| 150.000 Bergarbeiter streiken für mehr Lohn 
„In Südafrika sind heute rund 150.000 Bergleute in den Streik getreten. Seit Wochen verleihen Hunderttausende Kumpel mit Arbeitsniederlegungen ihrer Forderung nach 14 Prozent mehr Lohn Nachdruck. Die Arbeitgeber haben nach Angaben der mächtigen Gewerkschaft NUM sieben bis 8,5 Prozent mehr Lohn angeboten. Der staatliche Stromversorger Eskom, der auf die Kohle angewiesen ist, sieht noch keine unmittelbare Gefahr für die Energieerzeugung. Ein Unternehmenssprecher sagte, der Kohlevorrat reiche durchschnittlich bis zu 36 Tage. Allerdings könne ein langer Streik gekoppelt mit einer höheren Energienachfrage im derzeitigen Winter die Stromversorgung stark beeinträchtigen. Der Energiekonzern muss auch mit Streiks seiner eigenen Beschäftigten rechnen. Für sie fordert die Gewerkschaft 16 Prozent mehr Lohn.“ Meldung beim ORF vom 25.07.2011 
"Nehmt euch, was euch gehört"
Seit Oktober 2010 dauert die Besetzung des Unternehmens Mine-line nun schon an - und die Auseinandersetzungen um Verstaatlichung bei einem neoliberal strukturierten Staat sowie um die Haltung der Gewerkschaften werden zunehmend zu gesamtgesellschaftlichen Debatten. In dem Beitrag "Take Back What's Yours" von Shawn Hattingh am 29. März 2011 beim Zmag wird eine Zwischenbilanz versucht.
Bergbauzulieferer besetzt
Seit dem 20. Oktober halten rund 100 Arbeiter das Unternehmen Mine Line besetzt - der private Eigentümer hatte noch am Tag der Insolvenzerklärung 15 Millionen Rand für sich entnommen...Das Unternehmen, das unter anderem Bergbaulokomotiven herstellt war in eine Krise geraten, seitdem der Eigentümer Anfang August 2010 versucht hatte, sich um die Konsequenzen eines schweren Arbeitsunfalls herumzudrücken, der drei Arbeitern das Leben kostete. Die Besetzungsaktion wird von zahlreichen sozialen AktivistInnen unterstützt und auch von der Gewerkschaft der Metall und Elektrikindustrie MEWUSA. Die laufende Aktion wird dokumentiert und inklusive Forderungskatalog für eine Betriebsübernahme durch die Belegschaft und Solidaritätsadressen in dem Beitrag "Workers take over factory to defend jobs" bei der südafrikanischen CWI-Sektion am 26. Oktober 2010.
"Kriegserklärung der Lehrergewerkschaft" trotz Streikende...
Obwohl die Frist für die Gewerkschaften, eine Entscheidung über den ausgehandelten Kompromiss im öffentlichen Dienst zu treffen, am 12. Oktober ablief, haben sich die Gewerkschaften der Branche, die nicht der COSATU angehören, sondern im Independent Labour Caucus zusammengeschlossen sind, noch nicht entschieden - während die Lehrergewerkschaft der COSATU, die SADTU, das Abkommen ablehnt, und den Kampf gegen die Regierung proklamiert - allerdings den Streik nicht wieder aufnehmen will...
a) Zweimal Ablehnung
Neben der SADTU (South African Democratic Teachers Association, 245.000 Mitglieder, COSATU) wird auch die PSA (Public Servants Association, 211.000 Mitglieder) das ausgehandelte Abkommen nicht unterzeichnen. Insgesamt waren (und sind) 19 Gewerkschaften an der Auseinandersetzung im öffentlichen Dienst beteiligt, 8 davon in der COSATU, 11 im ILC. Die beiden nicht unterzeichnenden Gewerkschaften stellen aber rund 40% der Gewerkschaftsmitglieder im ÖD. Soweit der Überblick in "Sadtu, PSA put wage deal at risk" von Samantha Enslin Payne am 12. Oktober 2010 im Business Report.
b) SADTU-Kongress: Taktiken? "Teachers' war declaration" heisst der redaktionelle Beitrag vom 11. Oktober 2010 bei leadership.com, worin darauf verwiesen wird, dass der Beschluss natürlich in Zusammenhang mit den Debatten auf dem Gewerkschaftstag zu sehen sei, aber eben auch in Hinblick auf die Treffen der regierenden Dreierallianz...
Gewerkschaftskongresse, Streikergebnisse, Wahlergebnisse...
