Die Präsidentschaftswahl in Österreich: Zwar kein rechter Durchmarsch, aber…

Präsidentschaftswahl in Österreich: Kampagne WahlchallengeAls ob das „Abendland“ gerettet wäre (vor sich selbst?) waren die Kommentare zum Ausgang der Präsidentschaftswahl in Österreich erleichtert  – im Allgemeinen. Wie schon einmal, als ein gewisser Herr Haider mit an die Regierung kam, zur selben Zeit als etwa in Spanien ein gewiss nicht weniger Rechter Herr Aznar regierte, wurde so getan, als ob Österreichs rechter Vormarsch eine Ausnahme in der EU sei. Dabei passt das in einen Trend, der sich ja gerade in Österreich – und anderswo – daran zeigt, dass zwar viel über den Aufstieg der Rechten geschrieben wird – aber wenig über ihre Politik, die die europäische Flüchtlingspolitik beispielsweise längst definiert. Siehe dazu einen andersgearteten, lesenswerten Kommentar von Franz Schandl und Infos unserer KollegInnen von LabourNet Austria:

  • Durchmarsch vertagt
    Für die nächsten sechs Jahre wird jedenfalls der einstige Parteichef der Grünen an der Spitze der Republik stehen. Ein wirklich schräges Zweckbündnis von neoliberal bis linksradikal, von Niki Lauda über gewesene ÖVP-Obmänner, die katholische Frauenbewegung, die Wiener SPÖ bis hin zur KPÖ hat das ermöglicht. Die gesamte heimische Prominenz nicht zu vergessen. Die urbanen Wähler entschieden sich überwiegend für Van der Bellen, ebenso 60 Prozent der Frauen, 60 Prozent der Männer hingegen votierten für Hofer und bei den Arbeitern gibt es überhaupt eine satte Dreiviertel-Mehrheit für den freiheitlichen Kandidaten. Trotzdem sollte man sich dieses Wahlverhalten keineswegs wie vielfach kolportiert auf der Ebene „Empörte gegen Zufriedene“ vorstellen. Das greift zu kurz, auch wenn die Masse der eventuellen wie reellen Modernisierungsverlierer auf die FPÖ setzt. Der Durchmarsch von Hofer und seinem Parteichef Heinz-Christian Strache ist nur vertagt. Dieser wurde taktisch vereitelt, nicht substanziell gebrochen…“ – aus dem Kommentar „Durchmarsch vertagt“ von Franz Schandl am 24. Mai 2016 bei den Streifzügen externer Link, der schlußfolgert: „Die EU ist nicht das Kontrastprogramm, zu dem wir aufschauen oder gar beten sollten. Dazu gibt es keinen Grund. Da ist kein österreichischer Sonderweg. Das Land zeigt Europa vielmehr seine Zukunft. Was schlimm genug ist
  • und die Labournet-Austria-Redaktion kommentiert externer Link “… In unserem Unterbewusstsein spielt sich vielleicht ab, dass diese FPÖ-Wähler_innenschichten nach Ungarn zu Orbans Semidiktatur auswandern sollten.”