ArbeiterInnen aus Asien sollen die Krise Saudi Arabiens ausbaden – und setzen sich zur Wehr

Entlassene Oger-Arbeiter demonstrieren in der saudischen Wüste - am 11.8.2016Von ihren (zumeist) Bauunternehmen entlassen, protestieren Tausende von ArbeiterInnen aus verschiedenen asiatischen Ländern gegen Erwerbslosigkeit und Lohnprellereien – und hören von ihren jeweiligen Regierungen in der Regel, man werde sie nach Hause holen. Von Hilfe bei entgangener Entlohnung und allem, was mit diesen Entlassungen sonst zusammenhängt, meist kein Wort. Weswegen sie sowohl auf die regierende Saudisippe als auch auf ihre eigenen Regierung zunehmend weniger gut zu sprechen sind, und stattdessen bereits mehrere Demonstrationen organisiert haben. Die Krise der ölfördernden Länder hat seit längerem auch Saudi-Arabien erreicht – und die vielen Tausend ArbeitsmigrantInnen sollen sie ausbaden. Siehe dazu fünf aktuelle Beiträge:

  • „Gestrandet am Golf“ von Thomas Berger am 24. August 2016 in der jungen welt externer Link, worin es zur Auswirkung der Krise der Bauindustrie heißt: „50.000 Mitarbeiter, ein Viertel der Belegschaft, hat im April die Saudi Binladin Group (SBG) auf die Straße gesetzt. Der Konzern war bislang Branchenprimus, erhielt jede Menge staatlicher Aufträge. Als am 11. September 2015 ein Kran auf der Baustelle an der Großen Moschee in Mekka (dem zentralen Heiligtum der Muslime) umstürzte, wobei es 107 Tote gab, entzog das Königshaus seinem bisherigen Hauptpartner die Gunst. Und da auch die privaten Bauvorhaben zuletzt einen Rückgang um etwa 50 Prozent zu verzeichnen hatten, wie die National Commercial Bank recherchiert hat, gibt es für die Firma kaum Alternativen, um Einnahmen und Beschäftigung zu sichern. Dem Konkurrenten Saudi Oger (zum Firmenimperium des früheren libanesischen Premiers Saad Hariri gehörend) geht es kaum besser. Auch dort wurden zuletzt noch einmal 4.050 Beschäftigte entlassen