Die Proteste an der kolumbianischen Pazifik-Küste nehmen unterschiedliche Wege

Die westkolumbianische Hafenstadt Buenaventura - im Mai 2017 geschlossen durch sozialen streikWährend in der kolumbianischen Hafenstadt Buenaventura weiterhin täglich massive Proteste im Rahmen eines seit fast zwei Wochen andauernden Generalstreiks stattfinden, hat die demonstrierende Bevölkerung im angrenzenden Departament Chocó nach 17 Tagen nachgegeben und den Streik beigelegt. Der Generalstreik im nördlich gelegenen Verwaltungsbezirk Chocó ist für beendet erklärt worden, nachdem sich die kolumbianische Regierung dazu verpflichtet hat, Investitionen in die Infrastruktur und das Gesundheitswesen vorzunehmen. Im Mittelpunkt steht die Fertigstellung der Verbindungsstraße zu den benachbarten Regionen. Im Gesundheitssektor wird von den Protestteilnehmern eine Minimalversorgung der öffentlichen Krankenhäuser in den wichtigsten Städten gefordert. In den nächsten drei Wochen sollen Kommissionen eingerichtet werden, um technische Details des Übereinkommens zu klären. Die Regierung verweigerte jedoch Gespräche zu den Themen Wasserversorgung, Verbesserung der Bildungssituation und Präsenz paramilitärischer Gruppen in der Region“ – aus dem Bericht „Streiks und Proteste: Pazifikregion in Kolumbien kommt nicht zur Ruhe“ von Ani Dießelmann und Andreas Hetzer am 30. Mai 2017 bei amerika21.de externer Link, worin im Weiteren über die fortgesetzten Proteste in der Hafenstadt Buenaventura berichtet wird – und über die Entsendung einer Ministerdelegation zu Verhandlungen. Siehe dazu zwei weitere aktuelle Beiträge und den Verweis auf bisherige Beiträge im LabourNet Germany:

  • „Rebellion in Buenaventura“ von Jan Schwab am 30. Mai 2017 in der jungen welt externer Link, worin es unter anderem zu den bisherigen Gesprächen mit Regierungsvertretern abschließend heißt: „Inzwischen hat die Regierung Vizeinnenminister Guillermo Rivera nach Buenaventura entsandt, um Sondierungsgespräche mit dem Streikkomitee zu führen. Seit dem vergangenen Dienstag verhandeln die Vertreter von Exekutive und Streikenden. Deren zentrale Forderung ist, Buenaventura zu einem Gebiet des ökonomischen und sozialen Notstands zu erklären. Das würde die schnelle Bereitstellung von staatlichen Geldern zur sofortigen Verbesserung der öffentlichen Infrastruktur ermöglichen. Die Regierungsseite lehnte dies bereits mehrfach ab. Auch die Forderung nach einem Abzug der ESMAD-Einheiten blieb unbeantwortet. »Im Streikkomitee besteht der Eindruck, dass es seitens der Regierung keine Bereitschaft gibt, die Forderungen Buenaventuras zu erfüllen«, kritisierte die Verhandlungsdelegation der Protestierenden am vergangenen Freitag. An Aufgabe denken die Streikenden nicht, der Ausstand geht weiter“.