| Schweinegrippe: Naturkatastrophe oder Ergebnis "industrieller Viehzucht"?
Der Katalog perverser Wortschöpfungen des Kapitalismus ist dick: Neben solchen Perlen wie Kollateralschaden oder Minuswachstum gehört auch beispielsweise industrielle Viehzucht dazu. Soll transportieren, dass es sich dabei eben nur um Viehzucht in großem Stil handelt und nicht um eine ständige Gefahrenquelle für Fleischesser. Der Schweinevirus ist keineswegs neu, die Reaktionen offizieller Bürokratien wie der WHO sind es auch nicht, noch sind es Panikschlagzeilen der Journaille - die Resistenz der Tiere, die wegen verringerter Widerstandsfähigkeit mit Medikamenten vollgestopft werden, allerdings ist schwach wie nie. Nun mag es eine übliche mexikanische Art sein, alles Übel aus dem Norden kommen zu sehen: Wie es das Gerücht, alles habe in Veracruz begonnen, wo die US-Fleischkette Smithfield ein großes Werk betreibt. Wichtiger ist: Es könnte sein. Was ausführlich dargelegt wird in dem Beitrag "The swine flu crisis lays bare the meat industry's monstrous power" von Mike Davis im "Guardian" vom 27. April 2009.
Schuldnervereinigungen gegen Banken
Die "Fundación Vida Digna" hat in mehreren mexikanischen Städten die demonstrative kollektive öffentliche Verbrennung von Kreditkarten organisiert. Damit wird gegen die Tatsache protestiert, dass Banken natürlich auch im mexikanischen Kapitalismus Steuergelder bekommen, was aber keineswegs bedeutet, dass sie dem Steuerzahler als Kunde irgendwie entgegenkommen würden. Und da Probleme mit Bankdarlehen in den letzten Wochen in Mexiko zu einem Massenproblem geworden sind, häufen sich die Proteste, inklusive der Blockade von Filialen. Der (spanische) Kurzbericht "Queman tarjetas de crédito en protesta de altos intereses" von José Hernández bei "El Golfo" (gespiegelt bei Clajadep-LaHaine) vom 23. Februar 2009.
Gewerkschaften und Finanzkrise
Mexiko hat eine besonders exponierte Stellung in der aktuellen Krise: über NAFTA besonders eng mit den USA verbunden, eine mehr oder weniger gewählte Regierung, die ihre Privatisierungsprojekte nicht so recht vorwärts bekommt, die Perspektive daß hunderttausende aus den USA zurückkommen könnten - und eine zutiefst gespaltene Gewerkschaftsbewegung, deren größter Teil eng mit der Regierung verflochten ist. Der Beitrag "Financial Crisis Hits Mexico: Social Crisis on The Horizon?" erschien in der Oktoberausgabe 2008 von Mexican Labor News & Analysis - der Initiative über die Grenze hinweg der US Gewerkschaft UE International.
Gefährlicher Protest gegen Mülldeponie: AktivistInnen in Gefahr
"Der Gemeindebedienstete Cristóbal Martinez Ortega aus dem Dorf San Antón (Gemeinde Cuernavaca im Bundesstaat Morelos) wurde von vier Männern, die sich als Polizisten auswiesen, entführt und brutal niedergeschlagen.Cristóbal Martinez Ortega ist einer der OrganisatorInnen einer Gruppe von EinwohnerInnen, die gegen eine geplante Mülldeponie in der Gegend protestieren. Weitere Mitglieder der Gruppe sind ebenfalls in Gefahr, solchen Übergriffen zum Opfer zu fallen..." Artikel auf der Seite von Netzwerk GewerkschafterInnen - Arbeitsgruppe für verfolgte GewerkschafterInnen bei Amnesty vom 22.06.2008 
Chiapas: Europaweiter Aktionstag
„In den letzten Monaten haben die Angriffe auf zapatistische Gemeinden drastisch zugenommen. Der Krieg niederer Intensität hat ein Ausmaß angenommen wie seit dem Massaker von Acteal vor zehn Jahren nicht mehr. Deshalb gibt es einen Aufruf für einen europaweiten Aktionstag vor den Botschaften und Konsulaten Mexikos am 15. Februar 2008 anlässlich des zwölften Jahrestages der Abkommen von San Andrés…“ Der gesamte Aufruf bei der fau 
Flutkatastrophe in Tabasco und Chiapas
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Mexico: Medizinische Nothilfe in Chiapas und Tabasco
