Entlassungs- und Verhaftungswelle in der Türkei: Die Schergen Erdogans sind erfinderisch

Ahemd Sik in der Türkei inhaftierter journalist: Weil er rechten Terror unterstütze. Oder auch: Weil er linken Terror unterstütze...im März 2017Ahmet Şık, einer der (vielen) inhaftierten Journalisten im gleichgeschalteten Erdoganland, hat es besonders schwer. Nicht, weil er des Terrorismus angeklagt ist – das sind viele, sehr viele, tendenziell jeder, der die Regierung kritisiert. Sondern weil er angeklagt ist, den Terror der Gülen-Bewegung zu unterstützen. Und weil er angeklagt ist, den Terror der PKK zu unterstützen. Gibt es noch weitere Terroristen, die er unterstützen könnte? Die AKP vielleicht? Die jedenfalls scheint damit überfordert, zwischen Gülen und der PKK zu unterscheiden, die ja in durchaus sehr unterschiedlichen politischen Spektren beheimatet sind. In dem Artikel „Ahmet Şık : sept tweets, trois articles, un entretien et un procès qui traîne“ am 24. März 2017 im Kedistan Magazin externer Link wird die Lächerlichkeit von Erdogans eifrigen Anklägern aus der Geschichte des gewerkschaftlich engagierten Journalisten deutlich: Er war schon einmal im Gefängnis von Silivri, wo er auch jetzt gefangen gehalten wird: 2011, über ein Jahr lang. Weil er enthüllt hatte, wie die Gülen-Bewegung die Behörden infiltrierte. Aber damals war der Bruch zwischen den Expartnern Erdogan und Gülen beim Streit um die Beute noch nicht so endgültig… Siehe zwei weitere aktuelle Beiträge zu Repression und Widerstand in der Türkei:

  • „Flash news update on Turkey’s increasing ban on academics“ am 24. März 2017 bei sendika.org externer Link ist eine aktuelle Überblicks-Meldung über den weiteren Fortgang der Säuberungswelle an Universitäten der Türkei – und darüber hinaus. Der Erfüllungsgehilfe Mehmet Mirat Satoğlu hat in einem Rundschreiben alle möglichen akademischen Zeitschriften davor gewarnt, Beiträge von Verfolgten zu publizieren. Und jetzt wird niemand eine neuerliche „wer ist der Nazi“ Debatte beginnen…