Philippinische Gewerkschaften: “Das Versprechen war nicht, Leiharbeit zu regulieren, es lautete Verbot der Leiharbeit. Das ist unser gemeinsames Ziel”

Protest vor dem Arbeitsministerium in Manila - für das verbot der Leiharbeit im März 2017Nicht sehr weit weg von hier gibt es jede Menge Gewerkschaften, die auch noch die schreiendste Unmenschlichkeit regulieren, Hauptsache, man braucht sie – wozu auch immer. Sehr weit weg von hier gibt es Gewerkschaften – ganz unterschiedlicher Orientierung – die so eine Erscheinung wie die Leiharbeit keineswegs regulieren wollen, sondern abschaffen, beenden, Schluss machen mit Extra-Ausbeutung. Was ein Wahlversprechen des neugewählten Sheriffs an der Regierungsspitze gewesen war – das mit dem jüngsten Erlass des Arbeitsministeriums (DOLE) nach Ansicht der Gewerkschaftsbewegung gebrochen wurde. „Das ist kein Verbot der Leiharbeit (Endo), sondern eine Anleitung für die Unternehmen, sie zu legalisieren“ so etwa die Stellungnahme des Gewerkschaftsbundes Kilosang Mayo Uno – womit  diese Föderation aber keineswegs alleine in der Gewerkschaftslandschaft steht. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge und einen Hinweis auf frühere Berichterstattung – das Titelzitat hätte von uns sein können…

  • „New DOLE order on contractualization a mere rehash of old policy – Labor groups“ von Marya Salamat am 17. März 2017 bei Bulatlat externer Link ist ein Beitrag, der einen Überblick gibt über die Reaktionen der Gewerkschaften auf das neue Dekret des Arbeitsministeriums zu Leih- und Zeitarbeit. Der „Erlass 174“ des Arbeitsministeriums vom Vortag sei keine Veränderung der entsprechenden Politik der Vorgänger-Regierung, so der gemeinsame Tenor der gewerkschaftlichen Stellungnahmen – es gehe darum, das „Regime der Zeitarbeit“ zu beenden, nicht darum, es zu reformieren, so habe auch das nunmehr nicht gehaltene Versprechen des Präsidenten Duterte, in seiner Wahlkampagne einer der zentralen Punkte,  gelautet. Zwar verbiete der neue Erlass angeblich 7 Varianten von Leih und Zeitarbeit, aber erstens seien genau diese 7 Varianten bereits seit 2011 verboten gewesen und zweitens hätten die Unternehmen daraus gelernt, sich bei ihren Machenschaften legal zu verhalten, weswegen dieser erlass weder Veränderung noch Verbesserung sei
  • „Duterte’s praise for DOLE Order 174 condemned“ am 17. März 2017 beim Gewerkschaftsbund KMU externer Link (Facebook) ist die Stellungnahme des größten Verbandes der Philippinen, des KP-nahen Kilosang Mayo Uno, in der das Lob des Präsidenten für den Erlass des Arbeitsministeriums scharf kritisiert wird. Generalsekretär Jerome Adonis betonte, die Arbeiterinnen und Arbeiter des Landes seien wütend, weil Duterte, statt die Fron zu verbieten, sie regeln wolle, was ohnehin nicht gehe. Der Erlass 174 sei, so Adonis weiter, nichts anderes als eine neue Umschreibung der § 106 bis 109 des Arbeitsgesetzes, mit denen diese extreme Form der Ausbeutung legalisiert worden sei. Die Regierung zeige sich dadurch als servil gegenüber den Forderungen des Kapitals