7.000 streikende kambodschanische TextilarbeiterInnen erkämpfen vollen Erfolg – antigewerkschaftlicher Regierungspolitik zum Trotz

Strassenblockade Textilarbeiterstreik Kambodscha 2.1.18Beinahe eine Woche lang streikten rund 7.000 Beschäftigte der Textilfirma Taieasy International, mit einem Forderungskatalog, der neben generell besseren Arbeitsbedingungen – inklusive des Umgangstons der Vorgesetzten – und dem Recht auf Bildung einer Betriebsgewerkschaft vor allem bezahlten Mutterschaftsurlaub beinhaltete. Nach rund einer Woche Streik gab das Unternehmen nach und erfüllte die Forderungen der Belegschaft. In einer Situation, da viele der zahlreichen Proteste (vor allem) im stark ausgeweiteten Textil-Sektor des Landes ergebnislos oder mit Niederlagen enden, ist solch ein Erfolg in einem der größten Betriebe von besonderer Bedeutung. Zumal dies gerade zu einem Zeitpunkt stattfindet, da die Regierung – nach dem faktischen Verbot der politischen Oppositionsparteien – androht, auch die Gewerkschaftsbewegung zu illegalisieren, die sie ohnehin seit Jahren mit immer aggressiveren Schritten verfolgt, inklusive freier Bahn für antigewerkschaftliche Schlägertrupps. Für die Regierung sind alle gewerkschaftliche Aktionen in der Regel Aktionen der Oppositionsparteien – was mehr über den reaktionären Charakter dieser Regierung aussagt, als über die Proteste. Siehe dazu einen aktuellen Beitrag zum erfolgreichen Streik, sowie einen Beitrag über die neuen Drohungen der Regierung gegen die Gewerkschaftsbewegung:

  • „Minister warns unions“ von Mom Kunthea am 03. Januar 2017 in der Khmer Times externer Link ist ein Beitrag über eine Bekundung des Arbeitsministers Samheng, der alle „inaktiven“ Gewerkschaften mit Auflösung bedrohte (und wer aktiv ist und wer nicht, entscheidet seine Behörde) und die Bildung neuer Gewerkschaften begrüßte – sofern sie sich an die Gesetze halten. Die Gewerkschaftsbewegung – deren Aktive selbst am besten wissen, dass unter den rund 7.000 bestehenden Betriebsgewerkschaften zahlreiche sind, die formale Existenz haben, entweder, weil Unternehmen das so eingerichtet haben, oder weil sich welche davon ein einträgliches Geschäft versprechen – finden vor allem, dass es nicht das Arbeitsministerium sein darf, das darüber entscheidet.