wird allerdings von nicht wenigen als Hinweis darauf betrachtet, dass er seinen Berater Bannon, dessen Netzportal Breitbart eine Schaltstelle der extremen Rechten ist, behalten will…
  • „Rassismus vom Sockel gestürzt“ am 16. August 2017 in neues deutschland externer Link ist die Meldung über eine der zahlreichen Protest- und Solidaritätsdemonstrationen und –aktionen, die in diesen Tagen in den USA stattfinden. Dass hierbei immer wieder Denkmäler der Sklavenhalter-Armee der Südstaaten in die Auseinandersetzung geraten ist auch ein Hinweis darauf, dass die extrem reaktionäre Ideologie hierin einen „natürlichen Schnittpunkt“ mit dem „American Way“ hat: „Während einer Kundgebung in Durham (US-Bundesstaat North Carolina) haben Demonstranten am Montag (Ortszeit) eine Statue gestürzt. Das Denkmal erinnert an Soldaten der konföderierten Südstaaten, die im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) die Sklaverei verteidigten. Nachdem eine Demonstrantin eine Schlinge um den Hals der Figur gelegt hatte, zogen andere Teilnehmer daran und brachten die Statue zu Fall. Anschließend traten sie auf die Bronzefigur ein“.
  • „Terrorism now comes in Stars and Stripes“ von Peter Bürger am 15. August 2017 bei telepolis externer Link ist ein Buchauszug aus dem Jahr 2005 über rechtsradikale Terroristen in den USA, die es schon immer gegeben habe und die einen wichtigen Beitrag zu Trumps Wahlsieg geleistet hätten, und die nun mit der Aktion und dem Mord in Charlottesville sozusagen ans Tageslicht getreten seien. In der Einführung zu dem Buchauszug heißt es: „Die vielfältigen Bewegungen und Netzwerke der Rechten in den USA waren fast anderthalb Jahrzehnte lang der öffentlichen Aufmerksamkeit entzogen, doch nicht verschwunden. Auf ihr Konto geht ein beträchtlicher Anteil am Wahlsieg Donald Trumps. Der jüngste Terroranschlag in Charlottesville bringt die Gewaltbereitschaft des faschistoiden Spektrums in den Vereinigten Staaten auf erschreckende Weise wieder in Erinnerung. Bevor sich allgegenwärtig das antiislamische Kulturkampfparadigma durchsetzen konnte, gab es diesbezüglich bei den Produzenten von Blockbustern und B-Movies früher schon einmal ein ausgeprägtes Problembewusstsein. Es könnte hilfreich sein, die entsprechenden Filmkapitel heute noch einmal zu sichten“.
  • „Car culture, racism: Charlottesville makes the link“ von Bill Weinberg am 13. August 2017 bei Countervortex externer Link ist ein Beitrag der, ausgehend von einer Sichtung der Nazi-Beiträge nach dem Mord an Heyther Heyer (unter anderem: „War ohnehin eine Schlampe, 32 Jahre alt und keine Kinder“)  sich vor allem mit der auf verschiedenen Web-Seiten der Terroristen vertretenen These der „Road Rage“ – „Straßenwut“ – befasst, und die Ideologie weißer Überlegenheit und jene der „freien Fahrt“ (irgendwie vergessen die US-Nazis die hierzulande zugehörigen „freien Bürger“)  der Gemeinsamekeiten überführt.
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=120165
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