Tunesische Lehrergewerkschaft ruft zum Streik: Gewerkschaftsbund UGTT ruft zum Streikbruch

Lehrerdemo Tunesien 2016 - der Kampf für eine echte Bildungsreform dauert schon lange

Seit Monaten kämpfen die Gewerkschaften an tunesischen Schulen gegen das Spardiktat der Regierung und insbesondere deren Bildungsminister, für eine demokratische Reform des Bildungswesens. Bereits mehrfach wurden Proteststreiks organisiert, die in der Regel starke Auswirkungen zeigten. Jetzt hat die Gewerkschaft der höheren Schulen, Syndicat de l’Enseignement Secondaire, für den 27. März 2017 zu einem weiteren Streiktag aufgerufen: Darauf reagierte der Gewerkschaftsbund UGTT mit einem Aufruf an die Beschäftigten, nicht zu streiken. Weil die Leidtragenden ja die SchülerInnen seien, die in diesem Schuljahr schon so viel Unterrichtsausfall gehabt hätten. Wer so einen Nobelpreis-Gewerkschaftsverband hat, braucht keine Regierung mehr als Gegner. Die Lehrergewerkschaft jedenfalls hält an ihrem Streikaufruf fest. Siehe dazu vier aktuelle Beiträge:

  • „Tunisia: Labour union calls for teachers not to strike“ am 21. März 2017 beim Middle East Monitor externer Link ist die Meldung über den Aufruf des Gewerkschaftsbundes UGTT zum Streikbruch. Als Reaktion auf diesen Aufruf wird Lasad Yakoubi, Generalsekretär der LehrerInenn-Gewerkschaft mit der Aussage zitiert, es handele sich hierbei um einen gefährlichen Präzedenzfall. Und mit einem Appell an seine Mitglieder, sich nicht auf das „Niveau der verleumderischen Sprache“ der UGTT herab zu begeben und nicht darauf zu reagieren.