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SUTEP-Vorsitzender zieht Bilanz der Auseinandersetzungen um die neuen Richtlinien für die LehrerInnen 
Im Bulletin der lateinamerikanischen Interessensgemeinschaft für Erziehungspolitik "Referencias" Nr 22 vom Oktober 2007 interviewt Flape-Mitarbeiter Miguel Sanchez den Vorsitzenden der peruanischen LehrerInnengewerkschaft SUTEP über den Streik vergangenen Sommer gegen das neue Gesetz zur Lehrerlaufbahn - und darüber, warum und wie heute nach Ende des Streiks verhandelt wird. Luis Munoz, der Vorsitzende sieht darin kein Problem, schliesslich habe es nur aus zwei Gründen diesen Streik gegeben - der seine Gewerkschaft auch nicht geschwächt habe. Erstens, weil die Regierung absolut nicht verhandlungswillig gewesen sei und zweitens wegen der Bestrebungen der radikalen Kräfte innerhalb der SUTEP, die durch ihre Konfrontation etwa mit der Polizei, das Ansehen des Streiks gemindert hätten. In dem Schwerpunkthema dieser Ausgabe 22 finden sich unter dem Titel "Controversias en torno a la nueva Ley de Carrera Pública Magisterial" auch noch weitere Beiträge zu dieser Auseinandersetzung.
Was passiert in Peru?
Ähnlich wie in Oaxaca überzieht derzeit eine der stärksten Protest.,-und damit auch Repressionswellen den Andenstaat Peru. Mehr als 300 Personen wurden bislang inhaftiert; mindestens drei Menschen sind getötet worden. Was sind die Hintergründe und Ursachen? Artikel von Gustavo Espinoza in der Linkezeitung vom 25.07.2007
Peru paralysiert
„Generalsstreik und Lehrerproteste bringen die Regierung in Bedrängnis. Abkehr vom neoliberalen Wirtschaftsmodell gefordert. Perus Regierung steht mit dem Rücken zur Wand. Seit fast zwei Wochen befinden sind Tausende Lehrer, Bauarbeiter und Bauern im Ausstand. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen und eine Abkehr vom Freihandelsabkommen (TLC) mit den USA. All dies hatte der sozialdemokratische Präsident Alán García in seinem Wahlkampf vergangenes Jahr großzügig versprochen – eingelöst hat er davon bislang jedoch nichts. So verwundert es wenig, daß der Ruf nach einem Rücktritt Garcías, der am 28. Juli sein einjähriges Amtsjubiläum feiern würde, immer lauter wird…“ Artikel von Timo Berger in der jungen Welt vom 17.07.2007
Wie die Regierung Zugeständnisse an einen Streik macht, der gar nicht stattgefunden haben soll... Nachdem die peruanische Regierung zugesagt hatte, es werde eine grundlegende Verbesserung der Lage und Arbeitsbedingungen von Kontraktarbeitern geben, haben die Gewerkschafter ihren Streik am 4. Mai ausgesetzt und sind an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Auch in dem redaktionellen (englischen) Bericht "Mining Strike in Peru Produces Gains for Contract Workers" der ICEM vom 7. Mai 2007 wird auf die "Es gibt gar keinen Streik" - Propaganda der Regierung hingewiesen, die im Widerspruch nicht nur zu anderen Berichten, sondern eben auch zu diesen gemachten Zugeständnissen stehe...
Bergarbeiter: 80 Prozent bei Subunternehmen - Streik findet statt
Die peruanische Regierung übte sich vorher und nach Beginn des Streiks als Rechenkünstler - im Gegensatz zur Behauptung der Gewerkschaft seien nicht 80 Prozent sondern nur 35 Prozent der etwa 120.000 Bergarbeiter des Landes bei Subunternehmen beschäftigt und der Streik sei sowieso höchstens von 5.000 durchgeführt worden. Tatsache ist, dass der Streik für bessere Arbeitsbedingungen und -verträge in der Tat im Norden des Landes offensichtlich weitaus stärker war, als im Süden. Die Federación Nacional de Trabajadores Mineros Metalúrgicos y Siderúrgicos del Perú (FMMSP) gab an, dass rund 35.000 Bergarbeiter sich beteiligten und 33 der 74 dem Verband angehörigen Betriebsgewerkschaften bereits im Streik wären, weitere sollen im Laufe der Woche dazukommen, Demonstrationen in den großen Städten sind geplant. Ein erfolgreicher Streik in diesem immer noch wesentlichen Sektor der peruanischen Wirtschaft wäre für die Regierung Garcia ein weiterer Rückschlag in dem Versuch, soziale Bewegungen aller Art in das Projekt kapitalistische Restrukturierung einzubinden. Mehr dazu in dem redaktionellen (spanischen) Bericht "Potente huelga de mineros pone a prueba gobierno peruano" vom 1. Mai 2007 bei "Clajadep - LaHaine".