Sowohl die zweitgrösste Gewerkschaft in der COSATU, die demokratische Lehrergewerkschaft SADTU, als auch die NEHAWU, Gewerkschaft der Beschäftigten im Gesundheitsbereich, waren maßgeblich an dem offiziell immer noch nicht beendeten (da die Abkommen noch nicht unterschrieben sind) dreiwöchigen Streik im öffentlichen Dienst beteiligt. Und beide haben jetzt, unmittelbar danach, Gewerkschaftstage. Und, obwohl einst mit anderer Tagesordnung anberaumt, das Thema Streikergebnis als zentrale Debatte - inklusive bei den jeweiligen Vorstandswahlen. Ein schneller Überblick "Ergebnisse" vom 08. Oktober 2010.
SADTU: Provinzregierung will Gefängnis, Mitgliedschaft kritisiert "Ausverkauf"
Der Streik im öffentlichen Dienst, der nach rund zwei Wochen mit einer lohnerhöhung zu Ende ging, die für deutsche Verhältnisse sehr nahe an der Ausgangsforderung lag, in Südafrika aber, wo die Menschen jeden Rand brauchen, in weiteren Teilen mit unzufriedenheit aufgenommen wurde - dieser Streikt wurde neben den Krankenhäusern vor allem von der demokratischen Lehrergewerkschaft SADTU geführt. Nach stiller Beendigung des Streiks kommt die Gewerkschaft jetzt von zwei Seiten "unter Feuer": Die Provinzregierung von Gauteng möchte den Vorstand im Gefängnis sehen, Teile der Mitgliedschaft äussern ihren Unmut.
a) Im Forum der Kommunistischen Jugendliga Südafrikas wird der offene Brief, den COSATU-Generalsekretär Vavi an den regionalen SADTU Vorsitzenden von Mthate geschrieben hat dokumentiert. Dieser hatte in einem von seiner Leitung unterzeichneten Brief gefordert, Vavi und der Vorstand der SADTU müssten kommen, um ihren Ausverkauf zu klären. Der Antwortbrief "RE: SADTU LEADERSHIP HAS SOLD OUT" vom 17. September 2010 antwortet dieser Kritik - wobei die Rechnungen, die da aufgemacht werden, durchaus an bundesdeutsche gewerkschaftliche Formeln zur nachträglichen Erfolgsberechnung erinnern.
b) Der Vorstand der SADTU veröffentlichte am 20. September 2010 die Pressemitteilung "GDE interdict may further strain public sector post-strike relations" in der die Attacke der Provinzregierung von Gauteng kritisiert wird, die der Lehrergewerkschaft Aktivitäten an den Einrichtungen faktisch verbieten will, bzw den Vorstand für die Mißachtung eines entsprechenden Erlasses vor Gericht bringen will.
Streik ausgesetzt - was heisst das?
Eine intensive Mitgliederbefragung über das neue Angebot der Regierung führte am vergangenen Wochenende dazu, dass eine Pressekonferenz zur offiziellen Reaktion der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes mehrfach verschoben werden musste. Es gab allerdings auch verschiedene Quellen, die besagten, es handele sich nicht um eine Befragung der Mitglieder, sondenr um deren Bearbeitung, ihren Widerstand gegen die Akzeptanz des neuen Angebots aufzugeben. Das Angebot lag mit 7,5% Lohnerhöhung um ein halbes Prozent über dem ersten - und 1,1% unter der Forderung. Was aus der Ferne aussehen mag, als wäre der Unterschied gar nicht so gross, ist ganz offensichtlich für viele Gewerkschaftsmitglieder ein doch ganz wesentlicher Unterschied, weil die Einkommen niedrig sind und die Preise steigen. Es gab auch mehrere Stimmen in den Presseveröffentlichungen, die die Absage des Solidaritätsstreiks anderer COSATU-Gewerkschaften, die Generalsekretär Vavi in letzter Minute verkündete, dafür verantwortlich machten, dass die Gewerkschaften dem gesellschaftlichen Druck schwer standhalten konnten.
a) Offizielle Stellungnahmen aus verschiedenen Gewerkschaften werden in dem Artikel "Union leaders keen to end strike" von Sne Masuku, Anna Majavu, Sipho Masombuka und Namhla Tshisela im Sowetan vom 06. September 2010 zusammengetragen, darunter auch die erwähnte Kritik an Vavi.
b) Exemplarisch für die komplizierte Lage - aber auch dafür, dass aussetzen trotz aller Beteurungen logischerweise beenden heisst - ist die Pressemtitteilung der Lehrergewerkschaft SADTU vom 06. September 2010 "The strike is suspended" .
