Streik an der Goldküste – Dauerpräsenz und gratis Überstunden: Seit Tagen streiken die Pflegerinnen der privaten Spitex-Firma Primula AG in Küsnacht ZH

„Die Pflegerin Sylwia Chlewinska heuerte vor etwa einem Jahr bei der Primula AG an. Von Polen aus und via Skype. Der Arbeitsvertrag kam per E-Mail. Die private Schweizer Spitex- Firma wirbt im Osten Personal für die Betagtenbetreuung an. Eine Agentin hilft ihr bei der gezielten Suche. Mehr als tausend Überstunden hat Chlewinska mit der Zeit angehäuft. Und hat dafür bisher keinen Lohn gesehen! Auch ihre Berufskollegin Beata Olsewska hat 110 Überstunden auf dem Konto. Als sie die Auszahlung forderte, wollte ihr Firmenchef Daniel Hoss nur fallweise einen «Bonus» geben. Jetzt sind beiden Polinnen im Streik. Und mit ihnen die Hälfte der vierzehn Mitarbeitenden bei Primula. Beata Olsewska: «Das kann so nicht weitergehen!»..“ Artikel von Ralph Hug  in der Work, Zeitung der UNIA vom 19.06.2014 externer Link. Siehe dazu:

  • Harte Vorwürfe an die Unia – Spitex-Streik eskaliert
    Der Streik in einer privaten Küsnachter Spitex-Firma weitet sich aus. Nun schaltet sich der Verband Spitex privée Suisse ein: Der Gewerkschaft Unia wirft er Nötigung vor. Diese wehrt sich. Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung vom 20. Juni 2014 externer Link. Aus dem Text: „(…) Eine Einigung scheint nicht in Sichtweite, im Gegenteil: Der Firmenchef Daniel Hoss und die Gewerkschaft Unia decken sich gegenseitig mit schwer wiegenden Vorwürfen ein. Ersterer prangert an, die Unia wiegle die Mitarbeiter auf und nutze den Konflikt, um Aufmerksamkeit für ihre Anliegen im Pflegebereich zu erhaschen. Ein Streik sei völlig unverhältnismässig und damit rechtswidrig, da er gesprächsbereit sei, dem Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) die Arbeitsverträge zur Kontrolle geschickt und das kantonale Einigungsamt ein Vermittlungsverfahren gestartet habe. Die Gewerkschaft ihrerseits wirft Hoss vor, er habe wiederholt auf Verzögerungstaktik gesetzt und Gesprächsangebote ausgeschlagen: Der Streik sei nicht leichtfertig angezettelt worden. Die Hauptvorwürfe sind, dass die Primula AG widerrechtliche Arbeitsverträge ausstelle, Tiefstlöhne von 3500 Franken zahle und viele Überstunden nicht begleiche: laut dem Unia-Sprecher Lorenz Keller sind Ausstände von rund 150 000 Franken offen…