Der Streik in der grössten Goldmine des Landes kam trotz Repression zustande
Vom 15. bis 17. April streikten über 1.000 Arbeiter der Minera Yanacocha im Norden Perus. Minera Yanacocha ist der sechstgrösste Goldproduzent der Welt und gehört mehrheitlich dem US-Bergbaumulti Newmont (unrühmlich bekannt beispielsweise aus Indonesien). Die Belegschaft kämpft gegen die Ausweitung der Arbeitszeit, für eine grundsätzliche Änderung der diskriminierenden Lohngestaltung, Sozialleistungen wie etwa Lebensmittelkörbe und einen Bonus angesichts der Rekordergebnisse des Unternehmens. Ebenso geht es um die Wiedereinstellung einer ganzen Reihe von Arbeitern, die auch wegen gewerkschaftlicher Aktivität entlassen wurden - weshalb alleine schon das Zustandekommen dieses Streiks ein Erfolg ist: Anfang April hatte die Firmenleitung - in offenen Verstoß gegen ILO-Abkommen - von 15 Aktivisten gefordert, aus der Gewerkschaft auszutreten, oder eben gekündigt zu werden. Der Streik wurde auch von den Transportarbeitern, Studentenorganisationen und Nachbarschaftsvereinigungen der nahegelegenen Stadt Cajamarca unterstützt, in der auch viele der Beschäftigten leben - und die mit der Ausweitung der Bergbautätigkeit zu einer der teuersten Städte des Landes geworden ist. Die Betriebsgewerkschaft SCMY hat im Rahmen der Streiktage auch klargestellt, dass sie auch für die Zeitarbeiter und Beschäftigten vion Drittunternehmen im Betrieb zuständig ist, egal wie die Bestimmungen aussehen mögen - und hat ausserdem die Sorgen vor allem der Landwirte der Region wegen der Umweltverschmutzung aufgenommen und entsprechende Untersuchungen gefordert. Nach der Demonstration der Stärke im Betrieb und breiter gesellschaftlicher Unterstützung in der Region hat die Gewerkschaft den Streik nach drei Tagen zunächst ausgesetzt, um Verhandlungsbereitschaft zu demonstrieren, aber unterstrichen, dass er jederzeit wiederaufgenommen werden kann. Der (spanische, hiermit kurz zusammengefasste) Beitrag "MAS DE MIL TRABAJADORES DE MINERA YANACOCHA DE TRANSNACIONAL NEWMONT MINING ACATARON EXITOSA HUELGA" vom 19. April 2006 bei "Plades".
Ausnahmezustand
- Massenproteste gegen Toledo. Perus Gewerkschaften fordern Ende des Ausnahmezustandes. Beratungen über Generalstreik. Artikel von Harald Neuber in junge Welt vom 04.06.2003

- Ausnahmezustand erklärt. Am Abend des 27.Mai 2003 hat Perus Präsident Toledo das Land 30 Tage lang unter Ausnahmezustand gestellt. Es gelte, die Ordnung wieder herzustellen, sagte er in seiner Fernsehansprache - und nannte den seit drei Wochen immer heftiger werdenden Streik der Lehrer, den Marsch vieler Tausender Kleinbauern auf Lima und ihre landesweiten Strassenblockaden sowie den heute beginnenden landesweiten Streik im Gesundheitswesen als Gründe. Redaktionellen Meldung bei der "Netzzeitung" vom 28.Mai 2003

LehrerInnen-Streik seit dem 13. Mai 2003
Obwohl die Lehrergewerkschaft SUTEP zu jenen Organisationen gehört, die am meisten unter der verkappten Diktatur des ehemaligen Präsidenten Fujimori und seinem "lautlosen Krieg" gegen die Linke gelitten haben, ist die Beteiligung am ersten nationalen Streik seit langer Zeit nahezu bei 100 Prozent. Präsident Toledo hatte sein Wahlversprechen mehr Geld für den Schulsektor bereitszustellen auf Spardruck des IWF "verschieben" müssen. Ein (deutscher) Beitrag von José Rios y Otalbo, der einige Hintergründe, Probleme und den bisherigen Verlauf des Streiks zusammenfasst: Trotz gewerkschaftlicher Probleme: Der grösste Streik seit über einem Jahrzehnt
New wave of repression against strikers in Peru (Neue Welle der Unterdrückung gegen Streikende in Peru)
Der Internationale Bund Freier Gewerkschaften hat einen Protestbrief an die Regierung Toledo geschrieben: wegen der Festnahme von 18 streikenden Bauarbeitern, aus Anlass eines viertägigen Streiks Ende Januar 2003. Ausserdem wird in dem Brief unterstrichen, der IBFG sei besorgt wegen einer Medien- und Justizkampagne gegen führende Gewerkschafter Perus. (englischen) Brief vom 17.2.03 
Spanischer Multi missachtet Arbeiterrechte, Gewerkschafter werden körperlich angegriffen
Die peruanischen Beschäftigten des spanischen Telefonmultis sollen gezwungen werden, nach ihrer Entlassung über Subunternehmen weiter für Telefonica zu arbeiten. Obwohl die Vorgehensweise von Telefonica selbst von der Regierung als ungesetzlich bezeichnet wird, überfällt die Polizei Gewerkschaftsbüros. Die Pressemitteilung des IBFG (englisch) vom 16.August 02 zu dem bereits seit Wochen andauernden Streik der Belegschaft von Telefonica Peru mit deutscher Zusammenfassung. |