c) Die offizielle gemeinsame Begründung aller im Independent Labour Caucus zusammengefassten Gewerkschaften aller Verbände hat denselben Titel "The strike is suspended" ist ebenfalls vom 06. September 2010 und zählt ausschliesslich die Erfolge der streikbewegung auf - ausgehend davon, dass im ursprünglichen Haushaltsansatz der Regierung eine Lohnerhöhung um 5,3% vorgesehen war und keine Erhöhung der Mietbeihilfen - so war auch das allererste Angebot gewesen.
d) In dem ausführlichen Artikel "South African strike: Political watershed?" von Leonard Gentle (von der International Labour and Research Information Group) in der Ausgabe vom 09. September 2010 des Online-Magazins Pambazuka wird eine erste Bewertung des Streiks versucht, die insbesondere deswegen lesenswert ist, weil er diesen gesamtgesellschaftlich verortet: Die Entschlossenheit der Streikenden, die sowohl der Regierung und allen sie stellenden Kräften, als auch der Gewerkschaftsführung einiges Kopfzerbrechen verursacht hat und es noch tut verortet Gentle dort, wo es sich um eine Generation von Menschen handele, die lange Zeit durchaus sich selbst als sozial aufsteigend wahrgenommen hätten, denn Stellen im öffentlichen Dienst waren ihren Eltern noch verwehrt gewesen; die Gesamtentwicklung des ÖD hätten sie alle lange auf die persönlichen Kreise bzw politische Strömung des früheren Präsidenten Mbeki zurückgeführt und erst jetzt würden sie die Probleme dem ANC insgesamt zuschreiben - Probleme, die nicht nur in der Regierungspolitik neoliberalen Einschlags lägen, sondern auch in deren Ergebnissen - nämlich, dass neben den Oberklassen auch wichtige Teile der (neuen) Mittelklasse einen öffentlichen Dienst gar nicht mehr brauchen, hätten sie doch in ihren gated communities alles, was sie brauchen. Und Gentle führt auf der anderen Seite die Veränderung der Gewerkschaftsbewegung an: beispielsweise habe heute ein Drittel der Gewerkschaftsmitglieder einen höheren Schulabschluss und die Mehrheit der COSATU seien keine Produktionsarbeiter mehr...
Kommando zurück: Regierung verbessert Angebot im öffentlichen Dienst, Gewerkschafter wollen mehrheitlich weiterstreiken, Experten machen sich weiter überflüssig...
Ein neues Angebot der Regierung an die streikenden Gewerkschaften im öffentlichen Dienst, das recht nahe an den Forderungen liegt wird gegenwärtig in den jeweiligen Mitgliedschaften diskutiert. Solidaritätsstreiks, die von COSATU-Gewerkschaften bereits vorbereitet waren, wurden einstweilen ausgesetzt. Derweil jammern die (was immer das auch sei) Experten - wie immer über die dem Kapitalismus weltweit zu teuere Arbeitskraft - und machen sich solche Sorgen um die mafiösen Bewertungen des Landes, in ihrer Sprache Ratings genannt.
a) "Die überwältigende Mehrheit der Mitglieder der beteiligten COSATU-Gewerkschaften lehnen das angebot von 7,5% Lohnerhöhung ab, sie lehnen auch die 800 Rand Mietbeihilfe ab, sie fordern weiterhin 8,6% und 1.000 Rand, sie sind ausgesprochen wütend und unser Mandat ist somit klar" - das waren die Aussagen des COSATU-Generalsekretärs Vavi gestern, laut dem Bericht "Cosatu unions reject Govt's revised offer" des südafrikanischen Senders SABC vom 02. September 2010.
b) Wie die Sprecher der verschiedenen beteiligten Einzelgewerkschaften, sowohl der COSATU als auch des Zusammenschlusses mit den Gewerkschaften anderer Föderationen den Stand der Debatten in ihren jeweiligen Organisationen darstellen, wird in dem Beitrag "Strike Set to Drag on as Labour Federation Digs in its Heels" von Wilson Johwa und Alistair Anderson am 02. September 2010 im Business Day (hier gespiegelt bei allafrica) berichtet.
"Wer schützt den Richter vor dem Schmerz, wenn er spricht und keiner hörts ?"
Ein Gericht hat die Streikenden im öffentlichen Dienst zur Wiederaufnahme der Arbeit verurteilt. Die Streikenden haben dieses Gericht zur Wirkungslosigkeit verurteilt. Der Streik geht weiter, stärker denn je und am Donnerstag wurden landesweit Proteste und Solidaritätsaktionen organisiert. Unsere aktuelle Materialsammlung "Der Streik und der Präsident" vom 27. August 2010.