„medico international ruft zu Spenden für Katastrophenopfer in Chiapas auf. Ursache der Katastrophe sind Korruption und Umweltzerstörung. Die mexikanische medico-Partnerorganisation Salud y Desarrollo Comunitario (SADEC) leistet zurzeit Katastrophennothilfe in den mexikanischen Bundesstaaten Chiapas und Tabasco. Ein Ärzte-Team von SADEC betreute in Tabasco bereits rund 1800 Menschen. Größter Handlungsbedarf besteht aktuell im nördlichen Chiapas. Hier sind schätzungsweise 100.000 Menschen von den schlimmsten Überschwemmungen seit einem halben Jahrhundert betroffen. Viele Gemeinden sind durch das Abrutschen instabiler Hänge bedroht…“ Die Sonderseite bei medico international 
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Politik mitverantwortlich für Flut in Mexiko
Ein Interview von LK, Gruppe B.A.S.T.A., Mexiko-Stadt, mit Norma Cacho und Miguel Pickard von Zentrum für ökonomische und politische Forschung (CIEPAC) aus San Cristóbal de las Casas, Chiapas, auf Indymedia vom 15.11.2007
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Flutkatastrophe in Tabasco und Chiapas: Bericht von vor Ort
„ Nicht nur Tabasco ist nach zweiwöchigen, ununterbrochenen Regenfällen unter Wasser, auch der Norden von Chiapas ist stark betroffen, zahlreiche Flüsse sind über die Ufer getreten. Die Zahl der Unwettergeschädigten in Nordchiapas wird auf über 10'000 geschätzt, offizielle Hilfeleistungen seien hier bisher sehr spärlich, so die mexikanische Presse. Momentan ist eine Companera der Soligruppe dort vor Ort und schreibt uns gestern Freitag folgendes: „Gerade habe ich mit einem zapatistischen Compa aus La Sabanilla, einem von den Regenfällen stark betroffenen Bezirk, gesprochen. Er hat gesagt, es habe 3, 4 Gemeinden wegen Erdrutschen so getroffen, dass sie evakuiert werden mussten. Vielleicht wird auch eine Direkthilfe notwendig. Ich habe den Compa gefragt, ob der Rat der Guten Regierung informiert sei. Anscheinend wissen sie es. Vielleicht können wir da finanzielle Unterstützung leisten. Es regnet weiter ueberall wie verrückt. In Ocosingo ist auch schon ein Fluss überbordet. Villahermosa ist in eine Katastrophe, die ganze Stadt ist überflutet, ca. 100000 Leute in ihren Haeusern eingeschlossen. Es ist unglaublich, ein zweites New Orleans.“ (…) Ausserdem scheint uns wichtig, im Auge zu behalten, wie sich der anfangs durchaus sinnvoll erscheinende Einsatz des mexikanischen Militärs zur Evakuierung von Flutopfern insbesondere in Tabasco entwickeln wird. Tabasco ist der Staat mit der erdölverarbeitenden Industrie und deshalb von zentraler strategischer Bedeutung. Im Zuge der Katastrophe könnte dort ein ähnliches Shock-and-Awe-Strategie wie in New Orleans, nach dem Mitch oder anderswo angewandt werden: die Katastrophe wird von oben als „Gelegenheit“ benützt, um Strukturanpassungsmassnahmen durchzuziehen, die sonst auf Widerstand stossen würden. Diese Art von Katastrophen-Kapitalismus hat übrigens Naomi Klein – nicht als erste, aber sehr lesbar – in ihrem neuen Buch „Die Schock-Therapie“ beschrieben.“ Auszug aus dem Newsletter von Direkte Solidarität mit Chiapas vom 03.11.2007
Mexiko hat offiziell einen Präsidenten
„Gestern ist es im militärisch abgesperrten Parlament dem konservativen Felipe Calderón gelungen, seinen Amtschwur abzulegen. Heimlich hatte sich Calderón schon in der Nacht zuvor zum Präsidenten küren lassen. Er überraschte aber seine Gegner, als er trotzdem das Parlament durch die Hintertür betrat und in nur vier Minuten die Zeremonie hinter sich brachte. Seit Dienstag hielten Gegner und Anhänger von Calderón das Podium besetzt, erneut kam es dort gestern zu Prügeleien. Der zum Gegenpräsident ausgerufene Oppositionskandidat hatte seine Anhänger zum zentralen Platz der Hauptstadt mobilisiert, um eine friedliche Demonstration anzuführen. Der Streit ist nicht beigelegt und weitere Konflikte sind vorprogrammiert, weil die Schere zwischen Arm und Reich im Land immer weiter auseinander geht…“ Artikel von Ralf Streck auf Indymedia vom 03.12.2006
Gegen Wahlfälschung protestieren...
