USA: Streik für einen Mindestlohn von 15 Dollar die StundeDer erste Montag im September ist Labor Day: Das nordamerikanische (USA und Kanada) „Gegenstück“ zum 1. Mai. In den letzten fünf Jahren – und auch 2017 wieder – zu einem Tag geworden, an dem vor allem der Kampf um den 15 Dollar-Mindestlohn auf die Straße getragen wird und, zunehmend, vor Ort darum gekämpft. Gerade diese Bewegung – und das ist es eben, eine Bewegung und keineswegs lediglich eine Kampagnen-Forderung der Gewerkschaften – ist ein Ausdruck davon, dass die Zahl der Menschen wächst, die nicht ihr ganzes Leben damit zubringen wollen, notgedrungen ständig zu malochen, abrufbereit zu sein, mehrere Jobs machen zu müssen – all die „Angebote“, die der moderne Kapitalismus den Menschen macht. Nach wie vor sind die Beschäftigten der Fast Food-Industrie der Kern dieser Bewegung, obwohl sie in den letzten Jahren längst verschiedene andere Bereiche erfasst hat und es auch weiterhin tut. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge:

  • „Miami fast-food workers join nationwide Labor Day strike“ am 31. August 2017 in der South Florida Times externer Link berichtet über den Beschluss der Belegschaften mehrerer NcDonalds und Burger King Filialen, am 4. Septemder unter der Losung „$15 AND Union Rights“ einen Proteststreik zu organisieren. An dem Aktionstag werden sich in Miami auch die nichtmedizinischen Beschäftigten mehrerer Krankenhausketten beteiligen, neben Gewerkschaften unterstützen auch zahlreiche kirchliche Vereinigungen den Tag. In dem Artikel wird auch eine Bilanz der Bewegung seit 2012 gezogen, deren Hauptergebnis ist, dass seitdem, durch entsprechende Beschlüsse von Bundesstaaten, Städten und auch Unternehmen rund 22 Millionen Beschäftigte den Mindestlohn 15 Dollar errungen haben.
  • „Midwest hospital workers to join fight for $15 hourly wage“ von Paul Davidson am 31. August 2017 in USA Today externer Link ist schon an sich ein Beispiel für die Entwicklung der letzten Jahre: Dass die größte Tageszeitung der USA über die Aktionen vorher und nachher berichtet, ist schon normal geworden, war es aber keineswegs von Beginn an. Auch dieser Beitrag hebt, wie der Titel andeutet, vor allem die Beteiligung der Krankenhausbeschäftigten hervor, die zwar nicht streikenw erden, aber sich dennoch aktiv beteiligen. Und er verweist dabei auf die Entwicklung, die aus den Beschäftigten dieser Branche bereits eine der zahlenmäßig größten Gruppen in den Mittelwest Staaten der USA gemacht habe.