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Ein tunesischer Minister gießt Öl ins Feuer des Protestes in Tataouine

Die Jugendporteste im Süden Tunesiens haben sich nach dem Tod eines Demonstranten radikalisiert - hier am 24.5.2017Imed Hammami ist Arbeitsminister in Tunesien und kam aus Anlass des Amtsantritts des neuen Gouverneurs nach Tatouine, wo Besetzungen und Proteste ungebrochen weiter gehen, im Kampf um eine soziale Entwicklungspolitik für die Region. Es gäbe keine weiteren Zugeständnisse betonte er öffentlich, als jene (unwesentlichen), die die Regierung bereits gemacht habe. Was dann dazu führte, dass er am 6. Juni 2017 etwas vor der ursprünglich geplanten Zeit zurück fahren musste, weil die abendliche Demonstration gegen ihn und die Regierung nach diesen Äußerungen ein „Selbstläufer“ in Sachen Mobilisierung wurde, nahezu die ganze Stadt und Region waren auf den Beinen. In dem Artikel „Tunisie – Les déclarations d’Imed Hammami attisent la tension à Tataouine“ am 06. Juni 2017 bei Tunisie Numerique externer Link wird die provokatorische Wirkung der Aussagen des islamistischen Ministers deutlich hervor gehoben. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge und den Verweis auf unsere Materialsammlung Ende Mai:

  • „Tataouine : une marche contre les déclarations de Imed Hammami“ am 06. Juni 2017 bei Mosaique FM externer Link ist eine Dokumentation (inklusive Fotos und Videos) der abendliche Demonstration nach den Auslassungen des Ministers – mit der sehr deutlich gemacht wird, dass der Minister sehr dazu beigetragen hat, die Reihen des Protestes zu schließen, in denen es zuvor durchaus erste Risse gegeben hatte – vor allem aufgrund der massiven Medienhetze, das Protestcamp führe eben zur Einstellung der Tätigkeit der Ölfirmen, und dementsprechend zu neuen Entlassungen.
  • „Sit-in d’El-Kamour – L’impasse…“ von Karim BEN SAID am 07. Juni 2017 bei La Presse externer Link ist ein Beitrag der einerseits über die faktische Flucht des Ministers aus der Region berichtet, und über das Bedauern des Sprechers der regionalen Gewerkschaftsföderation UGTT über dieses Vorgehen seitens der Regierung, die nur gekommen sei, um Drohungen auszustoßen, was er bedauerte – und somit die Linie des Gewerkschaftsbundes fortsetzte, Vermittlungsversuche zu organisieren.
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=117288
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