Eine Million streiken im öffentlichen Dienst - Armee arbeitet, Polizei setzt Gummigeschosse ein...
Es ist eine Auseinandersetzung um Lohnerhöhung (und Mietbeihilfen), aber es ist mehr als das: Der grösste Streik seitdem Zuma Präsident ist, der dies ja mit grosser Unterstützung der Gewerkschaftsbewegung wurde - und es ist eben der öffentliche Dienst. Die Beteiligung am Streik erreicht Rekordhöhen, die Armee muss Notdienste übernehmen - und die Polizei geht mit massiven Represionsmaßnahmen vor.
a) Die Lehrergewerkschaft SADTU ist eine der beteiligten COSATU-Gewerkschaften (die ÖD-Gewerkschaften anderer Verbände haben sich mit diesen im Independent Labour Caucus zusammengeschlossen) - und jene, deren Mitglieder sich nahezu geschlossen beteiligen. Dies wird in der Pressemitteilung "Members heed strike call and respond to Minister Baloyi's threat to sign off agreement" vom 19. August 2010 ebenso unterstrichen, wie die Haltung der Regierung bzw des zuständigen Ministers kritisiert wird.
b) Der Bericht "More than 1 million South Africa state workers strike" von Jon Herskovitz am 18. August 2010 gibt einen Überblick über den ersten Streiktag.
c) Der Bericht "Violence erupts as Zuma orders police to crush national strike" von Daniel Howden am 20. August 2010 im Independent schildert nicht nur die Polizeibrutalität, sondern unterstreicht auch die Tatsache, dass der Präsident persönlich den Polizeieinsatz anordnete.
d) Der Bericht "Army called in to disperse South African strikers" von Andrew Geoghegan vom 20. August 2010 hat seinen Schwerpunkt in dem Armeeeinsatz zur Sicherung der Notdienste - und zur "Verteidigung der Krankenhauspatienten".
Zechenbesetzungen - trotz Gewerkschaft und Polizei
Wieder einmal: Nicht bezahlte Löhne - für Dezember 2009 - sowie in diesem Falle die geforderte Entlassung eines rassistischen Managers haben zu Aktionen geführt: In der zweiten Januarhälfte wurden die Zechen Two Rivers und die Bokoni Platinum Mines von etwa 150 Arbeitern besetzt. Die Gewerkschaft NUM distanzierte sich von der Aktion und behauptete zunächst sogar, einige ihrer - in Wirklichkeit aktiv beteiligten - Mitglieder seien zur Teilnahme gezwungen worden. Die Justiz tat ihren Teil und schickte Polizeitruppen, selbst traditionelle Häuptlinge wurden mobilisiert, um die Besetzer zur Aufgabe zu bewegen - was sie unter dem allseitigen Druck und angesichts nicht vorhandener Unterstützung dann auch taten. Was diese auseinandersetzung trotzdem bedeutet, wird in dem Beitrag "Seething Anger in South Africa" von Shawn Hattingh vom 03. Februar 2010 in dessen Z-Space diskutiert.