Die Millionen-Demonstration gegen Wahlbetrug in Mexico-Stadt
war vor allem eine Demonstration der ArbeiterInnen, zu der auch
zahlreiche Gewerkschaften aufgerufen hatten. Und da jeder und jede
sowohl wissen, dass dies beileibe nicht der erste Wahlbetrug in
Mexikos Geschichte ist, als sie auch wissen, dass die beiden grössten
einheimischen Finanzgruppen die Wahlkampgne der PAN massiv unterstützt
haben, protestieren auch jene Teile der Bevölkerung, die nicht
zur Wahl gegangen sind. zumal die Wahl vor einem Hintergrund stattfindet,
der von Rebellion (Oaxaca), Verteidigung der Gewerkschaftsautonomie
(Bergarbeiter) und Repression (Atenco) gekennzeichnet ist. Die aktuelle
Materialsammlung "Wieder
eine gefälschte Wahl" vom 20. Juli 2006.
Tijuana - das kommende Hongkong. Oder das
kommende Chiapas?
Tijuana ist eine Stadt extremer Gegensätze - wirtschaftlich erstarkt durch hightech-Maquilas und eine Silhouette aus Glaspalästen entlang des Flussufers. In der offiziellen Propaganda ist die Stadt ob ihrer Grenzlage zu den USA das "kommende Hongkong" - ein internationales Finanzzentrum also. Lawrence Herzog, Professor für Stadtplanung an der Staatsuniversität im benachbarten San Diego sieht da eine ganz andere mögliche Entwicklungsrichtung: Zu einem neuen Chiapas. Sein (englischer) Artikel "Tijuana's Future: Rebellion (Mini-Chiapas) in the Hills?" vom 28.Februar 2005 in der Zeitung "Voice of San Diego"berichtet von dem, was sich unter der Oberfläche tut.
Proteste gegen Sozialkürzungen
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Mexico Workers Plan Strike to Protest Fox Agenda Before Address.
“A half million Mexican electricity, telephone and healthcare workers will walk off the job today to protest President Vicente Fox's plans to reduce retirement benefits as he prepares to address the nation, union leaders said…” Bloomberg-Meldung vom 1.9.04 
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Disproportion. Mexiko: Sozialversicherung vor dem Kollaps – Reform treibt Gewerkschaft auf die Barrikaden. Bericht in junge Welt vom 12.08.2004 
Cifras pavorosas: 70% de habitantes de Ciudad de México son pobres
(Erschreckende Zahlen: 70% der Einwohner von Mexico City sind arm) - Ein redaktioneller (spanischer) Artikel vom 7. Mai 2004 beim Nachrichtenportal "Clajadep-LaHaine" , in dem auf Grundlage des offiziellen Sozialberichts der mexikanischen Behörden eine katastrophale Bilanz der Entwicklung für die Menschen in der Hauptstadt Mexicos gezogen wird - verbunden mit hinweisen darauf, dass es in der Provinz und auf dem Lande schlimmer sei
WTO-Tagung in Cancún
baja police arrest mexican housing activists
Bericht von David Bacon über die Verhaftung eines Aktivisten der mexikanischen Landlosenbewegung durch die mexikanische Polizei in der Baja California vom 28.12.01
Die Monster von Fox Seit drei Monaten stellt die konservative Pan in Mexiko den Präsidenten. Gespräch mit Paco Ignacio Taibo II über das politische und soziale Klima im Land in Jungle World 12 vom 21. März 2001 |