Moderne Zeiten: Die Räder drehen immer brutaler

Die Lage der Beschäftigten spitzt sich zu: Das frei verfügbare Einkommen von 90 Prozent der Berufstätigen sinkt und damit auch ihre Kaufkraft. Die Lohnungleichheit nimmt zu. Und neuerdings sinken auch die Frauenlöhne wieder…” Artikel von Oliver Fahrni und Marco in der “Work” Unia Gewerkschaftszeitung am 23.10.2014 externer Link

  • Aus dem Text:1,5 Millionen Arbeitende leiden unter Stress, eine Folge des immer höheren Arbeitstempos. Das belegt der Gewerkschaftsbund SGB in einem neuen Bericht. Diese Probleme treiben auch Arbeitnehmende dazu, die Lösung in der Abschottung der Schweiz zu suchen. Doch diese würde die Lage nur verschärfen. work zeigt, wo eine wirkliche Problemlösung ansetzen müsste. Die Lohnschere geht weiter auf. Mehr Lohn erhielten in den letzten 10 Jahren vor allem die Spitzenverdiener: Um fast 16 Prozent stiegen die Gehälter der oberen 10 Prozent, der mittlere Lohn stieg nur leicht (weniger, als die Abgaben stiegen). Die untersten 10 Prozent mussten zwischen 2010 und 2012 sogar einen Lohnverlust von 0,6 Prozent in Kauf nehmen. Die Lohnschere öffnet sich immer weiter. Nimmersatt füllen sich die Manager und Verwaltungsräte die Taschen. Spitzenreiter im Jahr 2013 war Roche-CEO Severin Schwan. Er kassierte 13,7 Millionen Franken Jahressalär – 225 Mal mehr als der tiefste Lohn beim Chemiekonzern. Inzwischen beziehen in der Schweiz 2580 Menschen ein Gehalt von über 1 Million Franken. Auch die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern ist erneut auf 18,9 Prozent gestiegen. Krasse Lohnunterschiede sind einer der Gründe für die Ungleichheit bei den Vermögen…” Siehe auch:
  • »Wir kämpfen in der Schweiz an mehreren Fronten«
    Das Land ist so reich wie noch nie, doch das Geld bleibt bei den Reichen hängen. Zudem grassiert Fremdenfeindlichkeit…” Interview von Johannes Supe mit Paul Rechsteiner in junge Welt online vom 2. November 2014 externer Link
    Aus dem Interview: “… Wer profitiert denn dann vom Schweizer Reichtum?
    Den bedeutendsten Teil dessen, was zusätzlich erwirtschaft wurde, haben sich die Bestverdienenden in die Tasche gesteckt. Nach Abzug der Teuerung sind die höchsten zehn Prozent der Löhne um satte 15 Prozent gestiegen, die Zahl der Lohnmillionäre liegt heute sogar 13mal höher als noch vor 30 Jahren.
    Auf einer SGB-Tagung am vergangenen Wochenende sprachen Sie von der Notwendigkeit einer »lohnpolitischen Wende«.
    Das ist das Gebot der Stunde, wir brauchen mehr Gesamtarbeitsverträge. Zwar ist es uns gelungen, deren Abdeckung zu verbessern und die Verschlechterung der Tieflöhne zu verhindern. Aber der Anteil der geschützten Arbeitsverhältnisse ist mit gut 50 Prozent noch zu niedrig. Neben der Lohnfrage wollen wir auch die Arbeitsqualität thematisieren. In der Schweiz gibt es eine besorgniserregende Zunahme von Stresserkrankungen, was mit der Verdichtung der Arbeit zu tun hat. Sie müssen sich klarmachen, dass die effektive Wochenarbeitszeit in der Schweiz mit 42,8 Stunden enorm hoch liegt…”