| Gewerkschaften zwischen den Fronten?
Im Mai, am Tag als der libanesische Gewerkschaftsbund CGTL zum Generalstreik aufrief, rief auch die Hizbollah auf: gegen die Offensive der Regierung - und der Streik ging in den folgenden Straßenkämpfen unter. Jetzt, nachdem es ein Abkommen der verschiedenen Parteien gibt, machen sich die Gewerkschaften daran, zu versuchen, die sozialen Probleme des Landes auf die Tagesordnung der gesellschaftlichen Debatte zu bringen. In einem Land, dessen Lage die Hälfte aller unter 25-jährigen zur Arbeitsmigration zwingt und der Mindestlohn seit 1996 eingefroren ist, wahrlich keine kleine Aufgabe. Ghassan Ghosn, der Vorsitzende des CGTL wird von Francesco Volpicella und Beatriz Martínez in "Crise sociale et syndicats" interviewt, ein Beitrag, der am 8. September 2008 beim belgischen Centre Tricontinental publiziert wurde.
Der entführte Generalstreik
Es war zum Generalstreik aufgerufen - als Protest gegen die Teuerung und für die Erhöhung des Mindestlohns. Der Streik wurde zum Spielball der Auseinandersetzungen zwischen regierung und Opposition - so sehr, dass die vorbereitete Großdemonstration abgesagt werden musste. Global Voices Online bietet in der Zusammenstellung "Lebanon: Strike Gone Sour" vom 8. Mai 2008 einen Überblick über die sehr unterschiedlichen Reaktionen einer großen Zahl libanesischer Blogger.
Hetzjagd gegen
syrische Arbeiter im Libanon
Wenn von Syrien und dem Libanon die Rede ist, dann
meist von der syrischen Regierung - sehr selten hingegen von den
zehntausenden syrischer Arbeiter aller Rechtsverhältnisse,
die quer durch den Libanon arbeiten. Und immer wenn libanesische
und westeuropäische Medien "die bösen Syrer"
ausmachen, leidet kein Herr in Damaskus darunter, sondern die "Gastarbeiter".
a) Ein persönlicher (englischer) Beitrag einer
syrischen Bloggerin "In
the Memory of the Syrian Workers in Lebanon"
vom 1. Mai 2007, in dem die syrischen ArbeiterInnen im Libanon als
Spielball der Politik bezeichnet werden.
b) Auf demselben Blog gibt es den (englischen) anonymen
offenen Brief eines syrischen Arbeiters "A
Letter from a Syrian Worker in Lebanon"
vom 30. Mai 2007, der solcherart oben erwähnte Erfahrungen
persönlich gemacht hat.
Generalstreik - politisch gesteuert?
Ist der Generalstreik im Libanon politisch gesteuert
- also geht es den Streikenden gar nicht um ein Anliegen, sondern
um den Sturz der EU-Lieblingsregierung? Stecken gar Iran und das
allmächtige Syrien dahinter? Was einst ein traditionell eher
linkes Verteidigungsargument war, wenn die Arbeiter wieder einmal
nicht wollten, wie ihre "Vorhut" - das übernimmt
das Bürgertum nun, angesichts der eher mißlichen Lage,
in der sich das "Projekt Libanon" befindet. Die knappe
aktuelle Materialsammlung "Siniora
- adieu?" vom 25. Januar 2007.
Vorhof zur Hölle: Dienstmädchen aus Sri Lanka im Libanon
Sie fliehen: Wie zu Zeiten der Sklaverei ist Flucht die verbreitetste Form, sich gegen unmenschliche Behandlung zur Wehr zu setzen. Die Behandlung asiatischer Dienstmädchen in vielen arabischen Staaten ist in den Herkunftsländern längst zum politischen Thema geworden: sie werden geschlagen, nicht bezahlt und oft auch vergewaltigt - und ihnen werden die Pässa abgenommen. Speziell im Libanon ist diese Vorgehensweise reicher Familien bereits Thema internationaler Erkundungen geworden. Der (englische) Bericht "Freedom for maids in Lebanon" von Reem Haddad, der am 19. April 2006 auf der Mailingsliste "Alter-EE" veröffentlicht wurde.
"Aus den Händen geglitten..."
Tote und Verletzte gab es in Beirut, als die Armee das Feuer auf Demonstranten eröffnete. Der 27.Mai 2004 wird in die Geschichte des Landes eingehen - als was? Ein Überblick Anfang Juni 2004.
"Generation Tabubruch - Die Neue Linke im Libanon"
Eine Reportage aus Beirut von Hannah Wettig bei der Schwulen- und Lesbenseite "Etuxx" vom November 2003, über Versuche, die traditionelle Kräftekonstellation (auch der Linken) im Lande zu überwinden |