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Protest gegen Big Data auf österreichische Art: Gesundheit „under total control“ der Unternehmen?

Aktive Arbeitslose in ÖsterreichGeradezu heimtückisch nutzte das Gesundheitsministerium ein von Versicherungen angestrengtes Verfassungsgerichtshofurteil, das generell die Verwendung von Gesundheitsdaten aus gentechnischen Tests für Versicherungen und Arbeitnehmer verboten hatte, dazu, nun völlig überschiessend die Verwendung der Ergebnisse von Gentests auch durch Arbeitnehmer in einer zur Begutachtung ausgeschickten Novelle des Gentechnikgesetzes vorzusehen. Damit würde nicht nur das Verbot der Erhebung von Gesundheitsdaten durch Arbeitgeber ausgehebelt, sondern Tür und Tor zur weiteren Diskriminierung von Arbeit Suchenden und ArbeitnehmerInnen geöffnet werden. Aufgrund der grossen Zahl an Arbeit Suchenden (rund 500.000) und der geringen Zahl offener Stellen (ca. 50.000) können Arbeitgeber leicht das massive Machtungleichgewicht ausnutzen und gentechnische Tests aufzwingen“ – so wird der Aufruf zu einer Protest-Onlineresolution am 13. Oktober 2016 bei den Aktiven Arbeitslosen Österreich externer Link eingeleitet: „Datenschutzgau verhindern: Keine Gentests an ArbeitnehmerInnen und Arbeit Suchenden!“ – zu eigentlich nur zu sagen bleibt: Unterschreiben!

  • Dazu schrieb Christa Sonnenfeld bereits 2002 (im LabourNet-Archiv): „… Ausgangspunkt müssen die Grundrechte des Beschäftigten sein. Die genetische Beschaffenheit gehört zum Kernbereich der menschlichen Persönlichkeit. Dem bisher bestehenden allgemeinen Persönlichkeitsrecht müsste deshalb ein „genetisches Selbstbestimmungsrecht“ hinzugefügt werden. Arbeitgeber bzw. Betriebsärzte dürfen keine genetischen Analysen durchführen. Das unternehmerische Risiko darf nicht auf die Beschäftigten umgeschichtet werden…“
Kurzlink: https://www.labournet.de/?p=105657
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