Kein Anschluss unter dieser Nummer
„Noch sind keine 100 Tage seit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Südafrikas vergangen. Doch Jacob Zumas Kabinett wird bereits heftig kritisiert, Bewohner der Townships und Beschäftigte im öffentlichen Dienst sowie in einigen Branchen wie der Bauwirtschaft und der chemischen Industrie protestieren. Die Gewerkschaften fordern höhere Löhne und bessere Sozialleistungen, am Montag traten 150 000 Angestellte der Stadtverwaltungen in den Streik. In den Shantytowns wenden sich die Bewohner gegen Lokalpolitiker, die meist dem regierenden ANC angehören. Im Laufe der vergangenen zwei Wochen kam es in mehreren Siedlungen im ganzen Land zu spontanen Kundgebungen, Auseinandersetzungen mit der Polizei und Plünderungen…“ Artikel von Ruben Eberlein in der Jungle-World vom 30.07.2009 
Streiks auf den WM-Baustellen
- Streik in Südafrika beendet
„Der Streik auf den WM-Baustellen in Südafrika endet nach einer Woche: Die etwa 70 000 Bauarbeiter stimmten am Mittwoch einer Lohnerhöhung von zwölf Prozent zu, einem Prozentpunkt weniger als von ihnen gefordert. Die Arbeit soll am Donnerstag wieder aufgenommen werden, teilten die Tarifparteien mit. Der Konflikt hatte die pünktliche Fertigstellung der Spielstätten für die Fußballweltmeisterschaft im nächsten Jahr gefährdet. Neben den Neubauten unternimmt Südafrika für den Massenansturm der Fußballfans auch Anstrengungen zur Verbesserung der Infrastruktur. Der Chef des WM-Organisationskomitees, Danny Jordaan, begrüßte das Ende des Streiks: "Startet die Bauarbeiten jetzt ernsthaft neu." Bauarbeiter in Südafrika verdienen monatlich einen Mindestlohn von 215 Euro. Hilfsarbeiter bekommen oft weniger als 140 Euro." AP-Meldung in der Süddeutschen Zeitung vom 16.07.2009 
- Es brodelt am Kap
Gewerkschaften fordern deutliche Lohnerhöhungen und bessere Sozialleistungen. Streikwelle beeinträchtigt Vorbereitungen auf Fußball-WM. Artikel von Raoul Rigault in der jungen Welt vom 15.07.2009 . Aus dem Text: „Südafrika steht vor einem heißen Winter. Der Generalsekretär des größten Gewerkschaftsdachverbandes COSATU, Zwelinzima Vavi, warnte die Regierung in der vergangenen Woche vor einer »explosiven Welle unkontrollierbarer Arbeiterunruhen im ganzen Land«. Mehr als 70000 Bauleute begannen Mittwoch nachmitttag einen unbefristeten Streik für deutliche Lohnerhöhungen und den Ausbau des Sozialsystems. Bergarbeiter kämpfen gegen prekäre Beschäftigung und der öffentliche Dienst gilt angesichts nicht eingehaltener Regierungsversprechen als »tickende Zeitbombe«. Darüber hinaus fordern COSATU und Jugendliga der Regierungspartei ANC die Verstaatlichung der Bergwerke, um feindliche Übernahmen und Personalabbau zu verhindern. Staatschef Jacob Zuma, dessen Wahl im Mai mit großen Hoffnungen verbunden war, hingegen lehnt einen »Linksruck« in der Wirtschaft kategorisch ab und meinte: »Ich schulde niemandem etwas«, was COSATU postwendend als »Kriegserklärung« bezeichnete…“
- Streiks in Südafrika. Eine neue Großbaustelle
„Moses Dabula trägt einen blauen Overall, auf dem der Schriftzug seines Arbeitgebers prangt, und einen dicken Knüppel in den Händen. „Den habe ich dabei, um meine Wut zu demonstrieren“, sagt er. Für gewöhnlich hält Moses eine Maurerkelle, mit der er die Wände des Soccer-City-Stadiums in Soweto verputzt. Aber Moses will nicht mehr. „Ehrlich, ich fühle mich nicht gut dabei“, sagt er über den Streik, der nahezu alle WM-Baustellen des Landes seit Mittwochnachmittag lahmlegt. „Aber es geht einfach nicht mehr.“ 2500 Rand verdiene er als Maurer im Monat, das sind umgerechnet 227 Euro. Für die Anfahrt zur Baustelle zahle er 400 Rand im Monat. Die Miete für sein kleines Häuschen in Soweto betrage 1200 Rand. So blieben ihm und seiner Familie 900 Rand oder 81 Euro zum Leben. Dabei sind die Preise für Lebensmittel in den vergangenen Monaten um 15 Prozent gestiegen, die für Treibstoff ebenfalls und jetzt will der Energiekonzern Eskom mitten im südafrikanischen Winter auch noch die Strompreise um 30 Prozent erhöhen. „Wir haben die Nase voll“, sagt Moses. Die umstehenden Arbeiter brummen zustimmend…“ Artikel von Thomas Scheen in der FAZ vom 09. Juli 2009 
ArbeitnehmervertreterInnen entlassen wegen Protesten gegen Sicherheitsprobleme
„Bei der zu Sappi gehörenden Enstra Papierfabrik in Südafrika sind bereits 19 ArbeitnehmervertreterInnen beurlaubt worden und erwarten jetzt eine disziplinarische Strafe. Sie werden beschuldigt, ArbeiterInnen zu einem Streik aufgerufen zu haben, nachdem ein Arbeiter sich geweigert hatte, ungesicherte Arbeit zu verrichten. Dieser Arbeiter ist einer von 23, die zwar weiter beschäftigt werden, aber aufgrund ihrer Rolle in 3 kurzen Sicherheitsprotesten ebenfalls mit einer Strafe rechnen müssen. Sappi wollte ursprünglich 4 ArbeitnehmervertreterInnen entlassen, als sich die CEPPWAWU jedoch dagegen ausgesprochen hat, entließ Sappi alle ArbeitnehmervertreterInnen, so dass die 700-ArbeiterInnen Fabrik jetzt ohne Repräsentation da steht. Direkt nach den Streiks hat eine ArbeiterInnen-Management Gruppe einen Bericht zu Sicherheitsproblemen und den daraus resultierenden Streiks verfasst, der auch Empfehlungen zur Verbesserung der Situation enthält. Das Management hat diese Empfehlungen jedoch ignoriert und sich trotz Aufforderungen seitens der Sappi MitarbeiterInnen aus 7 Ländern an den CEO Ralph Boettger dazu entschieden, disziplinarische Maßnahmen zu ergreifen. Ihre Stimme wird benötigt – schreiben Sie direkt an die Angestellten der Abteilung für Betriebsverfassung.“ Act NOW!-Kampagne von Labourstart 
Betrieb besetzen? Eine Debatte hat begonnen...
