Der rechte Bürgermeister von Madrid erfüllt sein Wahlversprechen: „Ihr dürft Dreckschleuder!“

Madrid Demonstration für autofreie Innenstadt am 29.6.2019„… Madrid am Samstagnachmittag. Die Stadt ächzt unter 40 Grad im Schatten. Kein Wetter, bei dem man gern demonstriert. Und doch sind Tausende Menschen auf der Straße. “Ja zu Madrid Central”, rufen sie. So heißt das Programm, das in den vergangenen Monaten viel Verkehr aus der Innenstadt verbannt hat. Die Demonstranten wollen, dass das so bleibt: “Wir haben deutlich gespürt, wie der Verkehr verschwunden ist”, sagt eine Frau dem Sender La Sexta. “Weniger Lärmbelastung, weniger Luftverschmutzung – und jetzt stellt der Bürgermeister alles wieder auf den Kopf.“ Tatsächlich hat Madrids neuer konservativer Bürgermeister José Luis Martínez Almeida keinerlei Sympathien für Madrid Central, das Prestigeprojekt seiner linken Vorgängerin Manuela Carmena. Seit Ende November durften besonders große Abgasschleudern nur noch mit Ausnahmegenehmigung ins Zentrum fahren. Auf der berühmten “Gran Vía” opferte die Stadt Fahrstreifen für breitere Bürgersteige und Bäume. Außerdem verhängte sie im Zentrum eine ganze Reihe von Zufahrtsbeschränkungen. Das Ziel: Den Autoverkehr aus der Innenstadt verbannen – und so die chronisch schlechte Luft in Madrid verbessern. Das entschiedene Vorgehen gegen den Smog sorgte in der ganzen Welt für Aufsehen. Bürgermeister Almeida will trotzdem kein gutes Haar an dem Projekt lassen…“ – aus dem Bericht „Madrid macht die Rolle rückwärts“ von Marc Dugge am 01. Juli 2019 bei tagesschau.de externer Link zur Umwelt- und Gesundheitspolitik der Rechten (nicht nur in Madrid). Siehe dazu auch einen Demonstrationsbericht aus Madrid:

  • „Miles de personas inundan el centro de la ciudad para decir alto y claro: #MadridCentralSeQueda!!“ am 29. Juni 2019 bei kaosenlared externer Link ist ein Demonstrationsbericht aus Madrid vom Tage, in dem vor allem hervorgehoben wird, dass es keinesfalls nur die „üblichen Verdächtigen“ waren, die zu dieser Demonstration aufgerufen hatten, die dann so viel größer wurde, als erwartet. Unter jenen, die da mobilisiert hatten, waren beispielsweise auch Elternvereinigungen durchaus unterschiedlicher Orientierung und Initiativen für eine andere Gesundheitspolitik… In dem Bericht sind auch zahlreiche Links zu Organisationen und Personen eingearbeitet, die an dieser großen Mobilisierung des Protestes beteiligt waren.