Vor der „Entscheidungsschlacht“ meldet sich die oft (gerne?) übersehene dritte Kraft in Syrien zu Wort: Breite Teile der Bevölkerung

Poster von Linke Strömung SyrienWas jede und jeder, die öfters einmal mit Menschen reden, die aus Syrien geflohen sind, weiß: Dass es eben keineswegs, wie so oft behauptet, nur Anhänger des Assad-Regimes oder fundamentalistischer Terrorgruppen gibt. „Es erscheint wie ein letztes Aufbäumen der Zivilgesellschaft in Idlib und dem Südwesten Aleppos, zehntausende demonstrierten in den letzten Wochen in dutzenden Städten gegen Assads drohende finale Offensive. Diese wird immer wahrscheinlicher. Die Bilder waren gewaltig, große Menschenmengen zogen am letzten und vorletzten Freitag durch Idlibs Städte, um gegen die drohende Offensive des Assad-Regimes zu demonstrieren. Zigtausende waren auf der Straße. Ein Meer aus schwarz-weiß-grünen Oppositionsflaggen. Weit und breit kein einziges schwarzes Islamistenbanner – nicht einmal in der gleichnamigen Provinzhauptstadt Idlibs, die die Dschihadisten von Hai’at Tahrir al-Sham (HTS) kontrollieren. Eigentlich haben die Radikalen die Fahne der Opposition verboten – doch davon ließen sich die Menschen nicht einschüchtern. Entsprechend aggressiv reagierte HTS auf die Proteste in der Stadt. Ein Video dokumentiert, wie die Radikalen das Feuer auf Demonstranten eröffneten. Diese ließe sich nicht auseinandertreiben, riefen lautstark: „Jolani raus!“, so heißt der Anführer von HTS. Und: „Shabiha! Shabiha!“, das Wort bezeichnet eigentlich korrupte Assad-treue Milizionäre die in den ersten Monaten des Aufstandes besonders brutal gegen Demonstranten vorgegangen waren. Immer öfter wandten syrische Oppositionelle es in den letzten Jahren gegen Rebellen…“ aus dem Gespräch „Drohende Idlib-Offensive: »Noch einmal Freiheit und Gerechtigkeit fordern«“ am 09. September 2018 externer Link von Adopt A Revolution mit Mohammad Shakrdy. Zur Existenz dieser „dritten Kraft“ in Syrien – indirekt – auch die Betrachtungen eines Geflohenen aus der BRD:

  • „Wohin sollen wir zurück?“ von Yahya Alaous am 13. September 2018 in der SZ Online externer Link, der unter anderem fragt: „… Um zur russischen Rückführungsinitiative zurückzukommen: Wohin werden die Geflüchteten zurückkehren? Nach Moskau? In eines der nach Angaben der Weltbank drei Millionen zerstörten Privathäuser in Syrien? Oder vielleicht in eine der Gegenden, die immer noch vom so genannten “Islamischen Staat” attackiert werden? Oder vom syrischen Regime selbst, mit Hilfe der Russen? Sollen sie in Dörfer zurück, die aufgrund der Luftschläge sogar von den neuesten Satellitenaufnahmen gelöscht worden sind?…“