Im Osten Johannesburgs hatte die Firma Santini Zulieferproduktion für die Omnibusse Afrikas geleistet: die Arbeiter allerdings hatten seit März ihren Lohn nur noch unregelmäßig bekommen, trotz eines Großauftrages aus Gabun und eines weiteren aus Kapstadt. Am ersten Maiwochenende wurde dann, mehr oder minder zufällig, beobachtet, wie Maschinen aus der Firma abtransportiert wurden... zu teuer sei die Produktion - vor allem, nachdem das Unternehmen vor kurzem mit dem Plan scheiterte, den ersten Schritt zum Ersatz der Stammbelegschaft durch Zeitarbeiter zu machen: die Belegschaft wehrte sich erfolgreich dagegen. Und diskutiert jetzt, nachdem der weitere Abtransport verhindert wurde, die Besetzung und Weiterführung des Betriebs, zumal die ersten Kontakte zu Kunden positiv verliefen. Ausser Löhnen schuldet das Unternehmen auch noch Sozialabgaben, Gewerkschaftsbeiträge und andere Sozialkosten, die zwar eingesammelt, aber nie bezahlt wurden... Die Pressemitteilung der NUMSA "Debt-ridden bus manufacturer disappear owing staff millions of rands in wage payments and unpaid pension fund contributions" vom 8. Mai 2009.
Streik in Südafrika nach 4 Wochen beendet
Verhandlungsergebnis sieht eine Lohnsteigerung um 7,5 % ab dem 1.Juli vor. Die Verhandlungen sollen im August des nächsten Jahres weitergeführt werden. Lehrer, Krankenschwestern und alle anderen im öffentlichen Dienst Beschäftigten werden ihre Arbeit heute wieder aufnehmen. Ab Montag soll alles wieder normal laufen. Siehe dazu die Reuters-Meldung bei CNN vom 28.06.2007: „Crippling four-week strike in South Africa ends” und den Kommentar “It's over at last, but there are few winners” von Xolani Mbanjwa auf IOL- Independent Online vom 29.06.2007
Streikpremiere in Südafrika: Ausstand im Öffentlichen Dienst mit politischen Dimensionen
Artikel von Georg Krase im Neues Deutschland vom 20.06.07
Ein politischer Streik und Duschen gegen Aids
„Der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst Südafrikas ist der größte seit dem Ende der Apartheid. Die Gewerkschaften wollen ihren Einfluss auf die Regierung wieder erhöhen. Der African National Congress (ANC) reagiert in seiner Ablehnung überraschend geeint auf den Streik. Und der umstrittene Hoffnungsträger der Gewerkschaften, Jacob Zuma, warnt vor schlechter Publicity im Ausland…“ Artikel von Romin Khan auf telepolis vom 24.06.2007
Der grösste
Streik seit dem Sturz der Apartheid
Seit dem 1. Juni befinden sich die Beschäftigten
des öffentlichen Dienstes Südafrikas im Streik: die von
Unternehmensseite angebotenen 6 Prozent Lohnerhöhung würden
im besten Fall einen Inflationsausgleich bedeuten. 12 Prozent sind
gefordert und bessere Arbeitsbedingungen. An jedem Streiktag haben
die Gewerkschaften bisher den Streik verbreitert. Entlassungsdrohungen
scheinen an der normalen Tagesordnung, Partnerschaft hin oder her.
