Schweizer Gewerkschaft Syndicom: Welche Krise?

Gewerkschaftszeitung Syndicom Schweiz2011 fusionierten die Gewerkschaften Kommunikation und Comedia zur 47 000 Mitglieder starken, drittgrössten Gewerkschaft der Schweiz. So unterschiedliche Branchen und Gewerkschaftskulturen wie die der Drucker, Journalistinnen, IT- und Telekommunikationsleute und PöstlerInnen fanden sich unter einem Dach wieder. Die Fusion sollte den Mitgliederschwund bremsen, mittelfristig die Zahl der Mitglieder wieder wachsen lassen, die politische Schlagkraft erhöhen und die Verhandlungsmacht gegenüber den Unternehmen stärken. Fünf Jahre nach der Fusion ist keines dieser ehrgeizigen Ziele erreicht. Syndicom macht aus unterschiedlichen Gründen gerade keine «bella figura»: Die Gewerkschaft hat über 10 000 Mitglieder verloren, die Personalfluktuation von aktuell etwa fünfzehn Prozent ist katastrophal, und eine MitarbeiterInnenbefragung ergab ein vernichtendes Resultat. Mobbingvorwürfe, fehlende gewerkschaftliche Antworten auf den rasanten technologischen Wandel und Arbeitsplatzverlust in manchen von Syndicom vertretenen Branchen, Strategiestreit und teilweise schwache Abschlüsse bei Gesamtarbeitsverträgen (GAV) setzen der Gewerkschaft zu. Die Stimmung ist nervös. Denn weniger Mitglieder bedeuten weniger Mittel. Weniger Mittel heisst: Schwächung der Schlagkraft“ – so beginnt „Der Fisch stinkt vom Kopf her“ von Andreas Fagenti am 18. Februar 2016 in der WoZ externer Link, worin neben vielen Fakten auch ausführlich die Positionen verschiedener Seiten in der innergewerkschaftlichen Auseinandersetzung um die Krise berichtet werden. Keine Schweizer Spezialität