Rassistische Pogrome in Südafrika – und die Rolle der Regierung, auf die der Gewerkschaftsbund SAFTU hinweist

Erneute Pogrome in Südafrika gegen alle AusländerMindestens zwei Menschen sind in der vergangenen Woche bei fremdenfeindlichen Attacken in der Region um die südafrikanische Hafenstadt Durban getötet worden, wie das Nachrichtenportal Eyewitness News und weitere südafrikanische Medien berichteten. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua schrieb sogar von sechs Todesopfern. Die abweichenden Angaben beruhen dabei höchstwahrscheinlich auf einer Definitionsfrage. So sollen auch mindestens zwei mutmaßliche Angreifer bei Attacken auf von Migranten betriebene Geschäfte getötet worden sein. Zudem wollte die Polizei Angriffe zunächst nicht als fremdenfeindlich, sondern als kriminell motivierte Akte werten, wenn die Opfer auch beraubt worden waren. Auffällig ist jedoch, dass sich die Attacken ausschließlich gegen Migranten aus anderen afrikanischen Staaten richteten. Ähnliche Wellen fremdenfeindlicher Übergriffe hatte es in Südafrika bereits in den vergangenen Jahren gegeben. So waren 2008 landesweit mindestens 67 Menschen – afrikanische Migranten und Südafrikaner, die für Ausländer gehalten worden waren – bei einer wochenlangen Serie von Überfällen getötet worden. Nachdem 2015 wiederum bei fremdenfeindlichen Attacken mindestens fünf Menschen getötet worden waren, begannen einige afrikanische Staaten, ihre Bürger aus Südafrika zu evakuieren…“ – so beginnt der Beitrag „Auf Hetze folgt Betroffenheit“ von Christian Selz am 04. April 2019 in der jungen Welt externer Link, in dem auch mehrere Beispiele von Äußerungen von Regierungsvertretern – inklusive des Staatspräsidenten – berichtet werden, die solcherart Mobilisierung erzeugen. Siehe dazu auch eine Stellungnahme des Gewerkschaftsbundes SAFTU:

  • „SAFTU rejects the xenophobia and Afrophobia“ am 03. April 2019 externer Link ist eine ausführliche Erklärung des linken Gewerkschaftsverbandes zu diesen aktuellen Ereignissen. Der Kern der Stellungnahme zielt darauf ab, dass es eben nicht Migrantinnen und Migranten aus anderen afrikanischen Ländern seien, die an der Misere großer Teile der Bevölkerung schuld seien, sondern die von ihnen mehrheitlich gewählte Regierung und ihre kapitalistische Politik, was ausführlich und konkret begründet wird.