Krankenhausstreik 2013 im Spital “La Providence” in Neuenburg/Neuchâtel

Dossier

Krankenhausstreik 2013 in Neuenburg“Auf einen ersten Warnstreik am 18. September reagierte die Geschäftsleitung mit Repression, Drohungen und Verschleppung der Verhandlungen. Auch der Staat versuchte gegen die Kampfbereitschaft vorzugehen und erklärte einen ersten Streikversuch für illegal.  Die Angestellten des Spitals haben sich nicht einschüchtern lassen und sind am 26. November in den Streik getreten. Sie kämpfen damit für den Erhalt des geltenden GAVs Santé 21, gegen die drohende Auslagerung und gegen aktuelle Entlassungswellen”. Die Kantonsregierung gerät zunehmend in die Kritik.

Siehe dazu:

  • Grossaufmarsch in Neuenburg: Kundgebung für entlassene Angestellte von Neuenburger Klinik
    In der Westschweizer Stadt haben am Samstag nach Gewerkschaftsangaben bis zu 2000 Personen gegen die Entlassung von 22 Angestellten der Klinik La Providence und für die Beibehaltung des Gesamtarbeitsvertrags demonstriert. Syna-Zentralsekretärin Chantal Hayoz sprach gegenüber der Nachrichtenagentur SDA von einem «grossartigen Erfolg». Es seien weitaus mehr Leute gekommen als beim Protestmarsch am 26. Januar. An der damaligen Solidaritätsbekundung für die Streikenden und am Protest gegen die Übernahme der Klinik La Providence hatten rund 500 Personen teilgenommen…Meldung in der NZZ vom 16.02.2013 externer Link
  • Kündigungen im Spital „La Providence“: Bundesrat Schneider-Ammann muss intervenieren!
    „Gestern hat die Direktion des Spitals „La Providence“ in Neuenburg anlässlich einer Medienkonferenz bekannt gegeben, dass sie das Arbeitsverhältnis der 22 Angestellten fristlos kündigt, die sich mit einem Streik für die Fortführung des bestehenden Gesamtarbeitsvertrags wehren. Die Angestellten sind vorab nicht über diesen Schritt informiert worden. Diese Nachricht habe bei dem versammelten Vorstand von Travail.Suisse, den unabhängigen Dachverband der Arbeitnehmenden, grosse Bestürzung ausgelöst. Es darf in der Schweiz nicht möglich sein – und ist auch rechtlich nicht haltbar –, dass Mitarbeitende mit einer fristlosen Kündigung rechnen müssen, wenn sie sich mit einem verfassungsmässigen Recht für die Sozialpartnerschaft einsetzen. Falls das Spital „La Providence“ mit diesem Vorgehen Erfolg hat, würde dies der Institution Sozialpartnerschaft und damit einem der wichtigsten Trümpfe der Schweiz im internationalen Standortwettbewerb einen immensen und kaum wieder gut zu machenden Schaden zufügen. Der Vorstand von Travail.Suisse hat Bundesrat Schneider-Ammann heute schriftlich gebeten, bei den Verantwortlichen des Spitals „La Providence“ zu intervenieren, zwischen den Parteien zu vermitteln und sich für eine verlässliche Sozialpartnerschaft einzusetzen.Pressemitteilung von Travail.Suisse vom 05.02.2013 externer Link
  • Streik im Neuenburger Spital „La Providence“: Staatlich gedecktes Lohndumping verhindern
    „Was in der ganzen Schweizer Wirtschaft selbstverständlich ist, soll in Neuenburg ausser Kraft gesetzt werden? Im Neuenburger Gesundheitswesen besteht ein kantonaler Gesamtarbeitsvertrag unter dem Namen „Santé 21“, der für alle Spitäler, für die meisten Alters- und Pflegeheime, ja selbst für die Neuenburger Spitex gilt. Gemäss geltendem Recht muss ein Spital, das vom Kanton Subventionen und auf die kantonale Spitalliste will, diesen Branchen-GAV einhalten. In allen anderen Branchen ist das ebenso: Wenn der Staat mit Steuergeldern Güter, Bauaufträge oder andere Leistungen einkauft, so darf er damit nicht Lohndumping betreiben. Er muss vom Lieferanten verlangen, dass die orts- und branchenüblichen Anstellungsbedingungen eingehalten werden…Beitrag beim Schweizerischen Gewerkschaftsbund vom 18.12.2012 externer Link
  • Krankenhausstreik in Neuenburg
    Auf einen ersten Warnstreik am 18. September reagierte die Geschäftsleitung mit Repression, Drohungen und Verschleppung der Verhandlungen. Auch der Staat versuchte gegen die Kampfbereitschaft vorzugehen und erklärte einen ersten Streikversuch für illegal. Die Angestellten des Spitals haben sich nicht einschüchtern lassen, am 22. November weitere Kampfmassnahmen entschieden und sind am 26. November in den Streik getreten. Sie kämpfen damit für den Erhalt des geltenden GAVs Santé 21, gegen die drohende Auslagerung und gegen aktuelle Entlassungswellen” – so beginnt der Aufruf “Solidarität mit den Streikenden des Spital La Providence in Neuenburg” externer Link am 05. Dezember 2012 im Aufbau – auf der Seite gibt es auch noch Hintergrundinfos und Möglichkeiten zur Solidarisierung.