100.000 Lehrerinnen und Lehrer in der kolumbianischen Hauptstadt: Der Kampf um ein verbessertes öffentliches Schulsystem

6.6.2017 Bogota über 100.000 LehrerInnen besetzen die HauptstadtSie haben Bogota überschwemmt – und damit auch die massive Propagandakampagne widerlegt, der Streik sei nur Ritual und gewerkschaftlichen Eigeninteressen geschuldet: Lehrerinnen und Lehrer aus ganz Kolumbien waren am 06. Juni 2017 zum „Marsch auf Bogota“ gekommen, als einem der Höhepunkte des wochenlangen Kampfes, den sie ungebrochen austragen. Ohne Zweifel gibt es dabei auch ritualisierte Verhaltensformen des Gewerkschaftsapparates und auch der aktuelle „Hauptstreitpunkt“ mit den Regierungsvertretern, nämlich wer als Schlichter benannt wird, gibt keinen Anlass, die Kritiken an der Föderation der Lehrergewerkschaften FECODE als gegenstandslos abzutun. Es bleibt: Die Entschlossenheit der Lehrerinnen und Lehrer, die Zustände zu ändern. Und, wie es nicht anders sein konnte, auch in Kolumbien treten – wie heute rund um die Welt, wenn organisierte Beschäftigte im Kampf stehen – besonders unkluge Propagandisten auf, die verkünden, die Streikenden würden ja nur ihre Privilegien verteidigen. Was auch hier auf das von dieser billigen Journaille verteidigte System zurück fällt – Zeit dieses zu ändern, wenn normale Arbeitsbedingungen schon ein Privileg sein sollen. Siehe dazu drei aktuelle Beiträge:

  • „Maestros se tomaron iglesia en el centro de Bogotá“ am 06. Juni 2017 bei Colombia informa externer Link ist einer der vielen kleineren Berichte über selbstständige Aktionen der DemonstrantInnen, die nicht so ganz ins Bild passen, das die Gewerkschaftsführung entwirft: In diesem Fall handelt es sich um eine größere Gruppe Streikender aus verschiedenen Orten des Landes, die eine Kirche im Zentrum der Hauptstadt besetzt haben, um ihren Protest zu verdeutlichen – und im Kirchengebäude eine öffentliche Überwachungseinrichtung zur Verteidigung der öffentlichen Schulen eingerichtet haben.
  • „Starts teachers’ march in #Bogota“ externer Link ist einer der zahlreichen Twitter-Kanäle, die den Verlauf des Protesttages – hier die Notiz vom Demonstrationensbeginn bei Ubique – aus ihrer Sicht berichten