Seattle beschließt Sondersteuer für Großunternehmen wie Amazon für den Wohnungsbau: Die vom Unternehmen mobilisierte Gewerkschaft hetzt weiter

UK-Petition „Amazon: Drop all targets by 15%“Der Stadtrat von Seattle hat am Montag die Maßnahme mit erwarteten Einnahmen von 44,7 Millionen US-Dollar (37,4 Millionen Euro) verabschiedet. Demnach sollen größere Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 20 Millionen Dollar ab kommendem Jahr jährlich eine Abgabe von 275 Dollar für jeden ihrer Vollzeitbeschäftigten zahlen. Betroffen von der Steuern sind nach Angaben des Stadtrats nur drei Prozent der in Seattle ansässigen Firmen. Bürgermeisterin Jenny Durkan (Demokratische Partei) hatte sich bei Verhandlungen erfolgreich dafür eingesetzt, die ursprünglich geplante Steuer auf die jetzige Summe zu halbieren. Sie erklärte nun, sie werde das Gesetz unterzeichnen“ – so beginnt der Beitrag „Amazon soll für Obdachlosigkeit zahlen“ von John Dyer am 16. Mai 2018 in neues deutschland externer Link, worin auch noch der Protest – und die neuerlichen Drohungen – von zahlreichen Unternehmen unter Führung von Amazon Gegenstand der Berichterstattung ist, wie auch Informationen zu den Gründen der Bürgermeisterin, für eine Halbierung der Steuersumme einzutreten. Zum Thema „Gewerkschaftliche Mobilisierung gegen Amazon-Besteuerung“ (siehe den Verweis auf unseren letzten Beitrag unten) fehlen hier Informationen. Siehe dazu auch einen Beitrag, in dem – unter anderem – der Rechtfertigungsbrief der Bauarbeitergewerkschaft Ironworkers für ihre Aktion gegen diese Steuer kommentiert und dokumentiert wird

  • „Seattle Ironworkers: McClain responds“ am 16. Mai 2018 beim Oakland Socialist externer Link ist ein Beitrag zum darin auch dokumentierten Brief, mit dem der Vorsitzender der Ironworkers in Seattle die Haltung der Gewerkschaft im Sinne Amazons rechtfertigt. (Die Gewerkschaft hatte eine Veranstaltung der linken Stadträtin verhindert, die die Kampagne für die Sondersteuer anführte – siehe den verweis am Ende des Beitrags). In dem Kommentar wird sowohl deutlich gemacht, dass die Strategie „Geht es dem Unternehmen gut, geht es auch uns gut“ keineswegs nur von den Ironworkers befolgt wird, wie aber eben auch auf der anderen Seite, dass es in der Region eben auch „Wildcat“ Streiks der Bauarbeiter gegeben habe, weil sie die Tarifverträge der Gewerkschaft nicht so begeisternd empfanden. Der dokumentierte Brief des Gewerkschaftsvorsitzenden spricht weitgehend für sich selbst und schließt – nach einem Appell, Unternehmen müssten eben profitabel sein – mit der Forderung „Lasst uns arbeiten“.