„Entlasst endlich alle streikenden Krankenschwestern“ – fordert Kenias Gesundheitsministerium von den Gouverneuren

Die Krankenschwesterngewerkschaft Kenias wollte den gemeinsamen Streik mit der Ärztegewerkschaft beenden. Die Krankenschwestern hat man nicht gefragt…Das Gerichtsurteil, das die Regierung Kenias haben wollte, hat sie schon seit Anfang September 2017: Dass der große Streik der 26.000 Krankenschwestern an den öffentlichen Hospitälern des Landes und ihrer Gewerkschaft KNUN illegal sei. Die Provinzregierungen, die unter anderem eben auch für die öffentlichen Krankenhäuser zuständig sind, haben bisher aber – außer wortradikalen Drohungen – nichts unternommen, die erlaubten und geforderten Massenentlassungen vorzunehmen. Unter anderem, weil sie auch das Echo der Bevölkerung gehört haben dürften, die keineswegs so gegen diesen Streik eingestellt ist, wie es die Medienkampagne nahelegen möchte. Aus den Straßeninterviews jedenfalls kam sehr oft die Frage, wie das denn gehen soll, wenn dann lauter Krankenschwestern (und Pfleger) in den Krankenhäusern sein werden, die allesamt neu im Job, oft genug auch neu im Beruf sind. Das Gesundheitsministerium jedenfalls unterstrich erneut, Verhandlungen werde es erst geben, wenn der angeblich illegale Streik beendet sei. Dass die Regierung selbst in illegaler Weise einen unterzeichneten Vertrag nicht befolgen will, soll möglichst nicht zum Thema werden – genau das ist es aber, was im Mittelpunkt auch dieses Streiks steht. Siehe dazu einen aktuellen Beitrag und ein Kurzvideo mit der Reaktion der Gewerkschaft auf das neuerliche Ultimatum:

  • „KNUN: We will not resume work until demands are met“ am 04. Oktober 2017 ebenfalls bei Daily Nation externer Link ist ein kurzer Videobericht von einer der mehrfach in der Woche stattfindenden Demonstration der Streikenden in Mombasa (wie sie auch in anderen Städten stattfinden) – worin einerseits die immer noch massive Beteiligung deutlich wird, zum anderen ein Sprecher der Gewerkschaft KNUN unterstreicht, man werde der Aufforderung und auch dem Urteil, der Streik sei illegal und müsse sofort beendet werden „unter keinen Umständen“ nachkommen. Erst wenn die Forderungen erfüllt seien, werde der Streik beendet.