Türkische Armee zerstört auch archäologische Stätten – was keinen allgemeinen Aufschrei hervorruft. So wenig, wie eine neue Verhaftungswelle gegen Kriegsgegner

Solidarität mit AfrinBei der türkischen Offensive sind Berichten zufolge auch ein wichtiger Damm sowie archäologische Stätten beschädigt worden. Die Einwohner Afrins fürchteten eine Überflutung der Region, sollte der „Damm des 17. April“ brechen, sagte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, am Montag. Der Damm im Gebiet Maidanka sei bereits dreimal seit Beginn des türkischen Einsatzes bombardiert worden. Die türkischen Streitkräfte hatten zuvor Luftangriffe in der Nacht zum Montag bestätigt. Der staatlichen syrischen Nachrichtenagentur Sana zufolge waren die Städte Dschandaris und Hammam sowie die Region um den Damm am Montag weiter unter Beschuss. Laut Abdel Rahman trafen türkische Kampfflugzeuge unter anderem archäologische Stätten in Deir Mischmisch im Nordosten Afrins sowie Ain Dara südlich von Afrin. Ein Großteil des antiken Tempels von Ain Dara sei zerstört worden. Das syrische Generaldirektorat für Antiquitäten und Museen im Kulturministerium verurteilte die türkischen Angriffe“ – aus der Meldung „In Afrin wird wieder geschossen“ am 30. Januar 2018 in der taz externer Link, die den Vergleich nahelegt zu öffentlichen Reaktionen aus „Kulturvernichtungs-Anlass“ in der Vergangenheit. Siehe dazu auch einen Bericht über die neuen Festnahmen von Kriegsgegnern in der Türkei und einen Überblick über die Festnahmewelle seit Kriegsbeginn:

  • „Elf Mediziner festgenommen“ von ÇINAR ÖZER am 30. Januar 2018 in der taz.gazete externer Link, worin berichtet wird: „Am 25. Januar veröffentlichten Mitglieder des türkischen Ärztebundes TTB einen Friedensaufruf, in dem sie schrieben, dass Krieg „ein Problem für die Gesundheit der Bevölkerung“ sei. Daraufhin wurden sie zur Zielscheibe des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, der sie als „Terroristenliebhaber“ bezeichnete. Am Dienstag wurden sie bei Polizeirazzien festgenommen. Am frühen Dienstagmorgen führte die Polizei Razzien in den Häusern des Vorsitzenden Prof. Raşit Tükel und Mitgliedern der zentralen Kommission sowie in der Zentrale des Ärztebundes TTB durch. Dabei wurden elf MedizinerInnen wegen den Vorwürfen der „Volksverhetzung“ und „Terrorpropaganda“ festgenommen. In ihrer Erklärung schrieben die Mitglieder des Ärztebundes: „Als Mitglieder einer Berufsgruppe, die den Eid abgelegt hat, Leben zu retten, vergessen wir nicht, dass es es unsere primäre Verpflichtung ist, das Leben und das Prinzip des Friedens zu verteidigen. Der Weg gegen den Krieg ist, ein gerechtes, demokratisches, der Gleichheit verpflichtetes, freies und friedliches Leben aufzubauen und zu ermöglichen. Nein zum Krieg, Frieden jetzt sofort!“ Es ist nicht das erste Mal, dass in der Türkei gegen KriegsgegnerInnen ermittelt wird. Die Militäroperation der türkischen Streitkräfte, die den Namen „Olivenzweig“ trägt und am 20. Januar begonnen hat, wird von verschiedensten gesellschaftlichen Milieus in der Türkei kritisiert. Insbesondere zivilgesellschaftliche Organisationen und manche politische Parteien sprachen sich gegen die Militäroffensive und für Frieden aus“.