Warum der Streik bei der Hotelkette Marriott in den USA zum Erfolg wurde: „Ein Job muss reichen“ war der ureigene Slogan der Beschäftigten

Streik bei Marriott USA: Erfolg im Dezember 2018 nach zwei Monaten KampfUnite Here, die Gewerkschaft der Hotelangestellten hatte im Herbst 2018 den Streik bei 8 Hotels der Marriott-Kette – koordiniert. Denn: Beschlossen und organisiert hatten ihn die Mitglieder selbst, wie es in der Branche üblich ist. Wobei die Bestrebungen klar waren – für alle Beteiligten – möglichst viele betriebliche Verträge gleichzeitig zu verhandeln, um mehr Kraft zu haben. In dem Bericht „WORKERS RAN THEIR OWN STRIKE AND BEAT MARRIOTT“ von David Bacon am 09. Januar 2019 bei Truthout externer Link (hier auf seiner eigenen Webseite) kommen die Funktionäre der (weitgehend) Migrantengewerkschaft zu Wort. Sie zeichnen nach, wie die Entwicklung des Streiks Formen annahm, als die Versammlung nicht mehr nur von den immer Aktiven besucht wurden, sondern als die Lage viele dazu drängte, sich daran zu beteiligen. Was die Diskussionen länger und die Beschlüsse langsamer werden ließ – aber dafür vom wachsenden Willen immer mehr Beschäftigter getragen, die selbst ihre eigenen Beschlüsse umsetzten, worin die Gesprächspartner für diesen Beitrag den wesentlichen Grund für den beachtlichen Teilerfolg sehen, der errungen wurde, was Bezahlung und Arbeitszeit betrifft. Diese Selbstorganisation, dieser Prozess spiegele sich in der Parole „Ein Job muss reichen“ konzentriert wieder, der auf den größten Mitgliederversammlungen zur Leitlinie gemacht wurde, weil gerade dies das Grundgefühl der Streikenden gewesen sei. Siehe dazu einen weiteren analytischen Beitrag, eine Fotoreportage zum Streik und den Hinweis auf unseren bisher letzten Beitrag zum Marriott-Streik:

  • „Marriott Hotel Strikers Set a New Industry Standard“ von Samantha Winslow am 20. Dezember 2018 bei den Labornotes externer Link ist ein Beitrag zur Würdigung des Streikerfolgs bei Marriott. Darin werden die – teilweise unterschiedlichen – Erfolge in den einzelnen Orten (an denen es oftmals mehrere Hotels dieser weltgrößten Kette gibt) ausführlich berichtet, von echten Lohnerhöhungen (20%) zu Verringerung der Arbeitsbelastung (Reinigungskräfte, die ein Zimmer weniger säubern müssen) bietet die Liste des Erreichten einiges. Dies soll nun endgültig zum Standard gemacht werden, denn neue betriebliche (örtliche) Tarifverhandlungen stehen an – der Tarifvertrag für die 7.500 Beschäftigten in 24 Hotels in Los Angeles lief zum 30. November aus und die Unternehmensleitung wollte bisher nicht verhandeln, weswegen eine Urabstimmung durchgeführt wurde, bei der sich über 90% der Gewerkschaftsmitglieder für einen Streik aussprachen…