| Wie in anderen Ländern Westafrikas auch, schaute man im Senegal nach Rom...
Der aktuelle Beitrag "Nach den Hungerrevolten ist vor den Hungerrevolten" von Bernard Schmid vom 6. Juni 2008 zu den Ergebnissen der Welternährungskonferenz der FAO in Rom und den dort beschlossenen Perspektiven, nicht zuletzt für Westafrika.
Vertreter von Verbraucherverbänden verurteilt
Zwei Vertreter zweier Verbraucherorganisationen standen vor Gericht wegen ihrer Verantwortlichkeit für eine Demonstration am 30. März - und wurden im Schnellverfahren zu je einem Monat Haft auf Bewährung verurteilt - weniger, als die Staatsanwaltschaft wollte, aber eben wegen "Störung der öffentlichen Ordnung" verurteilt, auch als Drohung an künftige Proteste zu verstehen. Näheres in dem aktuellen Beitrag "Dakar: Urteile gegen Anmelder der Protestversammlung vom 30. März fielen in der senegalesischen Hauptstadt" von Bernard Schmid vom 18. April 2008.
Zu den Brotrevolten in Westafrika
Interview von Bernard Schmid mit Souleymane Ndiaye, « Exekutivsekretär » (secrétaire exécutif) der Vereinigung der senegalesischen Konsumenten/Verbraucher ASCOSEN - Association des consommateurs du Sénégal
Zustände wie in Europa: Für Proteste gibt es Polizei
"Die Bilder ähneln sich, denn sie kehren seit mehreren Wochen und Monaten in verschiedenen Ländern des afrikanischen Kontinents zurück. Zuerst kommt es zu, mehr oder minder spontanen, „Aufläufen“ von protestierenden Menschen auf der Straße, die sich darüber beschweren, dass sie ihre Grundnahrungsmittel immer weniger bezahlen können. Die Ordnungskräfte schreiten daraufhin ein, um den „nicht angemeldeten Charakter“ der Versammlung geltend zu machen oder die „verbotene Demonstration“ aufzulösen" - so beginnt der aktuelle Artikel "Es rappelt in der Küste" von Bernard Schmid vom 4. April 2008 über die fortgesetzten Massenproteste gegen die Teuerung, aktuell im Senegal aber auch in ganz in Westafrika.
Erstmals alle Gewerkschaften einig: Gegen EPA
Am 7. Januar fand in Dakar eine Demonstration gegen die von der EU nach wie vor geforderte Unterzeichnung der Abkommen zur wirtschaftlichen Partnerschaft statt. Senegals Präsident Wade hatte bei dem Gipfeltreffen der EU mit den Staaten Afrikas im Dezember in Lissabonn zu jenen gehört, die die Unterzeichnung eindeutig ablehnten. Die ohnehin bereits breite Ablehnungsbewegung - überall, aber besonders stark eben unter anderem im Senegal - hat daraufhin noch einmal einen Schub bekommen - eine Demonstration von mehreren Tausend TeilnehmerInnen ist im Senegal nichts alltägliches. Aus diesem Analß hatten nun auch - erstmals - alle 13 Gewerkschaftsföderationen des Landes eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, mit der sie die Unterzeichnung der vorgeschlagenen Abkommen ablehnen, weil sie nichts zur Entwicklung der afrikanischen Länder beitrügen, sondern sie ausplünderten und die afrikanische Einheit sabotierten. Der (französische) Bericht "Contre « le torpillage de l'intégration africaine » par les APE : Dakar, point de départ de la fronde contre les APE" vom 9. Januar 2008 bei "Bilaterals.org"
Die Sache selbst in die Hand nehmen...
Wenige (Institutionen, Unternehmen, Organisationen) sind es, die nicht gegen Kinderarbeit Stellung nehmen, Programme zu ihrer Bekämpfung gibt es ohne Ende. Was keineswegs bedeutet, die Zahl der Kinder die arbeiten müssen würde abnehmen. Schliesslich produzieren sie billig. Im Senegal - genauer in der Problemregion Casamance - hat sich deswegen die Vereinigung der Kinder und jugendlichen Arbeiter gebildet, die in Ziguinchor einen öffentlichen Kongress organisierte. Ihre dort in Diskussionen entwickelten Forderungen kreisen allesamt um das Recht auf Ausbildung berichtete SEYDOU PROSPER SADIO in "Ziguinchor sonne la mobilisation" am 9. November 2007 in der Tageszeitung "Le Soleil".