Der aktuelle Überblick "Streik
im öffentlichen Dienst" vom 7. Juni 2007
Kraft und Terror: immer noch keine Toblerone
Streik und Aussperrung beim Nahrungsmittelkonzern Kraft gehen inzwischen in die 15. Woche. Und während die PR-Abteilung von Kraft die üblichen Verschleierungen publiziert ("nichts gegen Gewerkschaften", "Löhne über dem Durchschnitt" usw usf) beharrt das Unternehmen trotz mehrerer Tausend internationaler Protestbriefe etc darauf, dass alle - alle - shop stewards der Nahrungsmittelgewerkschaft FAWU entlassen werden und sperrt die 314 Belegschaftsmitglieder weiter aus - um zur selben Zeit KontraktarbeiterInnen einzusetzen. Der neue (englische) Soliaufruf "Lockout Continues at Kraft South Africa/Talks Break Down over Kraft's Insistence on Disciplining Union Leaders" der Nahrungsinternationale IUF vom 5. September 2006
Solidarität mit den streikenden EinzelhändlerInnen
Seit drei Wochen streiken die Mehrheit der 52.000 Beschäftigten der Shoprite-Kette quer durch Südafrika. Die meisten Streikenden sind Frauen, die in der Regel in den Townships wohnen und den steigenden Preisen für Transport, Strom und Wasser ausgesetzt sind, weshalb sie Lohnerhöhungen von rund 300 Rand fordern. Der Kampf gegen diese steigenden Preise, die Privatisierung dieser Grundversorgung und das System, das sie hervorruft ist das Grundanliegen des Antiprivatisierungsforums - weshalb es auch naheliegend ist, dass das APF jetzt zur Solidarität mit den Streikenden aufruft - und zum Boykott von Shoprite. Die (englische) Pressemitteilung "The Anti-Privatisation Forum Calls Upon Communities to Support the Striking Workers at Shoprite Checkers" vom 31. August 2006.
Bergwerke, Nahrungsmittelfabriken, PutzerInnen: Streikwelle in Südafrika
Die nachlassende Mobilisierungskraft der COSATU ist ebenso ein gesellschaftliches Thema, wie ihre zunehmende Veralterung: In diesen Tagen jedoch ist davon wenig zu sehen. Streiks in verschiedenen Branchen - inklusive der Versuche, etwa in den Bergwerken die migrantischen Beschäftigten der zahlreichen Drittfirmen einzubeziehen - und auch in Bereichen, in denen geringe Organisationsgrade bestehen scheinen einiges in Bewegung zu bringen. Die kleine aktuelle Materialsammlung "Streikwelle 2006" von Anfang August 2006.
Tränengas gegen streikende Supermarktbelegschaften
Immer wieder kam es in den vergangenen Wochen zu Streikaktionen der Belegschaften der Supermarktkette "Pick 'n pay", die quer durchs Land rund 20.000 Menschen beschäftigt. Am Donnerstag letzter Woche kam es an der Victoria&Albert Waterfront in Kapstadt zu einem massiven Polizeieinsatz gegen die Streikenden - Tränengas wurde abgefeuert und mindestens 50 Festnahmen durchgeführt. Die Zugangsblockade sei ungesetzlich, so die Polizei. Die Gewerkschaft SA Commercial, Catering and Allied Workers Union (Saccawu) hält sich zurück... Der redaktionelle (englische) Bericht "Store Strikers Teargassed 50 Held At V&A As Pick 'N Pay Protest Turns Ugly" vom 22. Juli 2005 in der Zeitung "Cape Argus", gespiegelt bei "Allafrica".
