Auch die Truppen der Vereinigten Arabischen Emirate, die Jemens zweitgrößte Hafenstadt angreifen, beziehen Waffen aus der BRD

Die größte Demo der jemenitischen Geschichte 7.7.2017 in Aden für UnabhängigkeitDie Vereinigten Arabischen Emirate werden seit Jahren von der Bundesrepublik nicht nur mit Rüstungslieferungen unterstützt (german-foreign-policy.com berichtete); sie erhalten aus Deutschland auch Unterstützung beim Aufbau einer eigenen Rüstungsindustrie. So hat die Düsseldorfer Rheinmetall AG schon im November 2007 ein Joint Venture mit der emiratischen Tawazun-Holding und der Al Jaber Group aus Abu Dhabi gegründet, um eine Munitionsfabrik in den Emiraten zu errichten. Das Joint Venture namens Burkan Munitions Systems stellte bereits Ende 2010 die ersten 40-mm-Granaten her. Im Jahr 2012 zog sich Rheinmetall offiziell aus dem Gemeinschaftsunternehmen zurück, liefert seitdem aber, wie es in einer umfassenden Untersuchung über die Tätigkeit des Konzerns heißt, via Tochterfirmen in “Italien und Südafrika Komponenten für Munitionen sowie technische Dienstleistungen zu”. Burkan Munitions Systems – die Firma ist 2017 in dem Rüstungskonglomerat EDIC (Emirates Defence Industries Company) aus Abu Dhabi aufgegangen – produziert demnach seit Jahren “40mm-Granaten …, 155mm-Artilleriegeschosse, Mörsermunition und ungelenkte 107 und 122mm-Raketen” sowie “verschiedene Bomben aus der MK80-Baureihe” für die emiratischen Streitkräfte. Die südafrikanische RDM (Rheinmetall Denel Munition) hat zudem die emiratische Eigenproduktion von Bomben für Mirage 2000-Kampfjets durch die Zulieferung von Sprengmaterialien unterstützt…“ – aus dem Beitrag „Die Schlacht um Al Hudaydah (II) am 06. Juli 2018 bei German Foreign Policy externer Link, in dem auch die konkreten Auswirkungen für die Menschen in der Hafenstadt berichtet werden. Siehe dazu einen weiteren Beitrag und den Hinweis auf den bisher letzten unserer zahlreichen Beiträge zum Krieg gegen die Bevölkerung des Jemen:

  • „Ein Krieg auf Kosten des jemenitischen Volkes“ am 29. Juni 2018 bei Qantara.de externer Link ist ein Interview von Kai Schnier mit Wafa’a Alsaidy (Koordinatorin der Jemen-Mission der Hilfsorganisation “Ärzte der Welt”), worin sie unter anderem zur Lage in der Hauptstadt Sanaa ausführt: „Es ist mittlerweile so, dass viele Zivilisten auf beiden Seiten des Konflikts am Existenzminimum leben. Seit dem Beginn des Krieges sind die Lebensmittel- und Benzinpreise in die Höhe geschossen. Die Arbeitsmarktsituation hat sich derweil natürlich stark verschlechtert. Während des Ramadan, der erst vor kurzem endete, sind die Verkaufsläden in Sanaa normalerweise zum Bersten voll und die Straßen verstopft. In diesem Jahr gab es aber weder Schlangen an den Kassen noch Staus in der Innenstadt. Die Menschen haben schlicht kein Geld mehr. Auch in anderen Belangen wird die Lage immer schlechter. Wenn man morgens um zehn Uhr auf die Straße geht, sieht man Kinder in Schuluniformen umherwandern. Sie haben nichts zu tun, weil viele Lehrer wegen fehlender Bezahlung entweder streiken oder nur unregelmäßig zum Unterricht kommen. Die institutionelle und wirtschaftliche Infrastruktur des Landes droht komplett zusammenzubrechen…