Titanium an Südafrikas Sandstränden: Anti-Bergbauaktivist ermordet

Bazooka Radebe, ermordet 22.3.2016Die Wild Coast im Pondoland am Indischen Ozean gilt als eine der schönsten Strandgebiete überhaupt – und wer jemals beispielsweise in Port St. John war, wird dies bestätigen. Das Problem: In den Sanddünen gibt es bedeutende Vorkommen von Titanium. Seit 10 Jahren versucht die australische Bergbaugesellschaft MRC, endlich die Genehmigung zu bekommen, die Vorkommen abzubauen. Seit 10 Jahren wehrt sich ein Großteil der Bevölkerung der am meisten betroffenen Ortschaften dagegen.Das Amadiba Crisis Committee (ACC) koordinierte diesen Widerstand – und hatte bereits im Verlaufe des Jahres 2015 mehrfach auf Gewaltanwendung gegen AktivistInnen der eigenen wie auch anderer ähnlicher Gruppierungen hingewiesen. Jetzt wurde Sikhosiphi ‘Bazooka’ Rhadebe, Koordinator des ACC ermordet. Am 22. März kamen zwei Männer im Streifenwagen und Uniform zu seinem Haus, um ihn zur Vernehmung mitzunehmen – Minuten später war er von 8 Schüssen getroffen tot. In dem Artikel „Goodbye Bazooka: Wild Coast anti-mining activist killed“ von Greg Nicolson am 24. März 2016 im Daily Maverick externer Link wird auch berichtet, Radebe habe im Februar öffentlich mitgeteilt, es gäbe eine Todesliste – auf der auch er stehe. Das Unternehmen weiß von nichts – obwohl auf der Aktionärsversammlung „die Rache Gottes“ beschworen worden war… Siehe dazu auch Beiträge zu Hintergrund, Vorgeschichte – und Folgen

  • „South Africa: The Mining Company Behind the Xolobeni Conflict Has a History of Dodgy Dealings“ am 24. März 2016 bei Daily Vox externer Link ist ein Artikel, der die gesamte Auseinandersetzung um die Sandmine nachzeichnet – seitdem es im Jahre 2003 das erste Todesopfer gab, ungeklärt bis heute. Darin wird nicht nur eine Reihe von extremen Fragwürdigkeiten in den Aktionen des Unternehmens MRC aufgelistet, sondern auch die vorhandene Spaltung der Anwohnerschaft berichtet – für ein Projekt, das gerade einmal 22 Jahre lang funktionieren soll, bis die Vorkommen erschöpft seien. In dem Artikel werden auch die rassistischen Praktiken des Unternehmens in einer bereits funktionierenden Sandmine geschildert – wie auch die zahlreichen Verstöße gegen Vorschriften und Genehmigungsbedingungen. Und: Das MRC auch in Papua Neuguinea genauso agiere