Ergebnisse des Krankenhaus-Streiks in Kenia

Die Krankenschwesterngewerkschaft Kenias wollte den gemeinsamen Streik mit der Ärztegewerkschaft beenden. Die Krankenschwestern hat man nicht gefragt…Das Ende des 100 Tage Streiks der Ärtinnen und Ärzte der öffentlichen Krankenhäusern in Kenia ist von der Gewerkschaft KMPDU als Erfolg bewertet worden: Nach den Drohungen mit Massenentlassungen und der Inhaftierung von sieben Funktionären der Gewerkschaft sind alle Repressalien zurückgenommen worden, eine Gehaltserhöhung und Zusagen für eine strukturelle Verbesserung des Gesundheitswesens sind da im Vergleich in der Tat ein „guter Kompromiss“. Zwei Dinge bleiben nach diesem großen Streik zu bemerken: Erstens, was die Zusagen der Regierung Kenias wert sind, ist fraglich – und das weiß niemand besser als die KMPDU. Schließlich war der Streikgrund die Nichtbeachtung des 2013 abgeschlossenen Tarifvertrages durch die Regierung. Zweitens kann man sehen, wie etwa in Mali die Beschäftigten der öffentlichen Krankenhäuser, die ebenfalls gerade in Streik getreten sind, sich auf den Streik in Kenia „berufen“ – er entfaltet offensichtlich Wirkung über das eigene Land hinaus. Siehe dazu zwei aktuelle Beiträge:

  • „Nach 100 Tagen erfolgreich“ am 15. März 2017 in der taz externer Link ist eine ap-Meldung, in der unter anderem berichtet wird: „Nach 100 Tagen Streik wollen die rund 5000 Ärzte der öffentlichen Krankenhäuser Kenias am Freitag ihre Arbeit wieder aufnehmen. In der erbitterten Auseinandersetzung mit der Regierung gab es wegen ausgebliebener Behandlungen Dutzende Todesfälle in dem afrikanischen Land. Bei dem Streik ging es um die Einführung der 40-Stundenwoche, wie der Generalsekretär des Verbands der Krankenhausärzte, Ouma Oluga, am Dienstag mitteilte. Zudem sagte die Regierung zu, eine 2013 geschlossene Einigung über Haushaltserhöhungen, Instandsetzung heruntergekommener öffentlicher Gesundheitseinrichtungen und Fortbildungsprogramme umzusetzen