Der "heisse Mittwoch" von Dakar
Mittwoch, der 21. November - ein heisser Tag in Dakar. Im Wortsinn: Brennende Reifenbarrikaden am Morgen, Gasschwaden in der Innenstadt am Nachmittag. Morgens protestierten die StrassenhändlerInnen gegen ihre Vertreibung, Nachmittags die Gewerkschaftskoordinationen gegen die Teuerung. Mit der kleinen Materialsammlung "Heisser Mittwoch" vom 22.November 2007 soll ein Schlaglicht auf die aktuelle Situation des Landes und der Menschen geworfen werden, die vor allem was die Teuerung betrifft, auch anderen westafrikanischen Ländern ähnlich ist.
"Wenn das Leben immer teuerer wird, müssen auch die Staatsgewerkschafter sich bewegen, sonst nimmt sie keiner mehr ernst"
Die diversen Gewerkschaftsföderationen und übergewerkschaftlichen Zusammenschlüsse im Senegal haben in den letzten Monaten - wieder einmal - den Kampf gegen die Teuerung in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten gestellt - auf unterschiedliche Weise. Die seit den Zeiten Sedar Senghors regierungsnahe CNTS setzt auf "Zusammenarbeit" die Intersyndicale auf - wie stets auch von diversen politischen Parteien mit gesteuerte - Mobilisierung. In einem Telefongespräch mit Babacar Sow, Aktivist von SINFAD (Gewerkschaft der Verwaltungsinformatiker) versuchen wir, einige Hintergründe der gegenwärtigen Lage und der Gewerkschaftsentwicklung kennen zu lernen: "Andere Konseuquenzen sind nötig" vom 15. November 2007.
Die ganze Belegschaft
entlassen...
Nicht auf Gewerkschaften gewartet hatten die etwa
600 Beschäftigten des Unternehmens Mèches Darling um
ihre Lohnforderungen zu vertreten - zunächst legten sie als
Ausdruck der Unterstützung betrieblicher Forderungen alle ein
rotes Armband an und ließen "die Arbeit ruhen",
danach wurde ihnen allen gekündigt - bis auf 67, denen großzügig
angeboten wurde, sie "dürften" weiter arbeiten -
nur, daß sich auch von diesen 60 weigerten und dann auch der
Rest. Die Entlassung betraf sowohl festangestellte Belegschaftsmitglieder,
von denen viele seit langen Jahren im Betrieb arbeiten, als auch
Beschäftigte auf Zeit und von Subunternehmen. Der Bericht "Entire
workforce fired for wildcat strike"
von Jeff Costello am 13. September 2007 bei libcom publiziert.
Gefahr erkannt! Ihr Name: Mensch Senegal bekommt Hilfe von Spanien: ein Hubschrauber, zwei Patrouillenboote. Zweck: Fluchtwegunterbindung, wie es Bürokratenseelen nennen. Und während die Medienwirtschaft die schwarze Gefahr auf den Kanaren in grellen Farben malt und die Meldungen über gefundene Leichen längst Alltag geworden sind, werden die Stimmen jener, die es als normal ansehen, wenn Menschen versuchen, ihr Leben zu fristen, an den Rand gedrängt. Die aktuelle Materialsammlung aus Stellungnahmen von Organisationen Betroffener und Telefoninterviews von Anfang September 2006 "Fluchtursache Lebensbedingungen".
Club Aldiana - Kampf um Gewerkschaftsrechte
Es mag ja für manche ein toller Urlaub sein, in einem solchen Club (vor allem, wenn man das Land nur als Postkarte kennenlernen will), tolle Arbeit für die Beschäftigten ist es wahrlich nicht: Am vergangenen Sonntag haben 400 Beschäftigte die Arbeit niedergelegt, weil einigen KollegInnen, die eine Gewerkschaft organisieren wollten, entlassen wurden. Der Bürgermeister vermittelte einstweilen - die nationale Gewerkschaft der Hotelangestellten verhandelt mit der Geschäftsleitung und so lange ist der Streik ausgesetzt. Der (französische) Bericht "Club Aldiana : la colère du personnel pollue l'air du petit paradis" von Karim Lo in der senegalesischen zeitung "Wal Fadjiri" vom 25. Oktober 2005, gespiegelt bei "Allafrica".
Für eine Handvoll Dollars
(Pour une poignéé de dollars). Ein (französischer, mit kurzer deutscher Zusammenfassung) Bericht und Kommentar von Ousseynou Kane über die Bedeutung der senegalesischen "neuen Beziehungen zu den USA" nach Bushs Besuch in Dakar - und ihre sozialen Auswirkungen
Arbeiten und nicht an die Schulden denken
Armut durch McJobs bekämpfen - das Patentrezept des IWF hat auch im Senegal versagt. Artikel von Lars Wisotzki , in Jungle World Nr. 09/2001 vom 21. Februar 2001 |