Telkom plant die Entlassung der Hälfte der Beschäftigten
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South Africa: Stop Telkom Retrenchments. “Telkom workers in South Africa are facing a new wave of retrenchments. The telecommunications giant plans to shed another 4,181 workers in 3 years, despite its record R4.592 billion profit for the 2004 book year -- in a country with an unemployment rate of 42%. In 1999 Telkom employed 61,237 workers. This number has almost been halved to 31,624 by 30 June 2004. The company is planning a further 30% cut in personnel over the next three years, in order to achieve a reduction in operating costs from the current 22.6% to 17%....” Aktionsseite bei LabourStart 
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Massive internet campaign against Telkom. „Trade union Solidarity on Wednesday claimed that more than 30,000 activists and trade union members world-wide would be mustered this week against dual listed telecommunication giant Telkom's (TKG) planned retrenchments…” Meldung vom 01-Sep-2004 beim südafrikanischen Business Day über die massiven gewerkschaftlichen Proteste
Der Streik an Südafrikas Flughäfen
Seit dem 17.Dezember streiken an den grossen Flughäfen Südafrikas die in der Transportarbeitergewerkschaft SAWATU (South African Transport and Allied Workers Union) organisierten Verladearbeiter. Sie wehren sich dabei insbesondere gegen die Forderung der seit 2003 privatisierten Gesellschaft Equity Aviation (EAS) nach Ausdehnung der Arbeitszeit von 40 auf 45 Stunden pro Woche. Zahlreiche Solidaritätsaktionen des Gewerkschaftsbundes COSATU fanden in den letzten Wochen statt, bei einer Demonstration in Johannesburg gab es 38 Festnahmen und über 120 der rund 900 streikenden Arbeiter wurden entlassen. Siehe dazu
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“Another day of strike, another lie from EAS” (englischer) Bericht in (und bei) den "Weekly News" (E Mail Dienst) der COSATU vom 5.März 2004
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"Radebe confident of end to baggage strike". Redaktionelle (englische) Meldung der South African Broadcasting Corporation vom 16.März 2004 über den Vermittlungsversuch des Ministers Lukas Radebe auf der SABC Homepage
Größter Streik im Einzelhandel. 30 000 Beschäftigte einer Ladenkette im Ausstand wegen Sozialabbau
"Seit mehr als einer Woche wird die große südafrikanische Ladenkette Shoprite-Checkers bestreikt. 30000 Arbeiter und Angestellte wehren sich gegen die Umwandlung ihrer Vollzeit- in Teilzeitstellen und gegen die damit verbundenen Streichungen ihrer Sozialleistungen..." Artikel von Hanna Ndlovu, Pretoria, in ND vom 29.10.03 
Sicherheitskräfte eröffnen das Feuer auf streikende Bergarbeiter
Zwei Tote und 14 Verletzte - das war das Ergebnis eines Angriffs von Security guards der East Rand Proprietary Mines (ERPM) am Montag, den 7.Oktober 2002. Die Belegschaft der Goldmine ERPM war über ein Subunternehmen angeheuert - und nach der Beendigung des Vertrags sollten die Bergarbeiter in die Arbeitslosigkeit entlassen werden, deswegen trat sie in den Streik. Der IBFG hat einen Protestbrief an Südafrikas Präsidenten Thabo Mbeki geschrieben, in dem diese Vorkommnisse als "völlig untragbar" bezeichnet werden. Der (englische) Brief des IBFG an Mbeki 
Freiheit für Max Ntanyana und Ncebe Sithole
Zwei Aktivisten der SAMWU sind beim Streik in der privaten Wasserwirtschaft Südafrikas festgenommen worden und - im Gegensatz zu 15 ihrer Kollegen - nicht nach zwei Tagen wieder freigelassen. Juristischer Grund: Beide sind gleichzeitig führende Mitglieder der Kampagne gegen Zwangsräumungen (aec). Eine Zusammenfassung von verschiedenen Berichten bei indymedia Südafrika, Pressemitteilungen der SAMWU und Mail-Nachrichten der aec
August 2001: Große Lohn-Streiks in der südafrikanischen Autoindustrie
Siehe hierzu die Dokumentation unter Branchen: Auto
Klassenkampf in Pretoria - Der Generalstreik des COSATU gegen die Arbeitslosigkeit war ein Erfolg
Vier Millionen Arbeiter vielleicht sogar mehr sind dem Aufruf der historischen Gewerkschaftskonföderation COSATU zum Generalstreik gefolgt und haben gestern Südafrika lahmgelegt. Dieser Streik spricht über die Armut, über die Arbeitslosen und über die Sehnsüchte des Kapitals, sagte der Vorsitzende des COSATU, Willie Madisha, als er den Spitzen des südafrikanischen Unternehmerverbandes SACOB das Memorandum über die Entlassungen und die Arbeitslosigkeit übergab. Artikel aus der unabhängigen linken italienischen Tageszeitung il manifesto vom 11.5.2000, übersetzung: Antifa-AG der Uni Hannover und Gewerkschaftsforum Hannover
Solidaritätsappell: Dockerführer aus Durban ermordert!
Vusi Mbeje, ein führender Vertauensmann bei den Werften im Durban wurde am 9. März ermordert. Es wird dringend Hilfe benötigt! Weitere Information.
Der Kongreß der südafrikanischen Gewerkschaften hat am 1.2.2000 landesweite Proteste gegen Arbeitsplatzvernichtung begonnen
(englischsprachige) Info-Seite 
öffentlicher Dienst streikt in Südafrika
Offenbar größter Arbeitskampf seit Ende der Apartheid - ein Kurzbericht (24. August 1999) |