Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Nix Schule, arbeiten!

Kinderarbeit„»Kinderarbeit kommt nach Kenntnis der Bundesregierung in der Türkei vor allem in der Landwirtschaft, im Dienstleistungsgewerbe sowie im Textilsektor vor«, schreibt die Bundesregierung. In der Textilbranche seien Kinder und Jugendliche häufig auch in Heimarbeit aktiv. Jüngst waren Presseberichte bekannt geworden, wonach syrische Flüchtlingskinder in der Türkei teils zwölf Stunden pro Tag in Textilfabriken für namhafte westliche Firmen arbeiten und kaum Lohn bekommen“ – aus dem Beitrag „Viele Flüchtlingskinder in der Türkei gehen nicht zur Schule“ am 17. März 2017 in neues Deutschland externer Link, worin auch unterstrichen wird, dass diese Situation offen zu behandeln eben auch eine „Gefährdung des schmutzigen Deals EU-Türkei“ bedeuten würde. Siehe zur illegalen Beschäftigung (unter Mindestlohn) einen aktuellen Beitrag und den Hinweis auf frühere Berichterstattung im LabourNet Germany:

  • „Illegale in türkischen Nähstuben“ von Hendrik Lasch am 22. März 2017 in neues Deutschland externer Link, worin unter anderem berichtet wird: „Als problematisch wird vor allem angesehen, dass die syrischen Zuwanderer in der Regel illegal beschäftigt werden. Zahlen von CCC zufolge haben von 250 000 bis 400 000 Syrern, die im Land beschäftigt sind, nur 7000 eine offizielle Arbeitserlaubnis. Kein Wunder, sagt Demir: Das Papier muss vom Arbeitgeber beantragt werden – der daran freilich kein Interesse hat, weil er dann Sozialabgaben und Mindestlohn zahlen müsste. Dieser stieg zuletzt auf 1332 Lira im Monat, was gut 350 Euro entspricht. Ein solches Einkommen liege aber unter der Armutsgrenze, viele Arbeiter willigten deshalb ein, mehr als die gesetzlich erlaubten acht Stunden an sechs Wochentagen zu arbeiten, um auf einen höheren Lohn zu kommen. Die illegal beschäftigten Syrer erhalten noch weniger Geld und keine soziale Absicherung, wehren sich aber gegenüber Arbeitgebern und Behörden kaum, um nicht den Verlust ihres Jobs zu riskieren, konstatiert die »Clean Clothes Campaign«